|
|
|
|
Rechstruck im Klassenzimmer
Wie neurechte Ideologien die Schule durchsetzen und unsere Kinder bedrohen
Laura Nickel, Max Teske
Wilhelm Heyne Verlag
EAN: 9783453607385 (ISBN: 3-453-60738-4)
224 Seiten, paperback, 14 x 21cm, März, 2026
EUR 16,00 alle Angaben ohne Gewähr
|
|
Umschlagtext
Der Rechtsruck in der Gesellschaft hat die Pausenhöfe erreicht
Rechtsradikale Parolen, Hass gegen Minderheiten, Holocaust-Leugnung - so erlebten die Lehrkräfte Laura Nickel und Max Teske den Alltag an ihrer Schule. Entsetzt veröffentlichten sie einen Brandbrief, der die "Mauer des Schweigens" und fehlende Unterstützung durch Politik und Behörden anprangert. Die Reaktionen: Solidarität, aber auch massive Anfeindungen.
Ihre Geschichte und die eindrücklichen Berichte von anderen Schulen und Betroffenen zeigen, wie sehr Kinder in der Schule inzwischen der Gefahr rechtsradikaler Ideologisierung und Bedrohung aufgrund ihrer Herkunft, Sexualität oder politischen Meinung ausgesetzt sind.
Ein aufrüttelndes Zeugnis zunehmender Radikalisierung von Schülern in ganz Deutschland und ein eindringlicher Aufruf, für eine demokratische Zukunft unserer Kinder aktiv zu werden.
Rezension
Zweifelsfrei macht der Rechtsextremismus ebenso wenig wie andersgeartete extreme Bewegungen, Halt vor den Türen unserer Schule. Laura Nickel und Max Teske haben als Lehrer einer Schule in Brandenburg einschlägige Erfahrungen mit anwachsender Radikalisierung im rechten Spektrum sammeln müssen. Versuche, die Angelegenheiten schulintern zu klären, schlugen fehl.
Sie entschlossen sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie schrieben einen Brandbrief, in dem die Missstände offen angesprochen wurden. Damit gelangten sie in die Öffentlichkeit und erfuhren Zuspruch, aber -wie nicht anders zu erwarten- auch scharfe Kritik (um es vorsichtig auszudrücken).
Die beiden Autoren schildern authentisch ihre Erfahrungen im Schulalltag einer Oberschule im Spreewald. Sie erklären, was ihnen tagtäglich begegnete, sie beschreiben die zunehmende Schärfe der Entwicklung.
Sie hinterfragen die eigenen Handlungsmöglichkeiten, das Verhalten verschiedener externer Gruppen (Eltern, Kollegium, Politik, Schulaufsicht und Anhänger politischer Strömungen) und zeigen auf, welche Konsequenzen "Nicht-Handeln" bzw. Wegsehen oder Relativieren haben kann.
Es geht dabei auch um die Rolle sozialer Medien und eine zunehmende Normalisierung rechter Ideologien.
Abschließend plädieren Sie für eine klare demokratische Haltung ohne Wenn und Aber und geben einen Leitfaden für entsprechende Anlaufstationen und Handlungsmöglichkeiten für erforderliche Interventionen.
Fazit
Da beide Autoren aus Erfahrung berichten, besitzt das vorliegende, gut lesbare Buch eine hohe Authentizität. Unschwer erkennbar ist, wie ernst es Laura Nickel und Max Teske mit ihrem Aufruf Pro-Demokratie ist. Das ist nicht nur begrüßenswert, sondern zudem erforderlich!
Dennoch handelt es sich um einen Erfahrungsbericht. Ein 1:1 Transfer auf die gesamte Schullandschaft der Bundesrepublik ist in dieser Form unrealistisch. Es handelt sich aus meiner Sicht um einen klaren politischen Appell, der seine Berechtigung hat und alle handelnden Personen zurecht zur Wachsamkeit mahnt. Um eine tiefgehende Analyse handelt es sich allerdings nicht.
Das Buch ist empfehlenswert. Insbesondere für Lehrkräfte und Eltern sowie alle, die sich mit Demokratiebildung befassen. Zweifelsfrei ein engagierter Debattenbeitrag - überzeugend in seiner klaren Haltung, weniger in der Analyse und in seiner Übertragbarkeit.
