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Jesus nachfolgen im Alltag
Impulse zur Vertiefung des Glaubens
Christoph Schönborn
Herder Verlag
EAN: 9783451281976 (ISBN: 3-451-28197-X)
160 Seiten, hardcover, 14 x 21cm, 2004
EUR 14,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Einmal im Monat hält der Wiener Erzbischof im Stephansdom eine "Katechese", die sich großer Beliebtheit erfreut. In einfacher Sprache und lebendigen Bildern verbindet er Lehre und Praxis des Glaubens fruchtbar miteinander. Dieses Buch ist entstanden aus einer Katechesen-Reihe über zentrale Fragen der christlichen Ethik: Haben wir Christen eine andere Moral als andere? Wie spricht das Gewissen? Was macht eine Tat gut oder Böse? Wie können wir mit Schuld umgehen? Was heißt Freiheit? Wirkt Gott bei unserem Tund mit? Wie kann christliches Leben gelingen?
Rezension
In diesem Buch sind Katechesen sinnvoll der Reihe nach abgedruckt. Ich möchte gerne die einzelnen Katechesen genauer erläutern:
Die erste Katechese fragt nach den Grundlagen. Jeder Mensch hat in sich ein Gespür für das Gute und eine Sehnsucht nach dem Ziel des Lebens, nach dem Glück. Alle Gebote und Verbote, die es in unserem Leben zweifellos gibt, stehen im Dienst dieser allen Menschen gemeinsamen Sehnsucht.
Sittlichkeit ist nur möglich, wo Menschen in Freiheit handeln. Der Drang nach Freiheit ist so stark, dass viele dafür ihr Leben riskieren, sie ist ein unermessliches Gut. Doch wie gehen wir mit der Freiheit um? Wann ist die Freiheit am größten?
In der dritten Katechese wird das Gewissen zur Sprache gebracht. Die Freiheit ist stets in Gefahr, in die Irre zu führen, wenn der innere Kompass des Gewissens fehlt, oder nicht beachtet wird. Wichtig ist auch die Frage der Gewissensbildung und der persönlichen Einstellung. Die Katechese wurde nach den verheerenden Attentaten vom 11. September gehalten. Wie stand es mit dem Gewissen der Attentäter? Freilich ist der christliche Gewissensheld ein anderer: nicht der Fanatiker, sondern der Heilige.
Die Freiheit berechtigt nicht, alles nur Erdenkliche zu tun. Mit ihr eng verbunden ist die Verantwortung. Menschliches Handeln ist moralisch, weil der Mensch seine Handlungen selbst steuern kann und daher auch für die Folgen geradestehen muss. Gott lässt dem Menschen die Freiheit, aber auch die Verantwortung. Deshalb müssen Menschen auch die Folgen ihres Handelns tragen.
Die fünfte Katechese behandelt ein klassisches Thema, das in der modernen Diskussion manchmal etwas vernachlässigt wird, die Leidenschaft. Sie gehören zum menschlichen Leben dazu. Viele Heilige waren leidenschaftliche Menschen. Ihre Emotionen haben aber zu ihrem vorbildlichen Leben beigetragen. Auch Jesus selbst begegnet uns im Evangelium mit seinen Leidenschaften.
Danach ist in der sechsten Katechese von den Tugenden die Rede. Das Wort ist heut nicht sehr in Mode. Aber schon die alten griechischen Philosophen kannten den Begriff und die damit verbundene Sache. Die Lehr von den Tugenden hat etwas damit zu tun, wie der Mensch sein Leben in kleineren und größeren Schritten zum Guten hin verändern kann.
Wir Christen sind in unserem Handeln von Gott nicht allein gelassen. Mit den Gaben des Heiligen Geistes wird der Christ seinen Weg zu Gott geführt. Jeder Christ kann Erfahrungen des Geistes in seinem Leben nennen. Doch trauen wir dem Geist die Führung auch zu? Öffnen wir uns für das Wirken des Geistes?
Katechese über die christliche Sittlichkeit kann nicht vollständig sein ohne die Rede von der Sünde. Dabei geht es nicht darum, durch die dauernde Betonung der Sündigkeit Menschen niederzudrücken oder gar krank zu machen. Die Rede von der Sünde steht im christlichen Glauben immer schon unter dem Vorzeichen der Erlösung. Nur der, den Christus befreit hat, weiß auch, wie groß und schwerwiegend die Sünde wirklich ist.
Die neunte Katechese behandelt die Gnade. Dieses Wort, das beim Apostel Paulus so oft vorkommt, scheint als theologisches Fachwort nahezu bedeutungslos für das konkrete Leben geworden zu sein. Aber wenn die Sache näher in den Blick genommen wird, zeigt sich, dass es hier um etwas Entscheidendes für das Leben geht. Alles ist Geschenk Gottes. Diese Wirklichkeit steht in der Mitte, wenn von der Gnade die Rede ist.
Die letzte Katechese schließt daran an und behandelt als Verwirklichung der Gnade im Menschen Rechtfertigung und Heiligkeit. Alle sind berufen, die Hand Gottes zu ergreifen, sich von ihm von den Sünden befreien und zu neuen Menschen machen zu lassen.
Alle sind berufen, heilig zu werden. Diese Katechese fand an dem Tag statt, an dem Padre Pio heiliggesprochen wurde. An seinem Vorbild wird illustriert, was Heiligkeit bedeutet und wie der Weg dorthin aussehen kann.
Willy Hecht, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Die Lebendigkeit des gesprochenen Worts und die Nähe zum täglichen Leben spricht aus jeder Zeile dieses Buches.
Inhaltsverzeichnis
I. Christ, erkenne deine Würde - Das Fundament der christlichen Moral
II. Die wahre Freiheit in Christus
III. Gewissen - inner Stimme, die zum Guten ruft
IV. Menschlich handeln - handeln aus Verantwortung
V. Ohne Leidenschaften kein sittliches Leben
VI. Tugend macht den Menschen gut
VII. Sich vom Geist leiten lassen (Röm 8,14) - Die Gaben des Geistes
VIII. Sünde - Abkehr von Gott
IX. Gnade - Gottes Geschenk an den Menschen
X. Gerecht gemacht durch Gott - Berufung zur Heiligkeit
Hinweise zum Weiterlesen
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