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Kein zweiter Gott
Jesus und das Ende des kirchlichen Dogmas
H.M. Kuitert
Patmos
EAN: 9783491770522 (ISBN: 3-491-77052-1)
343 Seiten, hardcover, 14 x 21cm, Januar, 2004
EUR 24,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Was man aus Jesus gemacht hat, angefangen von seinen ersten Anhängern bis heute - das ist das Thema des Buches. Es handelt von Jesus, von Jesus als dem Gottmenschen der klassischen kirchlichen Lehre wie auch vorn Jesus freier Deutungen heute. Beide lehne ich ab, aus verschiedenen Gründen zwar, aber von ein und demselben Gesichtspunkt aus; Keine Deutung Jesu darf von Jesus von Nazaret absehen. Was ist eine Christologie ohne ihn? Christusgestalten, die sich im Blick auf Jesus als Phantasieerzeugnisse entpuppen, sind nicht akzeptabel. Ihn als einen zweiten Gott anzupreisen, das ist ebenso wenig hinzunehmen, denn als solchen hat er sich selbst nie ausgegeben. Jesus kann nicht die Leerstelle Gottes in unserer Kultur ausfüllen. Als Werkzeug Gottes steht und fallt er mit Gott.
H.M. Kuitert
H.M. KUITERT geboren 1924, war bis zu seiner Emeritierung Professor für Ethik und Dogmatik an der Freien Universität in Amsterdam. Von ihm erschienen in den Niederlanden zahlreiche Bücher, die sich mit dem christlichen Glauben in der heutigen Zeit beschäftigen und allesamt große Resonanz und Verbreitung gefunden haben.
Rezension
Eine dogmatisch festgefahrene Christologie aufzubrechen und in eine aufgeklärte Analyse vom Leben und Wirken des Jesus von Nazareth einzführen ist das erklärte Ziel dieser sehr persönlich gehaltenen aber dennoch fundierten Suche nach einem tragfähigen Jesusbild für unsere Zeit.
Kuitert hält mit seiner kirtischen Auseinandersetzung mit den kirchlichen Hierarchien nicht hinterm Berg (was manchen Leser irritieren mag), leistet aber gleichzeitig eine großartige Zusammenschau von Argumenten und Aspekten, die die eigene Meinungsbildung befruchten und vorantreiben kann.
Eine sehr persönlich gehaltene Kulturgeschichte der Jesus-Rezeption.
Christoph Ranzinger, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Notwendige Orientierung in der zentralen Frage des Christentums
• Die kirchliche Christologie hat ihre Zeit gehabt
• Die Christusgestalt muss neu bewertet werden
• Ein erfolgreiches, viel diskutiertes Buch aus den Niederlanden
Jahrhunderte lang war die kirchliche Lehre über Jesus unantastbar: Jesus Christus ist Gott von Gott, wahrer Gott und wahrer Mensch. Diese Einheit des Jesusbildes ist auch innerhalb der Kirchen verloren gegangen, die Mehrheit der Gläubigen orientierungslos. Die kirchliche Christologie, die klassische Lehre von den zwei Naturen, hat ihre Zeit gehabt. Die Vergoldung, mit der die Kirche Jesus überzogen hat, stammt nicht aus der Ewigkeit - Menschen aus einer bestimmten Zeit und Kultur haben ihn als Gott-auf-Erden gesehen. Ist das Christentum somit erschöpft, fächert sich die kirchliche Christologie nun in alle Richtungen auf? Neben die kritische Beurteilung "wilder" Christologien setzt Kuitert die Kritik des kirchlichen Christus. Von daher kommt er zu einer Überprüfung verbreiteter Jesusfrömmigkeit ebenso wie zur Frage nach dem Vermächtnis des kirchlichen Christus.
Aus dem Niederländischen übersetzt von Klaus Blömer.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
