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Gutes Handeln: eine Herausforderung Vermittlung und Anwendung von Werten – eine psychologische Analyse zur Moral
Gutes Handeln: eine Herausforderung
Vermittlung und Anwendung von Werten – eine psychologische Analyse zur Moral




Franz Schott

Beltz Verlag , Juventa
EAN: 9783779936206 (ISBN: 3-7799-3620-8)
179 Seiten, paperback, 15 x 23cm, 2020

EUR 19,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Gutes, moralisch gerechtfertigtes Handeln ist gegenwĂ€rtig angesichts der beschleunigten VerĂ€nderungen einer globalisierten Welt eine Herausforderung. Welche Werte sind heute wichtig und warum? Das Buch erlĂ€utert und diskutiert dazu relevante Grundlagen: zentrale Begriffe; Probleme ethischer AnsĂ€tze, einer LetztbegrĂŒndung von Moral, des freien Willens und der RelativitĂ€t von Moral; psychologische Ursachen moralischen Handelns; Probleme bei der Vermittlung und Anwendung von Werten. Beispiele aus diversen Lebensbereichen veranschaulichen, inwiefern gutes Handeln oft eine Herausforderung darstellt.

Dr. Franz Schott, Prof. (em.), hat die FÀcher PÀdagogische Psychologie sowie Erziehungswissenschaft an verschiedenen UniversitÀten in Forschung und Lehre vertreten, zuletzt die PÀdagogische Psychologie an der Technischen UniversitÀt Dresden. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Lehr-Lernforschung, Instruktionstheorie, Wissenspsychologie und Moralpsychologie.
Rezension
Statt "Gutes Handeln" im Titel dieses Buchs ließe sich auch der Begriff "Ethik" verwenden. Insofern bietet dieses Buch eine interessante und fĂŒr die Ethik eher ungewöhnliche Perspektive: "eine psychologische Analyse zur Moral" (Untertitel), also Ethik in psychologischer Perspektive! Psychologische Ursachen und Kontexte moralischen Handelns werden in den klassischen Ethiken eher selten thematisiert. Aber auch innerhalb der Psychologie scheint der vom Autor vertretene Bereich der Moralpsychologie eher unterbelichtet, was angesichts der weltweiten ethischen Herausforderungen (vgl. Kap. 5) einigermaßen verwunderlich ist. Jedenfalls wĂŒrden sich Ethik und Psychologie wechselseitig sehr bereichern können, - wie dieser informative Band beweist!

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Schlagwörter:
Schule | Globalisierung | Unterricht | Wertvorstellungen | Sozialwissenschaften | Moralisches Handeln | Immanuel Kant | FlĂŒchtlinge | Veggieday
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 11
Einleitung 13

Kapitel 1
Zur Einstimmung: Wichtige Begriffe zum Guten Handeln 17

1.1 Begriffe zu AktivitÀten 17
1.1.1 ‚Verhalten‘ und ‚Handeln‘ 17
1.1.2 ‚Handlung‘ und ‚Handlungschronik‘ 19
1.2 Begriffe zu Wertungen 21
1.2.1 Verschiedene Beurteilungskriterien 21
1.2.2 ‚Sein‘ und ‚Sollen‘ 23
1.2.3 ‚Normen‘ 23
1.2.4 ‚Das Gute‘ und ‚das Böse‘ 25
1.2.5 ‚Werte‘ als Wertvorstellungen 26
1.2.6 ‚Moralisches Dilemma‘, ‚Trilemma‘ und ‚Polylemma‘ 27
1.2.7 ‚Moral‘, ‚Ethos‘ und ‚Ethik‘ 28
1.2.8 ‚Gutes Handeln‘ – geht es dabei um Moral oder um ZweckmĂ€ĂŸigkeit oder um beides? 30
1.2.9 Fachspezifische Definitionen und individueller sowie gruppenspezifischer Gebrauch von Begriffen 31
1.3 Fazit 32

Kapitel 2
Gutes Handeln – eine Herausforderung 35

2.1 Gutes Handeln – schon immer eine intellektuelle und emotionale Herausforderung 35
2.2 Gutes Handeln – eine heute beschleunigt anwachsende Herausforderung 37
2.2.1 Herausforderungen an das Gute Handeln durch die immer schnelleren VerÀnderungen
unserer Welt 38
2.2.2 Gutes Handeln als unterschÀtzte existentielle Herausforderung angesichts zunehmender Bedrohungen von freiheitlicher Demokratie und lebenswerter Umwelt 39
2.2.3 Gutes Handeln im Hinblick auf die zukĂŒnftige Entwicklung der KĂŒnstlichen Intelligenz? – „Wenn wir GlĂŒck haben, behalten uns die Maschinen als Haustiere.“ 40
2.2.4 Sind wir den heute zunehmenden Herausforderungen an das Gute Handeln noch gewachsen? 43
2.5 Fazit 45

