lehrerbibliothek.deDatenschutzerklärung
Qumran Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum UTB 4681
Qumran
Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum


UTB 4681

Daniel Stökl Ben Ezra

Reihe: Jüdische Studien


UTB , Mohr
EAN: 9783825246815 (ISBN: 3-8252-4681-7)
480 Seiten, paperback, 15 x 22cm, 2016, 23 Abb., 10 Karten

EUR 34,99
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Das antike Judentum in zeitgenössischen Texten

Kaum eine archäologische Entdeckung hat unser Verständnis des antiken Judentums und der Entstehung der Hebräischen Bibel so revolutioniert wie die Rollen vom Toten Meer. Wer waren die Besitzer der Schriftrollen, wie lebten und dachten sie?

Daniel Stökl Ben Ezra diskutiert in diesem Lehrbuch auf anschauliche Weise die wichtigsten Theorien zu den Qumranrollen in ihrem archäologischen Kontext.

Dr. Daniel Stökl Ben Ezra, geboren 1970; Studium der Religionswissenschaften, Judaistik und Theologie; 2002 Promotion; 2011 Habilitation; derzeit Forschungsprofessor an der École pratique des hautes études in Paris auf dem Lehrstuhl für Sprache, Literatur, Paläographie und Epigraphie des Hebräischen und Aramäischen vom vierten Jahrhundert v. Chr. bis zum vierten Jahrhundert n. Chr.
Rezension
Über die spektakulären Schriftrollen-Funde von Qumran aus dem Jahr 1947 bietet dieser Band aus der Reihe "Jüdische Studien" die wichtigsten Theorien in ihrem archäologischen Kontext: Textfunde (Entdeckung, Erforschung und Edition) und Erörterung historischer Fragen (archäologische Befunde). Die sensationellen, mehr als 2000 Jahre alten Textfunde von Qumran am Toten Meer vor mehr als 50 Jahren werden seit Jahrzehnten wissenschaftlich erforscht und transparent gemacht – von Geheimwissen, wie in vielen unseriösen Veröffentlichungen u Qumran behauptet, keine Spur! Zu den ersten und bekanntesten Funden in den Höhlen von Qumran gehört eine über sieben Meter lange, ausgezeichnet erhaltene Schriftrolle, auf der um 100 v. Chr. das umfangreiche Prophetenbuch Jesaja geschrieben wurde (1 Qlsa). Die am besten erhaltenen und wichtigsten Texte der sensationellen Qumranfunde liegen seit 1960 in deutscher Übersetzung vor, ergänzt um die 1977 publizierte »Tempelrolle«. Dieser Band vermittelt Bedeutung und Inhalt dieser Reste von ursprünglich etwa 800 Schriftrollen, die als einzige Originaltexte aus der Zeit zwischen ca 150 v. Chr. und 70 n. Chr. erhalten geblieben sind.

Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Die Reihe 'Jüdische Studien' vereinigt Einzelbände zu zentralen Themenfeldern des Fachs. Dabei soll möglichst dessen ganze Breite abgebildet werden. Das beinhaltet zum einen Monographien zur antiken und mittelalterlichen Textkultur (so zum hellenistischen Judentum, zu Qumran, Talmud, Midrasch und zur Bibelexegese) und zu den unterschiedlichen Epochen der jüdischen Geschichte. Zum anderen erscheinen Bände zu kulturhistorischen Themen wie jüdische Kunst, Philosophie und Literatur und nicht zuletzt auch zu spezifischen Themenbereichen der neuesten Zeit wie Zionismus und Holocaust Studies.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort VII
Transkriptionsregeln XIII

Teil 1: Historische und philologische Einleitung 1

1. Die Bedeutung der Qumranrollen und ihre Entdeckungs- und Forschungsgeschichte 3

1.1. Die Bedeutung der Funde von Qumran 3
1.2. Die Entdeckung 1946/1947 8
1.3. Schriftrollenfunde am Toten Meer vor 1947 12
1.4. Weitere Entdeckungen der ersten Jahre (1949 – 1952) 15
1.5. Die „Scrollery“ (1952 – 1960) 17
1.6. Der akademische Skandal par excellence (1960 – 1990) 20
1.7. Die Veröffentlichung (1990 – 2010) 22

2. Wie liest man ein Fragment? Anatomie der ältesten jüdischen Bücher 27

2.1. Buchform und Layout (Kodikologie) 29
2.2. Vom Fragment zur Transkription 35
2.3. Schrift (Paläographie) 37

3. Vom Fragment zur Rolle: Konstruktion, Editionen und Hilfsmittel 47

3.1. Vom Fragment zu Fragmentengruppen 48
3.2. Von der Fragmentengruppe zur Reihenfolge 53
3.3. Abkürzungssystem 55
3.4. Alte Fotos und neue Bildtechniken 58
3.5. Editionen und Hilfsmittel 61
4. Kurze Geschichte Judäas in hellenistisch-römischer Zeit 65
5. Religiöse Bewegungen in Judäa 73

Teil 2: Steine, Rollen, Krüge: Archäologie der Texte von Qumran und ihrer Umgebung 87

