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Intimisierte Öffentlichkeiten Pöbeleien, Shitstorms und Emotionen auf Facebook
Intimisierte Ă–ffentlichkeiten
Pöbeleien, Shitstorms und Emotionen auf Facebook




Elke Wagner

Transcript
EAN: 9783837640267 (ISBN: 3-8376-4026-4)
200 Seiten, kartoniert, 15 x 23cm, Juni, 2019

EUR 29,99
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Privatheit und Öffentlichkeit unterliegen in Zeiten des Internets einem tiefgreifenden Wandel: Während Privatheit mehr und mehr als gefährdet und vermachtet gilt, verändert sich eine bürgerliche Öffentlichkeit im Netz zusehends – Pöbeleien, Shitstorms oder Candystorms haben in Teilen den rationalen Diskurs ersetzt. Spezifische Schreibpraktiken und Symbolsysteme (Emoticons, Memes) transformieren die Praxis der Kommunikation.

Elke Wagner nimmt diese aktuelle Diskussion auf und analysiert die neu entstandenen intimisierten Ă–ffentlichkeiten im Social Web.
Rezension
Trägt das Internet zur Demokratisierung der Öffentlichkeit bei? Welche Schreibpraktiken lassen sich im Netz nachweisen? Wie wird durch Facebook, auch durch die Verwendung bestimmter Symbolsysteme, die Praxis der Kommunikation transformiert? Wie entstehen Shitstorms? Kommt dem Netz noch eine sozialintegrative Funktion zu oder trägt es nur zur Fragmentierung der Öffentlichkeit bei? Wie ist das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter zu denken? Diese höchst aktuellen Fragen sind Gegenstand der Mediensoziologie, die sich mit der empirischen Erforschung der gesellschaftlichen Wirkmächtigkeit von Medien beschäftigt.
Antworten auf die oben genannten Fragestellungen gibt Elke Wagner in ihrem Buch „Intimisierte Öffentlichkeiten. Pöbeleien, Shitstorms und Emotionen auf Facebook“, erschienen im transcript Verlag. Die Professorin für Soziologie an der Universität Würzburg stellt in ihrem Werk anhand zahlreicher konkreter Beispiele dar, wie das Internet zu einer „veränderten Form von Privatheit und Öffentlichkeit“ (S. 17) führt, nämlich zu den von ihr so genannten „intimisierten Öffentlichkeiten“. Wagner plädiert aufgrund ihrer Forschungsergebnisse, die durch ein DFG-Projekt gefördert wurden, dafür, die Sozialformen im Netz „trotz aller Zersplitterung, Diversifizierung und Fragmentierung“ (S. 176) weiterhin mit dem Begriff „Öffentlichkeit“ zu beschreiben. Zugleich warnt sie aber wegen der massiven Verbreitung von Hate Speech und Fake News: „Netzkommunikation führt tatsächlich zum Abbau von Asymmetrien – aber nicht unbedingt zur Herstellung von Demokratie im Sinne einer – normativ formuliert – guten Gesellschaft.“ (S. 177) Dazu hätte Wagner auch Veränderungen im Verhältnis von Privatheit und Freiheit (Willens- und Handlungsfreiheit) durch soziale Netzwerke beleuchten können.
Fazit: Mit „Intimisierte Öffentlichkeiten“ liefert Elke Wagner eine wichtige mediensoziologische Analyse der größten Social-Media-Plattform. Lehrkräfte der Fächer Deutsch, Politik und Ethik, die in ihrem Unterricht den gesellschaftlichen Einfluss von Facebook mit ihren Schülerinnen und Schülern thematisieren möchten, finden in dem Buch dafür gut geeignete Materialien, insbesondere aussagekräftige Zitate von Userinnen und Usern.

Dr. Marcel Remme, fĂĽr lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Elke Wagner
Intimisierte Ă–ffentlichkeiten
Pöbeleien, Shitstorms und Emotionen auf Facebook

Privatheit und Öffentlichkeit unterliegen in Zeiten des Internets einem tiefgreifenden Wandel: Während Privatheit mehr und mehr als gefährdet und vermachtet gilt, verändert sich eine bürgerliche Öffentlichkeit im Netz zusehends – Pöbeleien, Shitstorms oder Candystorms haben in Teilen den rationalen Diskurs ersetzt. Spezifische Schreibpraktiken und Symbolsysteme (Emoticons, Memes) transformieren die Praxis der Kommunikation.
Elke Wagner nimmt diese aktuelle Diskussion auf und analysiert die neu entstandenen intimisierten Ă–ffentlichkeiten im Social Web.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt

I. Einleitung
Seiten 5 - 6
1. Ein praxeologischer Medienbegriff: Becoming Media
Seiten 7 - 15
2. Medien, Ă–ffentlichkeit und Privatheit
Seiten 15 - 18

II. Schreibpraktiken 2.0
1. Mediendebatten zum Web 2.0
Seiten 19 - 35
2. Internetforschung als Methode und Befund
Seiten 35 - 46

III. Die Ă–ffentlichkeit des Privaten
1. Privatheit in der vernetzten Ă–ffentlichkeit
Seiten 47 - 67
2. Transformationen
Seiten 67 - 112

IV. Die Privatheit des Ă–ffentlichen
1. Black Boxing: Das Ausblenden ungeliebter Netzwerkkontakte
Seiten 113 - 118
2. Technische Beobachter: Algorithmen
Seiten 118 - 123
3. On doing Hate Speech
Seiten 123 - 142
4. RĂĽckblicke
Seiten 142 - 165
5. Intimisierte Ă–ffentlichkeiten
Seiten 166 - 174

V. Schluss: Digitale Publika - zwischen Abschottung und Vernetzung
Seiten 175 - 178
Literatur
Seiten 179 - 200