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Niemands Töchter Roman
Niemands Töchter
Roman




Judith Hoersch

Piper Verlag GmbH
EAN: 9783492073691 (ISBN: 3-492-07369-7)
384 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 21cm, 2026

EUR 24,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Über das Schweigen, das uns prägt – und die Wahrheit, die uns befreit



Alma ist Niemands Tochter. Sie wächst in den Achtzigerjahren in der Eifel auf, doch das kluge und neugierige Mädchen fühlt sich fremd in seiner Familie. Denn um seine Herkunft wird geschwiegen.

Zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort vermisst noch eine Frau ihre Mutter schmerzlich – Isabell, die 2019 in Berlin lebt. Diese Leerstelle hat ihre Vergangenheit geprägt, und beeinflusst noch immer ihre Gegenwart, ihr Fühlen und Denken und ihr eigenes Familienleben.

Als sich Almas und Isabells Wege auf schicksalshafte Weise kreuzen, entfaltet sich zwischen Polaroids und verlorenen Träumen eine Geschichte, die die beiden Frauen über Generationen hinweg verbindet.

Ihr Leben lang waren Niemands Töchter auf der Suche nach ihrem Platz im Leben, und gemeinsam finden sie ihn, wo sie ihn am wenigsten erwartet haben. Ein berührender Roman über das, was wir verlieren, das, was bleibt – und die Kraft, die man daraus schöpft, das eigene Glück zu suchen.
Rezension
Manche Wunden werden nicht zugefügt. Sie entstehen durch das, was nie gesagt wurde. Judith Hoersch weiß das, und sie baut ihren Roman genau auf dieser stillen Gewalt auf. Alma wächst in den Achtzigern in der Eifel auf. Sie ist klug und neugierig und spürbar fehl am Platz. Um ihre Herkunft wird geschwiegen, und dieses Schweigen formt sie mehr als jedes ausgesprochene Wort. Jahrzehnte später, 2019 in Berlin, trägt Isabell eine ähnliche Leerstelle in sich: die Abwesenheit einer Mutter, die alles überschattet. Zwei Frauen, zwei Zeiten, eine geteilte Erfahrung von Entwurzelung. Hoersch erzählt diese Geschichte mit viel Gefühl für Stimmung und Detail. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen funktioniert gut und erzeugt eine angenehme Spannung ohne Konstruiertheit. Was den Roman trägt, ist die emotionale Ehrlichkeit. Hier wird nicht melodramatisch überhöht, sondern leise und präzise erzählt, wie Identität entsteht. Und wie brüchig sie sein kann, wenn das Fundament fehlt. Wer sich auf das ruhige Erzähltempo einlässt, findet einen Roman, der nachklingt: über das, was wir verlieren, was bleibt und woher wir die Kraft nehmen, trotzdem weiterzugehen.

Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Judith Hoerschs Debut erforscht zeitlose Fragen, wie Identität, die Suche nach der eigenen Herkunft und den Einfluss von Familienwunden.