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Über Kriege
Über Kriege




Michael Mann

Hamburger Edition
EAN: 9783868544008 (ISBN: 3-86854-400-3)
720 Seiten, hardcover, 15 x 22cm, Mai, 2024

EUR 45,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
»Michael Mann erklärt, warum Kriege stattfinden, obwohl sie selten ihre Ziele erreichen, seien es materielle Bereicherungen oder altruistische Ideale. „Über Kriege“ zeigt erneut, warum Michael Mann der Max Weber unserer Zeit ist.«

Randall Collins
Rezension
Kriege der römischen Republik, Kriege in China und Japan, Kriege im Mittelalter, koloniale Kriege, Dreißigjähriger Krieg, amerikanischer Bürgerkrieg, Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, kommunistische Kriege, Kriege in muslimischen Ländern, …. . Die Reihe lässt sich leider weiter fortsetzen. Kriege scheinen etwas Universelles zu sein, eine Form der gewalttätigen Auseinandersetzung, die unabhängig von Raum und Zeit in der menschlichen Natur verankert ist. Warum führen Menschen überhaupt Krieg und greifen nicht zu gewaltfreien Mitteln zur Lösung von Konflikten? Welche Faktoren prägen Kriege, die Militärmacht, die Gesellschaft? Verfügen die kriegsinitiierenden Machthabenden über Entscheidungsfreiheit? Wer profitiert von Kriegen? Ist Frieden rationaler als Krieg?
Fachlich fundierte Antworten auf diese militär- und globalgeschichtlichen Fragen gibt Michael Mann (*1942) in seinem Buch „On Wars“(2023). 2024 erschien das monumentale Werk in der deutschen Übersetzung von Laura Su Bischoff, Michael Bischoff und Ulrike Bischoff in der Hamburger Edition unter dem Titel „Über Kriege“. Mann ist emeritierter Professor für Soziologie an der Universität von Kalifornien in Los Angeles und erster Preisträger des Siegfried-Landshut-Preises. Bekanntheit erlangte er durch sein vier Bände umfassendes Werk „The Sources of Social Power“(1986-2012) sowie durch seine Monographie „The Dark Side of Democracy: Explaining Ethnic Cleansing“(2004), auf Deutsch erschienen unter dem Titel „Die dunkle Seite der Demokratie. Eine Theorie der ethnischen Säuberung“(2007).
In seinem jüngsten Buch gelingt es dem Vertreter neuer Historischer Soziologie sehr gut aufzuzeigen, dass primär kleine machthabende Zirkel, vielfach auch einzelne Herrscher beim Entschluss zum Krieg zwar institutionell verankerten gesellschaftlichen Zwängen unterliegen, aber dennoch eine eingeschränkte Entscheidungsfreiheit besitzen. In seiner soziohistorischen Analyse von Kriegen von der Antike bis in die Gegenwart kann Mann vornehmlich drei Kriegsmotive identifizieren, nämlich: „Gier, das Streben nach Status, Ehre und Ruhm sowie Freude an Herrschaft.“(S. 670) Ausdrücklich wendet sich der Soziologe gegen die vielfach verbreitete Vorstellung von einer genetischen Disposition des Menschen zum Führen von Kriegen. Zudem weist er darauf hin, dass die Kriegsgewinne in der Regel nicht sozial gerecht verteilt werden. Mann kommt aufgrund seiner Erkenntnisse zu dem Urteil: „Krieg ist unter den menschlichen Unternehmungen die am wenigsten rationale“(S. 672). Die Ausführungen des Wissenschaftlers zeichnen sich durch gute Lesbarkeit und Anschaulichkeit sowie der Berücksichtigung einer immensen Forschungsliteratur aus. Die Lektüre des Buches ist lohnenswert für alle Lehrkräfte der Fächer Geschichte, Politik und Ethik, die sich in ihrem Unterricht problemorientiert mit der Struktur von Kriegen auseinandersetzen möchten.
Fazit: Wer sich fundiert mit der Soziologie von Kriegen beschäftigen möchte, der bzw. dem kann Michael Manns hervorragendes Buch „Über Kriege“ nur zur Lektüre empfohlen werden.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Michael Mann
Über Kriege
Originalausgabe: On Wars, Yale University Press
Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff / Michael Bischoff / Laura Su Bischoff
720 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-86854-383-4
Erschienen im Mai 2024
Zum Buch
Warum werden Kriege geführt? Was ist ausschlaggebend für die Entscheidung zum Krieg? Michael Mann erzählt die Geschichte des Krieges vom antiken Rom bis zum Überfall auf die Ukraine, vom kaiserlichen China bis zu Auseinandersetzungen im Nahen Osten, von Japan und Europa bis zur postkolonialen Geschichte Lateinamerikas und zu den Kriegen der Vereinigten Staaten.
Obwohl sich die Waffen und die Organisation des Krieges im Laufe der Zeit enorm gewandelt haben, hat sich der Charakter der Entscheidungsprozesse kaum verändert. Fast immer wurde und wird der finale Entschluss von sehr kleinen Gruppen von Machthabern getroffen, manchmal nur von einer Person. Charaktere, Emotionen und Ideologien sind ausschlaggebend. Doch auch Status, Ehre und Ruhm spielen nach wie vor eine große Rolle. Die meisten Herrscher, die Kriege beginnen, verlieren sie, und in historischer Perspektive ist die große Mehrheit der Staaten aufgrund von Kriegen untergegangen.
Durch die meisterhafte Verbindung ideologischer, wirtschaftlicher, politischer und militärischer Analysen eröffnet der preisgekrönte Soziologe Michael Mann neue Perspektiven auf die Geschichte und Gegenwart von Kriegen.
Über Michael Mann
Michael Mann ist Professor em. für Soziologie an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA). Er ist Mitglied der American und Fellow der British Academy und hat als Gastprofessor an verschiedenen Universitäten und Institutionen weltweit gelehrt.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 7
EINS
Militärmacht und Krieg 9
ZWEI
Ist Krieg etwas Universelles? 27
DREI
Theorien zu Kriegsgründen 45
VIER
Die Römische Republik 73
FÜNF
Das alte China 119
SECHS
Das kaiserliche China 145
SIEBEN
Das mittelalterliche und das moderne Japan 193
ACHT
Eintausendjahre Europa 239
NEUN
Siebenhundert Jahre Süd-und Mittelamerika 297
ZEHN
Werden Kriege weniger? 361
ELF
Angst und Schrecken auf dem Schlachtfeld I:
Von der Antike bis zum Amerikanischen Bürgerkrieg 415
ZWÖLF
Angst und Schrecken auf dem Schlachtfeld II:
Die Weltkriege 449
DREIZEHN
Angst und Schrecken aufdem Schlachtfeld III:
Kommunistische Kriege 501
VIERZEHN
Jüngere Kriege in muslimischen Ländern 545
FÜNFZEHN
Mögliche Zukunft 609
Schlussbetrachtung 629
Literaturverzeichnis 673
Personenregister 710