Vorwort 11
Einleitung
Das Ende des kirchlichen Christus
1. Eine Kultur verschwindet 15
2. Jesus Christus im Zerfallsprozess 16
3. Ist die christliche Lehre am Ende? 18
4. Ein Eingriff in die Lehre. Ist das nötig? 19
5. Jesus als Vermächtnis des Christentums 20
6. Eine Lesehiife. Über die Absicht 21
7. Keine Theologie. Die Leser 23
I Einen Stein ins Wasser werfen
1. Nicht geschehen, wie beschrieben
1. Die Evangelisten begingen einen Betrug. Reimarus 26
2. Der Streit um das wirklich geschehen< entbrennt 27
3. Geschehnisse verlangen nach historischer Forschung 29
4. Heilsgeschichte und gewöhnliche Geschichte 31
5. Der Treibsand der Geschichte. Lessing 32
6. Vom historischen zum selig machenden Glauben.
Die Orthodoxie 33
7. Historischer Glaube und die Person Jesu 35
8. Jesus als Illustration / Demonstration der Liebe Gottes 36
9. Gleichzeitig mit Jesus. Kierkegaard 38
10. >Die Religion Christi< 41
2. Wer war Jesus wirklich?
Albert Schweitzer und die historisch-kritische Forschung
1. Lassen die Evangelien uns den wahren Jesus sehen? 43
2. Die historisch-kritische Forschung 44
3. Albert Schweitzer 46
4. Apokalyptisch oder nicht? Der Menschensohn 48
5. Ein Wirrwarr. Manöver mit der Apokalyptik 49
6. Die Lektion von Albert Schweitzer 51
7. Schweitzer selbst 54
8. Neue Forschung / >New Quest< 56
9. Qumran und Nag Hammadi. Eine Sturzflut von Daten 57
10. Der gnostische Jesus. Robert Funk und >New Age< 60
3. Der mythische Christus. Von Strauss bis Bultmann
1. David Friedrich Strauss und der mythische Christus 63
2. Der mythische Christus bedarf keines historischen Jesu 65
3. >Gott auf Erden<. Jesus als Gott-in-unserer-Mitte 66
4. Das Evangelium des verkündigenden Jesus 68
5. Der verkündigte Christus.
Die Evangelien als Gemeindetheologie 70
6. Kontinuität oder Diskontinuität zwischen dem historischen Jesus und dem verkündigten Christus 71
7. Bultmann. Gemeindetheologie und Kerygma 73
8. Barth und Bultmann. Gefährten und Antipoden 76
4. Die Evangelien. Jesus in der Glaubensbotschaft
1. Keine Texte von, wohl aber über Jesus 78
2. Vier theologische Traktate 80
3. Evangelisten als Redakteure 82
4. Lies erst mal, was da steht 84
5. Echte Jesusworte 86
6. Der Zerschneidung des Textes ausweichen? 89
II Von Bedeutung zu >von Bedeutung<
5. Verstehst du auch, was du liest?
1. >Verstehen< als Rückfahrkarte in die Vergangenheit 94
2. >Heute, wenn du seine Stimme hörst<. Bultmann und
das >Verstehen< 95
3. Ebeling. Das Wort und die Worte 97
4. Bedeutung 99
5. Hermeneutik als die Kunst des Interpretierens 101
6. Wie wird Jesus >von Bedeutung >Sache< und Text 104
7. >Verstehst du, was du liest?< = wird Jesus >von Bedeutung 106
6. Text und Auslegung. Der literarische Christus
1. Sprache als >zur Sprache bringen< 108
2. Text als Textil 110
3. Ein Text ist ein Waisenkind 112
4. Der Leser nimmt Rache 114
5. Das Gewicht des Textes 115
6. Matthäus ist mehr als ein literarischer Text 117
7. Der literarische Christus. Ist das Wort Text geworden? 119
8. Abstrakte oder figurative Christologie 120
7. »Komm heut Abend und erzähl«
1. Die Kraft der Erzählung 122
2. Unterschiedliche Arten von Erzählungen 123
3. Wahr, aber nicht in Wahrheit geschehen. Beispiele 124
4. Wahr, aber nicht in Wahrheit geschehen. Die Urerzählungen . . 126
5. Wahr und in Wahrheit geschehen? Die Evangelien 128
6. >In Wahrheit geschehen als Bedeutsamkeit. Die Wunder 129
7. Erzählung als Sinn gebender Mythos 131
8. Literarische Fiktion kann die Historie nicht ersetzen 133
8. Christologie als Rezeptionsgeschichte
1. Geschichte der neutestamentlichen Gottesoffenbarung? 135
2. Wie sah Jesus sich selbst? 136
3. Der Christus der Schriften 139
4. Der kirchliche Christus 140
5. Bei Chalkedon stehen bleiben? 142
6. Rettungsoperationen 144
7. Religiöse Bedürfnisse 146
8. Der feministische Ansatzpunkt. Ein Testfall 148
9. Wilde Christologien 150
10. Religiöse Autorität als Anliegen 152
11. Rezeptionsgeschichte ist Verarbeitungsgeschichte 153
12. Die Frage nach dem Maßstab 155
III Die >Religion Christh
9. Der Beitrag des historischen Jesus
1. An einem reich beladenen Baum 158
2. Die historische Forschung ist unverzichtbar 159
3. Historische Forschungsergebnisse bilden kein Fundament .... 160
4. Forschung kann nichts verderben. Eine Vorausschau 162
10. Christologie und >Religion Christu
1. Der jüdische Kontext als Ausgangspunkt 165
2. Das Neue Testament bleibt innerhalb der jüdischen Symbolik . 167
3. Doch Identifikation mit Gott? Johannes 168
4. Paulus 170
5. Das Neue des Christentums 172
6. Die Kontroverse 173
7. Thijs Booy und das Volk Gottes 174
8. >Israels Gott auch für Nichtjuden< -
wie Paulus auf diese Idee kommt 176
11. Schuld und Buße. Die Versöhnung
1. Jesus und die Versöhnung als jüdisches Ritual 179
2. Der Sündenbock: Wofür steht er? 180
3. Das Ritual kommt von unten 182
4. Unpassend für Gott? 184
5. Gottes Menschenähnlichkeit als Metapher 186
6. Muss Gott versöhnt werden? 188
7. >Versöhnung< als christliches Ritual 190
8. Das Sühneblut Jesu 192
9. Rechtfertigung: die verchristlichte Form des Spiels 194
10. Er hat seinen eigenen Sohn nicht geschont. Vestdijk und
das Kreuz 195
11. Und es sind die Juden nicht 198
12. Die »Religion Christi< und die christliche Religion
1. Müssen Christen wieder jüdisch werden? 200
2. Altes und Neues Testament 201
3. Ist das Alte Testament überholtes Wissen von Gott? 203
4. Mutterboden und Fundament 205
5. Er verkündete ihnen Jesus 206
6. >Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden.< .. . 208
7. Große Nachricht: ein Glaube ohne ethnische Einschränkungen 210
8. Leben vor Gottes Angesicht. Die christliche Religion als Praxis . 213
IV Was sollen wir tun mit...?