Dietmar Langusch, Lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Ein Brandbrief gegen die Mauer des Schweigens
Rassismus, Hetze, Gewalt gegen »linke Zecken«, Homosexuelle und Migranten, offene Holocaust-Leugnung – so erlebten die Lehrkräfte Laura Nickel und Max Teske den Alltag an ihrer Schule. Entsetzt und zum Handeln entschlossen veröffentlichten sie einen Brandbrief, in dem sie »eine Mauer des Schweigens« anprangerten sowie die fehlende Unterstützung für Schulen durch Ämter, Politik und Eltern. Nach der Veröffentlichung erlebten die beiden Solidarität und Lob, aber auch heftige Anfeindungen. Ihre Geschichte, ihre Erfahrungen und die eindrücklichen Berichte von anderen Lehrern und Schülern zeigen, wie sehr Kinder in der Schule inzwischen der Gefahr rechtsradikaler Ideologisierung und Bedrohungen aufgrund ihrer Herkunft, Sexualität oder ihrer politischen Meinung ausgesetzt sind. Ein immer noch unterschätztes, brandaktuelles Problem, das Schulen in ganz Deutschland betrifft. Dieses Buch rüttelt auf und ermutigt zugleich, aktiv zu werden und die Lebenswelt für unsere Kinder so zu gestalten, dass sie auch zukünftig Demokratie leben können.
Laura Nickel hat seit über 10 Jahren als Lehrkraft in verschiedenen Schulformen Erfahrungen gesammelt und arbeitet seit 2024 als Schulleiterin an einer Grundschule. Gemeinsam mit Max Teske veröffentlichte sie im Frühjahr 2023 einen Brandbrief über rechtsextreme Zustände an ihrer Schule in Brandenburg, der bundesweit Schlagzeilen machte. Beide wurden einerseits vom Bundespräsidenten dafür eingeladen und andererseits als Nestbeschmutzer beschimpft. Mit anderen Engagierten aus der Region gründeten sie das Bündnis »Schule für mehr Demokratie«.
Laura Nickel und Max Teske veröffentlichten im Frühjahr 2023 einen Brandbrief über rechtsextreme Zustände an ihrer Schule in Brandenburg, der bundesweit Schlagzeilen machte. Sie wurden einerseits vom Bundespräsidenten dafür eingeladen und andererseits als Nestbeschmutzer beschimpft. Beide gründeten das Bündnis »Schule für mehr Demokratie«.
Inhaltsverzeichnis
VORWORT:
In welche Schulen sollen unsere Kinder gehen?
In welchem Land wollen wir leben? 9
KAPITEL 1
Bis hierhin und nicht weiter – Brandbrief für die Demokratie 17
KAPITEL 2
Unsere Schulen rücken nach rechts 27
KAPITEL 3
Demokratie braucht Sichtbarkeit. Gerade wenn es schwer ist 45
KAPITEL 4
Im rechten Fadenkreuz 51
KAPITEL 5
Zwischen Kanzleramt und Klassenzimmer – Wie wehrhaft und handlungsbereit ist unsere Politik? 59
KAPITEL 6
Aufklärer oder Brandbeschleuniger?
Von der gesellschaftlichen und ethischen Verantwortung der Medien 67
KAPITEL 7
Der (rechte) Sog von Social Media – Was Schule und Gesellschaft tun können und müssen 77
KAPITEL 8
Gegen das Vergessen – Junge Stimmen gegen rechts im Netz 91
KAPITEL 9
Rechts ist selbstbewusst – Warum wir als Gesellschaft wachsam sein und klare Kante zeigen müssen 97
KAPITEL 10
»Ich sag dir, wer du bist« – Warum Rechtsextremismus vor allem männlich ist und wie wir Jungs stärken können 115
KAPITEL 11
Demokratie macht Schule, Schule macht Demokratie –
Wie politische Bildung im Unterricht funktionieren kann 127
KAPITEL 12
»Die Würde des Menschen ist unantastbar« –
Im Gespräch mit Christian Müller (CSD) über (rechtsmotivierte) Queerfeindlichkeit an Schulen 151
KAPITEL 13
Was tun bei rechtsextremen Vorfällen – Eine praktische Handlungsempfehlung 167
APITEL 14
Demokratie lebt und verteidigt man gemeinsam. Immer. Und immer wieder aufs Neue. 177
UNSERE VISION:
Demokratische Schulen kann es geben 205
DANKSAGUNG 211
ANMERKUNGEN 221
|
|
|