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Reimmichls Volkskalender 2006  Die hl. drei Kinig mit ihmenen Stearn,
sie essen u. trinken u. zahlen nitt gearn.
Reimmichls Volkskalender 2006


Die hl. drei Kinig mit ihmenen Stearn,

sie essen u. trinken u. zahlen nitt gearn.

Paul Muigg (Hrsg.)

Tyrolia
EAN: 9783702226503 (ISBN: 3-7022-2650-8)
256 Seiten, kartoniert, 17 x 24cm, August, 2005

EUR 8,90
alle Angaben ohne Gewähr

Rezension
Der "Reimmichlkalender" erscheint für 2006 bereits zum 85. Mal (siehe auch Ausgaben 2004 und 2005) und erfreut sich nicht nur in Österreich einer großen Beliebtheit. Er wurde von dem Priester Sebastian Rieger (+1953), dem "Reimmichl", ins Leben gerufen und befasst sich in Berichten, Geschichten und Biographien mit dem Lebensraum Tirol, den Menschen und ihren Bräuchen.

Das altbewährte Kalendarium wurde in der diesjährigen Ausgabe um das Doppelte erweitert. Es umfasst nun die interessante Rubrik "Der alte und neue Kalender", in der Herkunft und Bedeutung von Tagen wie "Unsinnigem Donnerstag", "Herz-Jesu-Sonntag" oder "Maria Schnee" ausführlich erklärt werden. Auch die Themenbereiche Sonne, Mond und Gartenarbeit wurden vorteilhaft vergrößert.
Die Artikel selbst beschäftigen sich diesmal vor allem mit der Vergangenheit: Behandelt werden u.a. der 2. Weltkrieg ("An Kriegsfronten"), der ungarische Flüchtlingsstrom 1956 ("Die Brücke von Andau"), die Lebensgeschichte eines Tiroler Missionars ("Andreas Zangerl liebte die Menschen") und die Heuschreckenplagen im 14.Jh.. Besonders lesenswert sind meines Erachtens die Gedanken der Bergbäuerin Rosi Lechleitner und ein exzellent recherchierter Bericht über die Entstehungsgeschichte von Familiennamen. Wie jedes Jahr ist neben mehreren Kurzgeschichten auch ein großer Roman enthalten, diesmal "Die Glocken von Hochwald".

Der Herausgeber Paul Muigg, der sich selbst als "Kalendermann" bezeichnet, versteht sein Werk als Bindeglied zwischen alter Heimat und der schnelllebigen Zeit. Dem Schüler können durch das aufwändig gestaltete Kalendarium mit Bauernregeln, Himmelserscheinungen und Heiligengedenktagen die leider in vielen Regionen in Vergessenheit geratenen Sitten und Gebräuche bäuerlicher Lebensweise vermittelt und nahegebracht werden. Die oft besinnlichen, trotzdem aber nicht allzu ernsten Beiträge lassen den Leser behutsam in das Thema der Heimat- und Volkskunde eintauchen.

Bernhard Eglmeier für "lehrerbibliothek.de"
Verlagsinfo
Das bewährte Hausbuch - jetzt mit noch umfangreicherem Kalendarium

Für den 85. Jahrgang dieses Longsellers wurde das Kalendarium auf den doppelten Umfang erweitert. Was ist neu? Die Angaben über Sonnenscheindauer und Mondlauf wurden erweitert; dazu kommen Erläuterungen zur Herkunft einzelner Tage und ihrer Bedeutung einst und jetzt, und schließlich wurde die bisherige Spalte "Tierkreiszeichen und Gartenarbeit" umgebaut zu einem praktischen Gartenkalender für die Gartenmonate März bis Oktober unter Berücksichtigung des Mondlaufs.