6. Grundzüge der Archäologie und Aufteilung in Siedlungsphasen 89

6.1. Wie funktioniert eine Ausgrabung? 90
6.2. Chronologie der Siedlungsphasen von Khirbet Qumran 95

7. Leben in und um Qumran: Gebäude und Objekte 105

7.1. Die wichtigsten Gebäude und Objekte 105
7.2. Friedhöfe 117
7.3. Im Keller: Höhlen im Mergelplateau 120
7.4. Schriftrollenhöhlen im Kliff bei Qumran 124
7.5. Höhlen ohne Schriftrollen im Kliff 125
7.6. Ein Feshkha 127
7.7. Wege und Pfade um Qumran 128
7.8. Exkurs: Die anderen Handschriftenfunde am Toten Meer 129

8. Festung, Villa, Töpferei? Qumran im Kontext 133

Exkurs: Das sogenannte Jachad-Ostrakon 146

9. In und out: Überblick über die Schriftrollen, Autorgruppen, Besitzer und Gegner 149

9.1. War Qumran eine Geniza? 150
9.2. Qumran als Bibliothek? Ein Überblick über die Schriftrollenbestände 151
9.3. Drei Ausreißer? 163

Teil 3: Die Geburt der ältesten Buchreligion: Die Rollen von Qumran und die Hebräische Bibel 171

10. Kanon und Kreativität: Konturen der „Bibel“ und „parabiblischer“ Literatur im Zweiten Tempel 173

10.1. Kanon und Heilige Schriften 174
10.2. Die traditionellen Bibeln 175
10.3. Frühe Zeugnisse zur Kanonsgeschichte 180
10.4. Konturen Heiliger Schriften in Qumran 182

11. Kopie, Korrektur, Kreativität: Textkritik und Redaktionskritik „biblischer“ und nicht-biblischer Bücher 189

11.1. Textunterschiede und Textkritik 191
11.2. Textunterschiede und Redaktionskritik 203
11.3. Reworked Pentateuch oder Pentateuch? 208
11.4. Textkritik und nicht-biblische Schriftrollen 210

12. Gottes Wort verstehen: Auslegungstechniken und -themen 213

12.1. Rewritten Scripture 216
12.2. Spin-Offs, Sequels, Prequels 223
12.3. Quellen biblischer Bücher? 227
12.4. Pescharim und andere Kommentare 228
12.5. Hilfsschriften 233
12.6. Übersetzungen 234

Teil 4: Der Jachad: Quellen, Organisation und Religion der Bibliotheksbesitzer 237

13. Die Quellen des Jachad 239

13.1. Die Damaskusschrift (D) (Zadokidisches Werk) 239
13.2. Die Gemeinschaftsregel (S) und verwandte Texte (Sa und Sb) 243
13.3. Hymnenrolle (H) 249
13.4. Milchama-Texte (M) 252
13.5. Andere Texte: Berakhot, Pescharim, Flor, Test, 11Q13 254

14. Jachad und Neuer Bund: Organisationsformen 255

15. „Pflanze der Gerechtigkeit“: Ursprung, Geschichte und Protagonisten 265

16. „Das Gute und Rechte vor Dir tun“: Rituale des Jachad 283

16.1. Riten des Lebenszyklus: Kindheit, Beitritt und Bestattung 284
16.2. Kalender, Fest- und Wochentagsliturgien 288
16.3. Tagzeitenliturgie: Morgen- und Abendgebet, Gemeinschaftsmahl und ewiges Studium 294
16.4. Gebet vs. Opfer 299
16.5. Reinheit 300

17. „Einen Mann im Herzen erleuchten“: Zur Ideologie des Jachad 303

17.1. Gott, Engel, Mensch 304
17.2. Dualismus 307
17.3. Doppelte Prädestination 312
17.4. Mysterium, Esoterik, Geheimlehren und Schriftauslegung 314
17.5. Präsente Eschatologie, Auferstehung 314

Teil 5: Schlüsselloch Qumran: Neue Einblicke ins antike Judentum 317

18. „Das Ende der Tage“: Eschatologie, Apokalyptik und Messianismus – Qumran und das christliche Judentum 319

19. „Das Verborgene erkennen“: Weisheit, Wissenschaft und Magie 339

20. „So lasst unsre Lippen Stiere opfern“: Liturgie, Gebet, Mystik 351

20.1. Gebete: Qumran und das synagogale Gebet 353
20.2. Mystik: Qumran und die Hekhalotliteratur 370

21. „Gottes Willen ordnen“: Tora und Halakha – Qumran und das Rabbinische Judentum 377

Abbildungsverzeichnis 393

Allgemeine Bibliographie 395
1. Übergreifende Internet-Datenbanken und digitale Handschrifteneditionen 395
2. Datenbanken auf CD-Rom 395
3. Kataloge 396
4. Textausgaben 396
5. Archäologie 399
6. Hilfsmittel 400
7. Moderne Einleitungen 402
8. Auswahl zentraler Konferenzbände außerhalb von STDJ 404

Anhang 405
1. Karten und Pläne 407
2. Zeittafel 419
3. Glossar 425

Quellenverzeichnis 437
Personenregister 449
Sachregister 455
Archäologische Loci 462