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Glaubenskriege
Führer und
Verführte
Heinz-Jürgen Förg, Hermann Scharnagl
Echter
EAN: 9783429022990 (ISBN: 3-429-02299-1)
160 Seiten, hardcover, 17 x 25cm, September, 2001
EUR 20,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
"Der Krieg begann am Feiertag", "Massaker
auf dem Balkan", "Tote und Verletzte nach den Freitagsgebeten" ",Buddha fällt in Afghanistan" - so und ähnlich lauten fast
täglich in den Medien die Schlagzeilen für Berichte über die größten Tragödien unserer Zeit. Wie ist es möglich, daß in der
Geschichte Totgeglaubtes die Weit unserer Tage so heftig erschüttert?
Was die Vergangenheit betrifft, so
herrscht allgemein die weitverbreitete Meinung vor, daß sich Glaubenskriege alleine auf das Christentum reduzieren lassen.
Die Autoren zeigen in ihrem Gang durch die Geschichte, daß außer den Kreuzzügen mit christlichen Feldzeichen alle großen
Weltreligionen von Glaubenskriegen, Heiligen Kriegen mit schweren blutigen Auseinandersetzungen betroffen sind. Beispielhaft
stehen daher in ihrer Betrachtung die Kreuzzüge des christlichen Abendlandes, die Heiligen Kriege des Islam, die
Religionskriege des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts und schließlich die religiösen Gegensätze in den kriegerischen
Auseinandersetzungen unserer Zeit.
Die Autoren packen viele heiße Eisen an und wollen Antworten geben auf
übergreifende Fragen, wie zum Beispiel nach dem Verhältnis von Theologie und Krieg, auf die Duchdringung von religiösen
Motiven einerseits und politischen, sozialen und wirtschaftlichen andererseits. Kennzeichnende Merkmale von Glaubenskriegen
wie Fanatismus, Inhumanität, Pervertierung von religiösen Ideen und Glaubenswahrheiten sind in besonderer Weise
hervorgehoben, um besser zu verstehen, was an sich unverständlich ist, um zu begreifen, was unbegreiflich ist: Kriege um des
Glaubens willen.
Heinz-Jürgen Förg,
geboren 1963, studierte Theologie und Philosophie in Mainz und Freiburg im
Breisgau und absolvierte eine journalistische Ausbildung. 1991 Priesterweihe.
Hermann Scharnagl,
geboren 1939,
Studium der Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft. Vor seiner jetzigen Tätigkeit als Berater und Buchproduzent
hatte er leitenden Funktionen u.a. bei DVA und Herder inne.
Verlagsinfo
Orientierungshilfe in schwieriger Zeit Perspektiven für neuen Humanismus in einer Kultur des Friedens
Wie ist es möglich, dass in der Geschichte Totgeglaubtes die Welt unserer Tage so heftig erschüttert? Drohen
neue Religionskriege? Was hat es mit "heiligem Krieg", dem so genannten "Dschihad" auf sich? Müssen Nicht-Muslime den Islam
fürchten? Mit welchen Gegenmaßnahmen und Projekten kann die Spirale von Gewalt und Vergeltung gestoppt
werden?
Die Autoren geben Antworten auf diese und viele andere Fragen, leisten Orientierungshilfe in
schwieriger Zeit, fordern die Überwindung des Kreuzzugsdankens und plädieren anhand konkreter Beispiele für neuen Humanismus
in einer Kultur des Friedens.
Im Gang durch die Geschichte greifen sie grundsätzliche Aspekte heraus,
analysieren die Wurzeln sowie die aktuellen Erscheinungsformen "heiliger Kriege" bis hin zum apokalyptischen Nihilismus der
Selbstmordattentäter. Authentische Aussagen von Zeitzeugen helfen dem Leser darüber hinaus, sich ein eigenes Urteil zu
bilden, und machen deutlich, dass von keiner Religion Gefahr ausgeht, sondern von denen - das gilt für die Vergangenheit wie
Gegenwart -, die sie für ihre Zwecke missbrauchen und instrumentalisieren. Dies heben die Autoren im Kapitel "Pervertierung
von Glaubensinhalten in Konflikten und Kriegen unserer Zeit" in besonderer Weise hervor und machen abschließend in einem
Gegenentwurf zu Huntingtons "Kampf der Kulturen" Mut für eine weltweite Kultur des Friedens.