Kapitel 3
Gutes Handeln – einige philosophische Sichtweisen und ihre Probleme 47

3.1 Einige ethische AnsÀtze und ihre Probleme 48
3.1.1 Der eigene Maßstab als naheliegende Bewertungsgrundlage 48
3.1.2 Das Prinzip des maximalen GlĂŒcks 49
3.1.3 Versuch einer weltanschaulich unabhÀngigen Rechtfertigung Guten Handelns 50
3.1.4 Rechtfertigung Guten Handelns durch Diskussion 53
3.2 Gibt es eine LetztbegrĂŒndung von moralischen Forderungen? 53
3.2.1 LetztbegrĂŒndung moralischer Forderungen aus philosophischer Sicht 54
3.2.2 LetztbegrĂŒndung moralischer Forderungen aus religiöser Sicht 55
3.2.3 Zur notwendigen relativen Verbindlichkeit moralischer Forderungen aus psychologischer und pragmatischer Sicht 56
3.3 FehlschlĂŒsse vom Sein auf das Sollen und vom Sollen auf das Sein 57
3.3.1 Der Naturalistische Fehlschluss 57
3.3.2 Der Moralistische Fehlschluss 58
3.4 Fazit 59

Kapitel 4
Gutes Handeln – Grundlagen aus psychologischer Sicht 63

4.1 Was die Analyse Guten Handelns beeintrÀchtigt 63
4.1.1 Voreingenommene Selbstbetrachtung des Menschen 64
4.1.2 MissverstĂ€ndnisse bei der GegenĂŒberstellung von Natur und Kultur 67
4.1.3 Gutes Handeln und moralisches Urteilen sind keine rein rationale Angelegenheiten 68
4.2 Was uns zum Handeln bewegt: Motive als BeweggrĂŒnde 71
4.2.1 Kulturen ĂŒbergreifende Motive, die Menschen mit Tieren gemeinsam haben 73
4.2.2 Kulturen ĂŒbergreifende Motive, die Menschen gegenĂŒber Tieren zusĂ€tzlich haben 76
4.2.3 Kulturspezifische, gruppenspezifische und individuelle Motive 80
4.2.4 Zur individuellen Bedeutsamkeit von Motiven 82
4.3 Wie wir unsere Handlungen regulieren 83
4.3.1 Der Mensch als multistabiles System 83
4.3.2 Aufbau der individuellen Handlungsregulation 84
4.3.3 Individuelle Handlungsregulation bei komplexen Problemen 90
4.3.4 Handlungsregulation durch viele Personen bei komplexen Problemen 91
4.4 Wodurch Gutes Handeln zur Herausforderung werden kann 92
4.4.1 Mangelndes Wissen 93
4.4.2 Die geforderten Werte widersprechen eigenen Sichtweisen und Lebensgewohnheiten 94
4.4.3 Die geforderten Werte rufen moralische Zielkonflikte hervor 95
4.4.4 Psychische Grenzen moralischen Urteilens 95
4.4.5 Schwierigkeit des zu lösenden Problems 100
4.4.6 Wissenschaftsleugnung 101
4.4.7 Politische Torheiten 107
4.4.8 Individuelle Torheiten 112
4.4.9 Glauben hilft und hindert 116
4.5 Gibt es einen freien Willen? 118
4.6 Fazit 123

Kapitel 5
Herausforderungen bei der Vermittlung und Anwendung von Werten – aktuelle Beispiele 128

5.1 Herausforderungen bei der Vermittlung von Werten 129
5.1.1 Herausforderungen an die Erziehung: Erziehungskonzepte, Erziehungsstile,
ElternfĂŒhrerschein 130
5.1.2 Herausforderungen an die Bildung: zu wenig Unterricht ĂŒber Gutes Handeln 133
5.1.3 Wie weltanschaulich neutral kann die Vermittlung von Werten sein? 135
5.1.4 Woraus soll eine zu vermittelnde Kompetenz fĂŒr Gutes Handeln und moralisches Urteilen bestehen? 136
5.1.5 Herausforderungen bei der Wertevermittlung durch Medien 139
5.1.6 Unmerkliche Vermittlung von Werten 145
5.2 Herausforderungen bei der Anwendung von Werten 145
5.2.1 Leitkultur oder Multikulti? 146
5.2.2 Wird unsere Gesellschaft durch eine wachsende Kluft zwischen arm und reich gefÀhrdet? 151
5.2.3 Schlepperunwesen oder Fluchthilfe? 154
5.2.4 Terroristen oder FreiheitskÀmpfer? 155
5.2.5 Ist ein Leben außerhalb von Rangordnungen möglich? 156
5.2.6 Zur Aggression verdammt? 159
5.2.7 Maschinen in den Knast? – Schuldfrage bei KĂŒnstlicher Intelligenz noch ungeklĂ€rt 162
5.2.8 Können menschgemachte Bedrohungen unseres Lebens auf der Erde ĂŒberhaupt mit demokratischen Mitteln abgewendet werden? 163
5.2.9 Moralismus 165
5.3 Fazit 169

Kapitel 6
Gutes Handeln – eine Herausforderung, die wir annehmen sollten 170

Literatur 176