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Gewalt, Medien und Aggressivität bei Schülern
mit Beiträgen von Katja Grimm und Winfried Klingler
Rudolf H. Weiß
Hogrefe-Verlag
EAN: 9783801712471 (ISBN: 3-8017-1247-8)
310 Seiten, kartoniert, 17 x 24cm, 2000
EUR 32,95 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Sind wir gegenüber Gewalt innerhalb und außerhalb der Schule machtlos? Welche Rolle spielen audio-visuelle Medien bei der Entstehung von Gewalt? Welche Maßnahmen zur Prä-vention von Gewalt sind möglich? Der Autor beschäftigt sich in seinem Buch mit diesen Fragen und untersucht systematisch die Rolle der Medien bei der Entstehung von Gewalt und rechtsradikalen Tendenzen.
Neben einer Übersicht zum Stand der Medienwirkungsforschung wird ein differenziertes Persönlichkeitsmodell zur Medienwirkung präsentiert, das aus mehreren Forschungsprojekten in Baden-Würt-temberg und Sachsen entwickelt wurde. Die Medienindustrie und deren Geschäft mit Gewaltdarstellungen wird als Folge verfehlter Medienpolitik kritisch hinterfragt und im Kontext kontroverser wissenschaftlicher Meinungen analysiert. Darüber hinaus werden verschiedene anwendungsorientierte Verfahren, wie z.B. ein Beratungsmodell für die Schulberatung, ein Streitschlichtermodell mit Gesprächstechniken sowie unterrichtliche Verfahren und Befragungsmethoden bei der Vorbereitung schulischer Aktivitäten und Präventionsprogramme dargestellt. Zahlreiche praxisorientierte Materialien bieten wertvolle Anregungen zur Durchführung von Schülerprojekten, Pädagogischen Tagen und Elternveranstaltungen.
Rezension
Der Zusammenhang von „Gewalt, Medien und Aggressivität bei Schülern“ (Buchtitel) wird nicht selten und nicht selten einigermaßen kurzschlüssig thematisiert. Welche Rolle spielen audio-visuelle Medien bei der Entstehung von Gewalt? Das ist eine viel-diskutierte Frage, an der sich die Geister scheiden und in die oft mehr eigene Ideologie hineingebracht wird, als aus der Fragestellung herausgeholt wird. Dieser Band bietet nicht nur einen differnzierten Überblick zur Frage nach Gewalt bei Schülern und an Schulen, sondern auch zum Stand der Medienwirkungsforschung. Ein Schwerpunkt liegt dann auf Präventionsarbeit zur Gewalt an Schulen incl. praxisorientierter Materialien. Ein umfangreiches Sachwortregister schließt den Band zusätzlich auf.
Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Der Autor untersucht systematisch die Rolle der Medien bei der Entstehung von Gewalt und rechtsradikalen Tendenzen. Neben einer Übersicht zum Stand der Medienwirkungsforschung wird ein differenziertes Persönlichkeitsmodell zur Medienwirkung präsentiert, das aus mehreren Forschungsprojekten in Baden-Württemberg und Sachsen entwickelt wurde. Es werden verschiedene anwendungsorientierte Verfahren, wie z.B. ein Beratungsmodell für die Schulberatung, ein Streitschlichtermodell mit Gesprächstechniken sowie unterrichtliche Verfahren und Befragungsmethoden bei der Vorbereitung schulischer Aktivitäten und Präventionsprogramme dargestellt. Zahlreiche praxisorientierte Materialien bieten wertvolle Anregungen zur Durchführung von Schülerprojekten, Pädagogischen Tagen und Elternveranstaltungen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort XI
0 Einführung 1
0.1 Fallbeispiele 1
0.1.1 Welche Einstellung haben Schüler zur Gewalt? 1
0.1.2 Aktuelle Beispiele von Gewalt, Mobbing und Massaker 3
0.2 Kinderdelinquenz, Jugendkriminalität und Gewalt in der Schule 8
0.2.1 Überblick 8
0.2.2 Fakten aus der Kriminalstatistik 9