In den Beiträgen spiegelt sich natürlich unsere Zeit wider:
- Wie er das Kriegsende 1945 und den 15. Mai 1955 erlebte, daran erinnert sich ein Tiroler Zeitzeuge. Ebenfalls an die Kriegsjahre, die er als Neunzehn- und Zwanzigjähriger an der Front erlebte, denkt ein Zillertaler Unternehmer zurück.
- Auch Tirol wurde immer wieder von Heuschreckenplagen überfallen, wie ein Beitrag zeigt.
- Vor 50 Jahren wurde ein kleines, ärmliches burgenländisches Dorf am Ende der Welt zum Inbegriff für Solidarität und Hilfsbereitschaft: Dazu der Beitrag "Die Brücke von Andau".
- Vorurteile gründen auf Unkenntnis und oberflächliche Betrachtung. Ein österreichischer Lehrer in der Türkei zitiert aus Klassenarbeiten zu diesem Thema.
- Warum Bergbauern trotz schwierigster Bedingungen auf ihren Höfen ausharren, schildert eine Bergbäuerin auf eindrucksvolle Weise.
- Er wurde geliebt und verehrt und lebt in der Erinnerung vieler weiter: Kooperator Josef Lambichler aus Hall, der vor 50 Jahren starb.
- Die Wattener Lizum ist einmalig: Bauern, Bergwanderer und Soldaten leben in diesem eindrucksvollem, weiten Bergkessel in friedlicher Koexistenz beisammen.
- Vor rund 700 Jahren schlug die Geburtsstunde unserer Familiennamen.

Diese und weitere Beiträge werden wieder durch Kurzgeschichten aufgelockert, wobei diesmal heitere Erzählungen aus dem Leben bekannter Tiroler im Vordergrund stehen. Den Abschluss bildet wie immer der große Reimmichl-Roman: Heuer sind es "Die Glocken von Hochwald".
Inhaltsverzeichnis
Kalendarium / 1-52
Gartentipp / 13,17,21,25,29,33,37,41

Grüß Gott! / 53
1945, 1955 - und die Lehren daraus? (DI Winfried Hofinger) / 56
Der Spitalsbesuch (Kurzgeschichte von HR Dr. Wolfgang Girardi) / 61
An Kriegsfronten (Franz Binder sen.) / 62
Der echte Tiroler Trientiner (Kurzgeschichte von HR Dr. Wolfgang Girardi) / 70
Bitte eines älter werdenden Menschen / 72
Die Brücke von Andau (Mag. Rosina Baumgartner) / 74
Der Scheck (Kurzgeschichte von HR Dr. Wolfgang Girardi) / 79
Es ist schwerer, Vorurteile zu zertrümmern als Atome (OStR. Mag. Erwin Holzer) / 81
Armut verändert den Menschen (Mag. Gabriele Neuwirth) / 85
Heimat (Rosa Lechleitner) / 90
Der Herr Chauffeur (Kurzgeschichte von HR Dr. Wolfgang Girardi) / 96
Geliebt und verehrt - Vor 50 Jahren starb Kooperator Josef Lambichler (Silvia Albrich) / 98
Durch das Feuer bin ich geflossen (Barbara & Dr. Gerd Auer) / 104
Andreas Zangerl liebte die Menschen (Mag. Dr. Hans Hofer) / 109
Der Herr "Graf" (Kurzgeschichte von HR Dr. Wolfgang Girardi) / 114
Der Freskant Matthäus Gündter in Tirol (Prof. Dr. Hans Pörnbacher) / 116
Die Wattener Lizum - ein stilles Land (Gerald Aichner) / 121
Familiennamen: Von Andergassen bis Zwicknagel (Mag. Andrea Grötschnig) / 127
Ins Gai gegangen (Kurzgeschichte von HR Dr. Wolfgang Girardi) / 131
Auf Heuschreckenschwärme folgt Hunger (Dr. Georg Jäger) / 133
Reimmichl in Wien (Mag. Gabriele Neuwirth) / 137
Damals am Schulweg (Erinnerungen, gesammelt von Hannelore Grubhofer) / 141

Produktwerbungen / 138-148

Reimmichl, Die Glocken von Hochwald (Der große Reimmichlroman) / 149