13. Die Zweinaturenlehre überprüfen
1. Wir sagen es selbst 218
2. Der Heiligenschein 219
3. Die Zweinaturenlehre als Heiligenschein 221
4. Die doppelte Sicherheit 222
5. Gott-auf-Erden als doppelte Blickrichtung 224
6. Gott war in Christus/Christus ist in Gott 226
14. Die Jesusfrömmigkeit
1. Kritik verboten? Ernst gemeint und wirklich wahr 229
2. Was ist Frömmigkeit? 230
3. Ein Denkmal für unseren Herrgott 232
4. Klassische Jesusfrömmigkeit.
Der Liederschatz der Kirche in den Jahrhunderten 234
5. Die Jesusfrömmigkeit des Protestantismus 236
6. Jesus als Ikone: Pforte zur anderen Welt 238
7. Das metaphysische Verlangen 240
8. Allgegenwärtig? Ein altes Problem 242
9. Jesus muss mit. Der Teddybär 244
10. Theologisch korrekt? 246
11. Jesus sagen und Gott meinen. Jesus als Metapher 248
15. Das Credo
1. >Umdeuten< 250
2. Das Credo interpretieren 252
3. Die jungfräuliche Geburt 254
4. Das Kreuz 256
5. Auferstanden von den Toten 258
6. Er lebt 259
7. Die Himmelfahrt. Christus König 261
8. Von dort wird er kommen. Das messianische Verlangen 262
9. Zu richten die Lebenden und die Toten 265
16. Die christlichen Feste
1. Heilige Zeiten als Jesusfeste 268
2. Das Weihnachtsfest als Kinderfest für Erwachsene 269
3. Ein tieferer Sinn 271
4. Wie erzähle ich es meinen Kindern?
5. Kinderglaube und Erwachsene 273
6. >Weint nicht über mich<. Karfreitag und Ostern 275
7. Pfingsten 277
V Das Vermächtnis
17. Eine Rahmen-Christologie für den, der Gott im Zentrum belassen will
1. Das dreifache Amt 282
2. Jesus als unser Prophet (1). Begleiter in Leben und Sterben----- 284
3. Jesus als unser Prophet (2). Die Bergpredigt 285
4. Jesus als unser Prophet (3). Der Guru 287
5. Das Priesterliche an Jesus 289
6. Auch unser König? 291
7. Ein Rahmen. Norm und Variation 293
8. >Warum wirst aber du ein Christ genannt?<
Die Nachfolge Christi 295
18. Die Kirche als Vermächtnis Jesu
1. Wollte Jesus die Kirche? 299
2. Jesus von Nazaret und der europäische Jesus 300
3. Säkularisierung und Mangel an Nahrung.
Religiöses >Shoppen< 302
4. Der soziale Wert der Kirche 304
5. Der symbolische Wert. Der Mensch als religiöses Tier 306
6. Die Kirche und die Glaubenstradition 307
7. Kirche und Obrigkeit. Das Kirchenasyl als Testfall 309
8. Die christliche Kirche im 21. Jahrhundert 312
19. Jesus ab Vermächtnis der Kirche. Kulturelles Christentum
1. Kirche außerhalb der Mauern 315
2. Richard Rothe 316
3. Am Ende der Schulzeit 318
4. Kulturelles Christentum 320
5. Moral als kulturelles Christentum (1). Was ist Moral? 321
6. Moral als kulturelles Christentum (2). Ist christlich
nur christlich, wenn christlich darauf steht? 323
7. Kulturelles Christentum als Sprache 326
8. Das semantische Potenzial 327
9. Der Geist Europas 328
10. Die Verteidigung des Erbes 330
11. Das Christentum und die Religionen 332
20. Zusammenfassung
1. Was für diese Christologie spricht 335
2. Jesus kann Gott nicht ersetzen 337
3. Christologie ist nicht alles 338
4. Zurück zu Gott 340
Nachwort 343
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