Zwecke
missbrauchen und instrumentalisieren. Dies heben die Autoren im Kapitel "Pervertierung von Glaubensinhalten in
Konflikten und Kriegen unserer Zeit" in besonderer Weise hervor und machen abschließend in einem Gegenentwurf zu Huntingtons
"Kampf der Kulturen" Mut für eine weltweite Kultur des Friedens.
Inhaltsverzeichnis
Einführung 7
Krieg, Religion und Frieden 7
Glaubenskriege im Alten Orient und im antiken Israel 16
Das Märchen vom antiken Israel als Wiege
des"heiligen Krieges" 16
Religion und Krieg im alten Ägypten 17
Religion und Krieg im alten Mesopotamien
19
Religion und Krieg im Spiegel des Alten Testaments 21
Religiöses und Sakrales in den Kriegen
der mediterranen Antike 23
Die Götter als Gegenstand des Kults 24
Religiöses und Sakrales der Kriege -
Zusammenfassung 27
Glaubenskriege im-Zeichen des Buddhismus? 31
Christentum und Buddhismus
31
Einführung des Buddhismus nicht ohne Widerstand 32
Brutales Vorgehen und Positionskämpfe 34
Kriege
zur Verteidigung der buddhistischen Lehre 36
Instrumentalisierung buddhistischer Spiritualität für kriegerische
Haltungen 37
Zusammenfassung 38
"Heiliger Krieg" und "heiliger Kampf" im Islam 42
Religion - Ursache für "heiligen Krieg"? 42
Kampfverordnungen des Islam gegen Nicht-Muslime? 43
Das
Christus-Bild im Koran 48
Repräsentanten eines verständigungsfreundlichen Islam 52
Kreuzzug als
"heiliger Krieg" und "heiliger Kampf" im Christentum 59
Vorbemerkungen 59
Die Anfänge des
Kriegermartyriums 62
Das Konzil von Clermont und der Aufruf zum Kreuzzug 65
Religiosität im mittelalterlichen
Europa 67
Die Wirkung der Wanderprediger 69
Die Kreuzzüge 70
Die konfessionellen
Glaubenskriege der frühen Neuzeit in Europa 91
Aufbruch in die Neuzeit 91
"Ein feste Burg ist unser
Gott..." 93
Das Pulverfass - die Verflechtung von Konfessionskonflikt und Staatsbildung 94
Innerstaatliche
Religionskonflikte 97
Die zwischenstaatlichen Glaubenskriege 100
Glaubenskriege als Motor für die Entstehung
des Staatensystems in Europa 101
Zusammenfassung 105
Pervertierung von Glaubensinhalten in
Konflikten und Kriegen unserer Zeit 107
Ursachen und Früchte des Zorns 107
Der religiöse
Fundamentalismus an der Macht 108
Zusammenfassung 118
Frieden und Krieg im Spiegel der Theologie
und Kirchengeschichte 119
Die frühe Christenheit 121
Die Konstantinische Wende 123
Augustinus
124
Fortführung antiker Friedensideen, darunter Varros "logisticus de pace" 124
Konzeption des "bellum
iustum" nach dem Anschauungen Ciceros 125 Augustinus' kirchenprägende Haltung gegenüber Ketzern 126
Der
"Investiturstreit" und große Umbruch in der Kirchengeschichte 128
Der geistige Wandel in der Stellung der Kirche zu
Krieg und Kriegerberuf 130
Der Gottesfrieden - Treuga Dei - als Widerspruch zur Entstehung des Kreuzzugsgedankens
131
Frieden und Krieg bei Thomas von Aquin 132
Luthers rigorose Ablehnung des Glaubenskrieges 135
Theologie von Krieg und Frieden von der beginnenden Neuzeit bis in unsere Zeit 136 Überwindung des Kreuzzugsdenkens
- Plädoyer für politische Lösungen 139
Kultur des Friedens 141
Pflichten und Aufgaben der
Weltreligionen heute 141
Frieden durch Toleranz und Dialogfähigkeit 146
Wie aus Feinden Nachbarn werden -
ermutigende Beispiele 148
Anhang 155
Quellen- und Literaturverzeichnis 155
Register
157
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