0.2.3 Mobbing von Schülern gegen Schüler und gegen Lehrer -Einstellung zur Gewalt -Ergebnisse aktueller Schülerbefragungen 12
0.2.3.1 Der Fall Markus 12
0.2.3.2 Weitere Fallbeispiele 12
0.2.3.3 Gewalt und Mobbing in der Schule 13
0.2.3.4 Fakten aus Schülerbefragungen 14
0.2.3.5 Vergleich mit anderen Untersuchungen 18
0.3 Schulleiterbefragungen zum Thema Gewalt in der Schule
in Baden-Württemberg 1991 und 1994 20
0.4 Die Rolle der Medien im Ursachenkontext von Jugendgewalt 22
Teil I: Grundlagen
1 Determinanten von Aggression und Aggressionsmodelle 27
1.1 Determinanten destruktiver Aggressivität 27
1.2 Psychologische Aggressionsmodelle 31
1.2.1 Behavioristische-lernpsychologische Modelle 31
1.2.2 Kognitivistische- motivationstheoretische Modelle 37
1.2.3 Psychoanalytischer Ansatz 39
1.3 Anschauliche aktuelle und historische Beispiele mit Medienbezug 40
1.4 Exkurs: Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) - oder „Gib's ihm, mach ihn fertig" 45
2 Medienpolitik und Medienindustrie 53
2.1 Das Medienkartell und seine Argumente 53
2.2 Geschichtlicher Exkurs 55
2.3 „Das Geschäft mit der Gewalt 59
Teil II: Forschungsergebnisse
3 Nutzung und Wirkung von Audio-Visuellen (AV)-Medien .. 81
3.1 Übersicht zum neueren Stand der Medien-Wirkungsforschung .. 82
3.1.1 Wie wirkt sich Dauerkonsum von exzessiven Gewaltdarstellungen auf
Persönlichkeitsmerkmale, moralisches Urteilen, Aggressivität und Angst aus? 83
3.1.2 Welche stimulierenden Wirkungen von Mediengewalt wurden nachgewiesen? 84
3.1.3 Gewaltmedien und Einflüsse auf Rechtsbewusstsein und moralische Urteilsbildung 85
3.2 Audio-visuelle Medien und Gewalt 87
3.2.1 Einzelfallanalyse 88
3.2.1.1 Einzelfallberichte über Tötungsdelikte und Tötungsabsichten und Medieneinfluss 88
3.2.1.2 Einzelfallanalysen und empirische Quantifizierung 98
3.2.2 Fernsehen als zweitwichtigster Sozialisationsfaktor 100
3.2.2.1 Die Konditionierung durch Fernsehgewalt 101
3.2.2.2 Verhaltens- und Einstellungsänderung durch TV-Gewalt 101
3.2.2.3 Senderpräferenzen und Gewaltanteile in TV-Sendern 103
3.2.2.4 Fernseh-Nutzungszeiten bei Kindern und Jugendlichen 110
3.2.3 Videonutzung - Horror-Gewalt 113
3.2.3.1 Eine persönliche Anekdote mit historischem Rückblick 113
3.2.3.2 Ein Unterrichtsbeispiel 116
3.2.3.3 Ergebnisse aus eigenen repräsentativen Schülerbefragungen 117
3.2.3.4 Videogewalt und Fernsehen 131
3.2.3.5 Zusammenfassende Bemerkungen zu den Konsumgewohnheiten beim Genre Horror-Gewalt oder „Ist ein Amoklauf ein schicksalhaftes Ereignis?" 132
3.2.3.6 „Von der Gewalt fasziniert" - was sollen wir dagegen tun? 135
3.2.4 Computernutzung - Computerspiele und Gewalt 137
3.2.4.1 Fakten zur Computernutzung aus empirischen Erhebungen 137
3.2.4.2 Einzelfall einer devianten, medieninduzierten Entwicklung 139
3.2.4.3 Marktanalyse und pädagogisches Handeln 144
3.2.4.4 Was macht den Computer so attraktiv? 145
3.2.4.5 Positive Aspekte der PC-Nutzung 146
3.2.4.6 Wann wird der Computer zur Gefahr? 146
3.2.4.7 Neue empirische Daten zur spielerischen PC-Nutzung 147
3.2.4.8 Nutzungseffekte 149
3.2.4.9 Gewalt-Computerspiele versus Filmgewalt - ein Streit, der überflüssig ist 152
3.2.4.10 Jugendkriminalität und „Innenweltverschmutzung" 153
3.2.4.11 Tamagotchi - ein „lebensechter Freund"? 153
3.2.4.12 Was tun? 154
3.3 Mehrfachnutzung von Bildschirm-Medien 1999 156
3.3.1 Mehrfachnutzung der Medien Fernsehen, Video, Computerspiel 156
3.3.2 Nutzungseffekte bei Mehrfachkonsum 157
3.4 Gewalt in den Medien - was hat das mit Mobbing in der Schule zu tun? -
Eine Zusammenfassung 158
3.4.1 Aus Bildern werden Vorbilder 158
3.4.2 Der Täterkreis wird größer 161
