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Jenseits aller Zeit
Roman
Sebastian Barry
Steidl
EAN: 9783969994016 (ISBN: 3-9699940-1-2)
288 Seiten, hardcover, 13 x 21cm, Oktober, 2024
EUR 28,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
”Barrys Romane geben uns ganze Leben, nicht einfach nur Plots […]. Jeder seiner Romane leuchtet.”
The New York Review of Book
Nach vierzig Jahren als Kriminalbeamter wird Tom Kettle in seinem neuen Zuhause angespült, einer kleinen Einliegerwohnung im Anbau einer viktorianischen Burg, mit Blick auf den Coliemore Harbour und die Irische See. Am liebsten sitzt er in seinem Korbsessel, raucht Zigarillos und schaut durchs Panoramafenster aufs Meer. Sich nicht zu rühren, glücklich und nutzlos zu sein, ist für ihn Sinn und Zweck des Ruhestands. Schon seit Monaten hat er kaum eine Menschenseele gesehen, als an einem stürmischen Frühlingsnachmittag zwei ehemalige Kollegen an seine Tür klopfen und ihn zu einem alten Mordfall befragen wollen. Ein traumatischer Fall, der alte Wunden aufreißt, denn »nichts war so, wie behauptet wurde. Die Wahrheit eingeschlossen. Die Gardaí. Das Land«.
Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser
Rezension
Wer gilt aktuell als der wichtgste Epiker und Dramatiker der irischen Gegenwartsliteratur? Wessen Romane wurden preisgekrönt und standen auf der Long List des Man Booker Prize? Sebastian Barry (*1955). Bekanntheit erlangte der irische Schriftsteller durch seine Romane ”Anne Dunne”(2002), ”A Long Long Way“(2005) und „Days Without End“(2016). Gegenstände seiner Werke sind die Brüche irischer Geschichte; insbesondere ist es Barry ein Anliegen in seinen literarischen Arbeiten, eindimensionale Deutungen der Geschichte Irlands aufzubrechen. Seine Œuvre erscheint in deutscher Übersetzung im Göttinger Verlag Steidl. Dort wurde auch sein 2023 publizierter Roman „Old God`s Time“ in der Übertragung von Hans-Christian Oeser 2024 unter dem Titel „Jenseits aller Zeit“ veröffentlicht.
Die Zuordnung des literarischen Werks zu einem bestimmten Genre ist nicht eindeutig. Es kann auch als ein Kriminalroman, als ein psychologischer Roman und ein Werk über die Geschichte Irland gelesen werden. Hauptfigur des Buches ist der im Ruhestand stehende Kriminalbeamte Tom Kettle, den zwei seiner ehemaligen Kollegen in seiner Einliegerwohnung aufsuchen und von ihm Informationen zu einem alten Mordfall aus den 1960er Jahren gewinnen wollen. Dabei stellt sich heraus, das dies ein für Kettle traumatischer Fall war. Der Roman, welche im Jahr 1994 spielt, gewinnt zunehmend an Tempo und dem Leser:innen wird deutlich, dass bisher als wahr Angenommenes sich immer wieder als falsch erweist. Wie beim Häuten einer Zwiebel, um den Romantitel von Günter Grass aufzugreifen, werden in Barrys Werk psychologische Schichten Stück für Stück abgetragen. Es geht um Kindesmissbrauch seitens der katholischen Kirche. Lehrkräfte des Faches Englisch werden durch den vorliegenden Roman motiviert, sich in ihrem Fachunterricht mit irischer Literatur und Geschichte problemorientiert auseinanderzusetzen.
Fazit: Sebastian Barry ist mit seinem kognitiv anregenden und spannenden Psychothriller ”Jenseits aller Zeit” ein überaus lesenswertes literarisches Werk gelungen, das aufgrund seiner Vielschichtigkeit allen an englischsprachiger Literatur Interessierten nur zur Lektüre empfohlen werden kann.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Nach vierzig Jahren als Kriminalbeamter wird Tom Kettle in seinem neuen Zuhause angespült, einer kleinen Einliegerwohnung im Anbau einer viktorianischen Burg, mit Blick auf den Coliemore Harbour und die Irische See. Am liebsten sitzt er in seinem Korbsessel, raucht Zigarillos und schaut durchs Panoramafenster aufs Meer. Sich nicht zu rühren, glücklich und nutzlos zu sein, ist für ihn Sinn und Zweck des Ruhestands. Schon seit Monaten hat er kaum eine Menschenseele gesehen, als an einem stürmischen Frühlingsnachmittag zwei ehemalige Kollegen an seine Tür klopfen und ihn zu einem alten Mordfall befragen wollen. Ein traumatischer Fall, der alte Wunden aufreißt, denn »nichts war so, wie behauptet wurde. Die Wahrheit eingeschlossen. Die Gardaí. Das Land«.
Tom Kettle ist ein unzuverlässiger Zeuge und ein unzuverlässiger Erzähler. Seine Welt ist ein Ort voller Trauer und leisem Humor. Hier verweilen die Geister seiner Frau und seiner Kinder, verschwimmen Pflicht und Gerechtigkeit, geht die Erinnerung ganz eigene, verschlungene Wege. |
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