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Hieroglyphen! Der Mythos der Bilderschrift von Nofretete bis Andy Warhol
Hieroglyphen!
Der Mythos der Bilderschrift von Nofretete bis Andy Warhol




Dietrich Wildung, Moritz Wullen

DuMont Literatur und Kunst Verlag
EAN: 9783832175528 (ISBN: 3-8321-7552-0)
124 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 23 x 27cm, 2005

EUR 16,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Erstmals werden die großen Bildmysterien aus den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin in einem Buch vorgelegt und für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Aus Anlass des Jubiläums zum 175-jährigen Bestehen der Staatlichen Museen zu Berlin öffnet sich mit diesem Buch ein Mysterientempel, der Einblick in 2000 Jahre Bilddenken gewährt. Prismatisch entfaltet sich vor dem Betrachter ein Bilderkosmos, in dem von der Nofretete bis zu Werken von Albrecht Dürer und Rembrandt Harmensz. van Rijn, von Caspar David Friedrich bis Paul Klee und Andy Warhol die Hieroglyphen des Abendlandes sichtbar werden. »Hieroglyphen!« ist ein Buch für Entdecker.
Rezension
In diesem Jahr beginnt der Umzug der Ägyptischen Sammlung Berlin auf die Museumsinsel, der 2009 abgeschlossen sein soll. Damit kehrt die Nofretete nach langer Zeit wieder ins Zentrum der europäischen Kunstgeschichte und ihrer Vorgänger zurück. Zwischenzeitlich gibt sie in diesem Sommer ein „einzigartiges Gastspiel“ in der Ausstellung „Hieroglyphen um Nofretete“ am Berliner Kulturforum. Das Buch „Hieroglyphen!“ dokumentiert diese Ausstellung. Es ist ein ungewöhnliches Gemeinschaftswerk des Ägyptischen Museums und der Papyrussammlung zusammen mit allen Sammlungen am Kulturforum. „Das urbanistisch viel gescholtene Kulturforum … bietet eine weltweit einmalige Konstellation der vorzüglichsten Sammlungen, Kultur- und Forschungseinrichtungen. Nofretete, die Ikone der Ägyptischen Kunst, betritt hier ein völlig neues Forum, gleichsam eine Agora des Bild- und Sprachwissens der Neuzeit, die vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert reicht. Nofretete auf dem Kulturforum am Potsdamer Platz mit seinen rätselhaften Reklamen des modernen Lebens, dieser Besuch Nofretetes in einem überraschend neuen Umfeld inspiriert uns in diesem Buch zur Auseinandersetzung mit einem Thema, das wie kein anderes als die interdisziplinäre und zugleich uralte Schnittstelle von Bild- und Sprachwissenschaften gelten darf: die Hieroglyphen!“ (Peter-Klaus Schuster, Vorwort)
Dieses Buch ist keine Einführung in die Hieroglyphik, sein Thema ist die Wirkung der Hieroglyphe auf die Kunstgeschichte. Mit der Entschlüsselung der heiligen Zeichen durch Jean François Champollion 1822 war ihr abendländischer Mythos nicht beendet. In den Werken von Dürer und Rembrandt bis Andy Warhol und A. R. Penck wird die Natur zur Hieroglyphe. "Je näher die Hieroglyphe - und alle Kunst ist Hieroglyphe - dem sinnlichen Eindruck der Natur kommt, desto größere Phantasietätigkeit war erforderlich, sie zu erfinden ... Nur die Phantasie des Künstlers kann dieses Wunder bewirken", konstatierte Max Liebermann 1901. Und Ernst Ludwig Kirchner ergänzte: "Alle diese Gebilde sind an sich keine Darstellungen bestimmter Gegenstände ... Es sind Hieroglyphen in dem Sinne, dass sie die Naturformen in einfachere Flächenformen bringen." Der vorliegende Bildband unternimmt eine Reise in die Welt der Hieroglyphen seit ihrer Wiederentdeckung durch die Renaissance, ihrer Verwandlung zur gelehrten Bilderschrift in der Emblematik bis hin zur abermals hieroglyphischen Verrätselung der Welt durch die Kunst der Moderne. Eine außergewöhnliche Edition, die die Verwandtschaft antiker Zeichen mit moderner Bilderschrift beleuchtet, ein inspirierendes Buch, das viele Anregungen für den Kunstunterricht enthält.
Andrea Hannemann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Das Buch „Hieroglyphen!“ gewährt einen einzigartigen Einblick in die vielfältige Auseinandersetzung der Künste mit dem Thema Hieroglyphen. Neben einem Einführungstext über die Hieroglyphenschrift selbst und die faszinierende Geschichte ihrer Entschlüsselung im 19. Jahrhundert enthält das Buch Texte hochrangiger Autoren über die Wiederentdeckung der Hieroglyphen in der Renaissance, die Emblematik als Bildersprache der frühen Neuzeit und die Rezeption der Hieroglyphe als Chiffre in der Klassischen Moderne und zeitgenössischen Kunst.
Dabei wird deutlich, dass die Beschäftigung der Künste mit der Hieroglyphenschrift bis in die Moderne von einem grundlegenden Irrtum geprägt war. Die Faszination der Bilderschrift begründete sich in der Annahme, dass es sich hierbei nicht um eine Schrift im herkömmlichen Sinne handele, sondern um ein Medium, das sowohl mittels eines Bildes einen umfassenden Inhalt transportieren konnte und gleichzeitig eine Chiffrierung ermöglichte, die die Inhalte nur auserwählten Lesern zugänglich machte.
Dieses Missverständnis, das seinen Ursprung in der Renaissance hat, trug maßgeblich zur Entstehung des Mythos der Hieroglyphen bei und hält sich bis in unsere heutige Zeit. In unserem Sprachgebrauch wird das Wort „Hieroglyphe“ häufig gleichgesetzt mit dem Wort „Rätsels“.
„Hieroglyphen!“ ist ein Buch für Entdecker! Es entführt den Leser in eine Welt der Rätsel und Mysterien. In eine Bilderwelt voll verborgener Bedeutungen und exotischer Landschaften.

Ausstellung im Kulturforum am Potsdamer Platz, Berlin,
2. März bis 2. August 2005
Inhaltsverzeichnis
PETER-KLAUS SCHUSTER
Vorwort 6

MORITZ WULLEN
Hieroglyphen! 10

HANS HOLLÄNDER
Die Welt als Hieroglyphe 13

ALFRED GRIMM
Hieroglyphen – Entwicklung, Geschichte, Entdeckung 19

BERND WOLFGANG LINDEMANN
Die Hieroglyphen des Abendlandes 31

DIETER SCHOLZ
Die Hieroglyphen der Moderne 39


HIEROGLYPHEN ... 48

...UM NOFRETETE 50
...UM ALBRECHT DÜRER 6o
...UM PIETER BRUEGEL 70
...UM REMBRANDT HARMENSZ. VAN RIIN 80
...UM GIOVANNI BATTISTA PIRANESI 88
...UM PHILIPP OTTO RUNGE 94
...UM PAUL KLEE 102
...UM ANDY WARHOL 110


ANHANG

Bildnachweis 118

Hieroglyphen-Glossar 124