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Heuschrecken und wilder Honig
Johannes der Täufer – eine tragische Heilsgeschichte
Erwin Möde
Pustet
EAN: 9783791734903 (ISBN: 3-7917-3490-3)
188 Seiten, paperback, 14 x 22cm, April, 2024
EUR 22,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Johannes, der in engster Verbindung mit Jesus aus Nazaret steht, der sein Vorläufer genannt wird und der ihn taufte, ein Heiliger, dessen Geburtstag die Kirche mit einem Hochfest feiert - dieser Johannes soll eine tragische Gestalt sein? Wer dem Autor auf seinen anthropologisch-theologischen Erkundungen folgt, wird die tiefgründige Wahrheit dieser Behauptung rasch begreifen. Erwin Möde, Theologe und Psychologe, enttabuisiert den rigorosen Asketen vom Jordan, den schonungslosen Pragmatiker in seinem Ruf nach Umkehr. Das Leben des Täufers weitet sich zum Beziehungsdrama zwischen Jesus und Johannes und wechselt zur Tragik des Täufers: seines Zweifels, seiner Gefangenschaft und Ermordung. Dass sich aber gerade in dieser überraschenden Wende der Sinn der Sendung des Johannes zeigt, ist das spannende Ergebnis der Spurensuche des Autors.
Erwin Möde, Prof. Dr. Dr. theol. habil., Lic. psych., ist Theologe und Psychologe. Er war Inhaber der Lehrstühle für Christliche Spiritualität/Homiletik und Pastoraltheologie/Pastoralpsychologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
Rezension
Johannes der Täufer steht in enger Verbindung zu Jesus aus Nazareth. Aber: Die Quellenlage über Johannes den Täufer ist dünn. Wir wissen um ihn als jüdischen Propheten und Wegbereiter Jesu, um die das Neue Testament insgesamt prägende apokalyptische Naherwartung und um Jesu Nähe und Distanz zu Johannes dem Täufer. Jesus wurde von Johannes im Jordan getauft, Johannes war Gerichtsprediger und Johannes der Täufer wurde hingerichtet, wie uns der jüdische Historiker Josephus (Ant. 18,116-119) berichtet. Die Überlieferung vom Tod des Täufers (Mk 6,17-29) aber dürfte eine volkstümliche Legende sein. – Dieses Buch zeichnet den rigorosen Asketen vom Jordan, den schonungslosen Pragmatiker in seinem Ruf nach Umkehr nach und thematisiert die Beziehung zwischen Jesus und Johannes. Dann entwickelt sich die Tragik des Täufers: seines Zweifels, seiner Gefangenschaft und Ermordung. Dass sich aber gerade in dieser überraschenden Wende der Sinn der Sendung des Johannes zeigt, ist das spannende Ergebnis der Spurensuche des Autors.
Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Jenseits des „Wissens" - Dem Ewigen auf der Spur 9
1 Herkunft und Hinkunft: Von Johannes zum „Täufer" 13
Johannes, Prophet in heilsgeschichtlicher Wendezeit: Um-Kehr zum Wahrnehmen des Ankünftigen 13
Wer ist Johannes der Täufer? Zur Vorgeschichte seiner Namensbestimmung 15
„Johannes'; ein Name, der Wahres sagt: „Gott hat Gnade erwiesen" 17
Johannes' Antwort auf projektive Fragen: „Stimme eines Rufenden in der Wüste" (Joh 1,23) 21
„Warum taufst du?" (Joh 1,25): Johannes' Verweis auf die Geisttaufe 26
Seitenblicke zur Eigenlogik des Schicksals: Eine Kurzgeschichte mit überraschender Wendung 31
Sinn-Wendungen: Zur (Vor-)Geschichte der Begegnung Johannes - Jesus 37
2 Johannes, der schwer vergleichliche Prophet 39
Augen-Blick, der verwandelt: „Siehe, das Lamm Gottes!" (Joh 1,29) 39
Johannes' Auftrag am Jordan: Zeugnisgabe für den „Sohn Gottes" 43
„Rufer” an der Grenze zum Absoluten: Vergegenwärtigung des Heils in Jesus 46
Unterscheidung der Geister: (Fehl-)Verheißung, Skepsis - und Glaube 50
Vom „Sehen" zum Propheten-„Spruch": Sehen - erkennen - glauben - bezeugen 55
Johannes als Asket: Zwischen Logos und Leiblichkeit 59
„Heuschrecken haben keinen König" (Spr 30,27): Johannes, der andere Prophet 62
Heuschrecken und Wüste: Zur Identität des „Rufers” 66
Ein „Mensch, von Gott gesandt" (Joh 1,6): Johannes „gegenüber" von Israel 69
Ausnahme im Outback: Johannes, „Mund der Wahrheit" 72
Im „Dazwischen": Der Platz des Täufers 75
„Rufen", das heraufführt und wandelt: Verkündigung als Vergegenwärtigung von Heil 79
Das „Wort Gottes" als Zäsur: Wendepunkt für den „Sohn des Zacharias" 86
3 Die Begegnung der „Zwei": Johannes und Jesus 89
Kairos der Begegnung: (An-)Erkennen Jesu als Messias statt mythischem Verkennen 89
Wer ist der Messias? Johannes, vom Geist geführt, authentisch im Bezeugen 92
„Brüchige Prophetie": „Erlösung" zwischen Gesetz und Gnade 95
Johannes' skeptische Nachfrage: „Du kommst zu mir?” (Mt 3,14) 99
„Lass los, jetzt!" (Mt 3,15): Von der Krise der Begegnung zur Um-Kehr des Johannes 101
Johannes' Metanoia: Einsamkeit — Krise und (Selbst-)Transzendenz 105
Die (Geist-)Taufe Jesu: Reinigungsritus und Zeugnis „aus den Himmeln" (Mt 3,16) 110
„... die ganze Gerechtigkeit zu erfüllen" (Mt 3,15b): Jenseits von Recht und Ritus 115
4 Der „Riss": Zweifel, Gefangennahme und Enthauptung 119
Der Glaube ist (zunächst) einfach: Johannes zwischen Bekenntnis und Zweifel 119
„Bist du es, der kommen soll ...?" (Mt 11,3): Johannes, gefangen im Zweifel 123
Der Zweifel: „Riss" zwischen Vorstellung und Wahrheit 128
Jesu Antwort an Johannes: „und selig ist, wer nicht Anstoß nimmt an mir" (Lk Z23) 132
„Und alles Fleisch soll Gottes Heil schauen." (Lk 3,6) Johannes als Gefangener — Jesus als „Ärgernis" 137
Jesu Antwort an das Volk: Johannes, der „Bote vor deinem Angesicht" (Lk 7,27) 142
Johannes: Vielleicht doch der „kommende Elija"? (Mt 11,14) 147
Der Irrtum in der Verkündigung des Täufers: „... mit unauslöschlichem Feuer verbrennen" (Mt 3,11; Lk 3,17) 151
Die polyphone „Stimme" des Johannes: Drohrede und Bußpredigt - Zeugnisgabe und Standespredigt 155
„Was sollen wir tun?" (Lk 3,10) Die Weisheit des Lehrers Johannes 162
Herodes der Große: „Edler" von Roms Gnaden und Mörder 169
Herodes Antipas: Mörderischer Sohn des „großen" Herodes 173
5 Johannes, das tragische „Lamm Gottes" 179
„Was wohl wird das Kind sein?" (Lk 1,66): Zur einsamen Tragik des Johannes 179
Johannes: Das andere „Lamm Gottes" (Ex 29,38 f.) 183
Nachwort
Zum Ende der Spurensuche 187
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