3.4.3 Mediengewalt und Mobbing 163
3.4.4 .Abrüstung auf dem Bildschirm" 164
4 Empirische Untersuchungen der Medienwirkung durch komplexe statistische
Analysen und kausalanalytische Verfahren (Pfadanalysen 167
4.1 Gewaltmedienkonsum und Rechtsradikalismus bei Jugendlichen in Baden-Württemberg und Sachsen - Faktoren- und kausalanalytische Überprüfung eines vermuteten Zusammenhangs 167
4.1.1 Methoden und Stichprobenumfang 170
4.1.2 Ergebnisse 171
4.1.2.1 Faktorenanalysen 171
4.1.2.2 Kausalanalytische Modelle 173
4.1.3 Interpretation und Diskussion 177
4.1.4 Jugend und Rechtsradikalismus- ein politisches Armutszeugnis und
eine gesellschaftliche Herausforderung für Ost und West 181
4.1.5 Spezifische Interventionsempfehlungen 183
4.2 Medienwirkung auf Einstellung zu Gewalt und Mobbing 184
4.2.1 Pfadanalyseprojekte A und B 184
4.2.2 Pfadanalyse Projekt A (Hauptschule und Gymnasium) 185
4.2.3 Pfadanalyse Projekt B (Hauptschule- Realschule - Gymnasium) 196
4.2.4 Resümee und Konsequenzen 201
5 Das Persönlichkeitsmodell zur Medienwirkung und meine Konsequenzen 205
5.1 Persönlichkeitsmodell zur Medienwirkung 205
5.2 Was muss verändert werden? 210
5.2.1 Abrüstung auf dem Bildschirm und technische Schutzmaßnahmen 210
5.2.2 Medienpädagogik und der Irrglaube an die Medienerziehung 212
Teil III: Intervention
6 Interventions- und Präventionsmöglichkeiten 217
6.1 Thesen zu einer ganzheitlichen Prävention in der Schule 218
6.1.1 Grundsätzliche Statements in sieben Thesen 218
6.1.2 Formen der Umsetzung bzw. Vermittlung dieser Grundsätze 219
6.1.3 Konkrete Maßnahmen im Überblick 220
6.2 Mediationsverfahren zur schulischen Konfliktlösung 221
6.2.1 Das Streitschlichterprogramm durch Schüler, von Katja Grimm 222
6.2.2 Streitschlichtung durch Beratungslehrer, von Winfried Klingler228
6.3 Unterrichtsprojekte 238
6.3.1 Klassengespräch zu Horror-Gewalt mit Videodemos 238
6.3.2 Klassenregeln gegen Gewalt aufstellen 241
6.3.3 Entspannungsverfahren für den Unterricht 243
6.4 Gestaltung von Elternabenden 244
6.4.1 Thematischer Elternabend am Beispiel „Gewalt und Medien" oder
„Von der Gewalt fasziniert" 245
6.4.2 Papers für unterschiedliche Themen zu Gewalt und Medien 249
6.4.2.1 Thema: Horror-Gewalt-Filme 249
6.4.2.2 Tipps beim Kauf von Computerspielen und einige Beispiele für gute Computerspiele 254
6.4.2.3 Zeichentrickfilme und ihre Wirkung auf die Kinder - ein persönlicher Brief 254
6.4.2.4 Verantwortungsbewußter Umgang mit Fernsehen und Video 260
6.4.2.5 Beispiel für Vortragsabend - Gliederung/Verlauf 261
6.4.3 Hilfen für Eltern bei Problemen mit „Gewalt in der Schule" 262
6.4.3.1 Wie erkennen Eltern, dass ihr Kind unter solchen Mobbing-Auswirkungen leidet? 262
6.4.3.2 Was sollte man tun? 262
6.5 Pädagogischer Tag zum Thema Gewalt/Mobbing und Medien 264
6.5.1 Grundsätzliche Bemerkungen 264
6.5.2 Programmvorschlag zum Pädagogischen Tag 265
6.5.3 Gesprächsregeln in der Gruppe 267
6.5.4 Lehrerfragebogen zu Gewaltprävention und -Intervention . 268
6.6 Schulische Interventionserfordernisse im Überblick 269
6.6.1 Individuelle Hilfen und schulische Maßnahmen 269
6.6.2 Zehn Thesen für Lehrer zur Bewältigung aggressiver Konflikte 270
6.7 Diagnostische Hilfen und Materialien für schulische Berater 271
6.7.1 Fragebogen zu Medien und Gewalt/Mobbing 271
6.7.2 Diagnostik bei aggressiven Schülern 281
6.7.3 Anamnesebogen bei der schulpsychologischen Beratung 281
6.7.4 Interviewleitfaden für Berater zum Medienkonsum 284
Literatur 287
Anhang 295
Sachwortregister 301
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