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Gerhard Richter
Fondation Louis Vuitton
Dieter Schwarz, Nicholas Serota (Hrsg.)
Schirmer-Mosel
EAN: 9783829610575 (ISBN: 3-8296-1057-2)
416 Seiten, hardcover, 26 x 31cm, Oktober, 2025
EUR 58,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Rezension
„Onkel Rudi“(1965), „Ema (Akt auf einer Treppe)“(1966), „Verkündigung nach Tizian“(1973), „4096 Farben“(1974), „Abstraktes Bild“(1979), „Strich (auf Rot)“(1980), „Kerze“(1982), „Betty“(1988), „Lesende“(1994), „Silikat“(2003), „Strip“(2011) oder „Birkenau“(2014). Diese Werke zählen zu den bekanntesten von Gerhard Richter (*1932), dem bedeutendsten und international erfolgreichsten deutschen Gegenwartskünstler. Zu sehen waren diese und andere, insgesamt 270, in der großen Retrospektive „Gerhard Richter“ in der Fondation Louis Vuitton in Paris vom 17.10.2025 bis zum 2.3.2026. Die äußerst sehenswerte Schau, in der 275 gekonnt ausgewählte Artefakte aus allen Werkgattungen und -phasen bestaunt werden konnten, wurde kuratiert von Dieter Schwarz und Nicholas Serota. Berücksichtigung fanden neben den weltbekannten Bildern Richters auch seine Zeichnungen, Aquarelle, Skulpturen und öffentlichen Werke.
Zu der beeindruckenden Ausstellung erschien ein gleichnamiger Katalog, herausgegeben von ihren Kuratoren, im renommierten Kunstverlag Schirmer/Mosel. Die die Arbeiten Richters aus den Jahren 1962 bis 2024 gekonnt beleuchtende Beiträge stammen primär von ausgewiesenen Kunsthistoriker:innen. Dabei geht es auch um Richters Ästhetik des Illusionismus. „Ich wollte nie Realität ins Bild holen. […] Aber den Schein der Realität, das schon.“, äußerte Richter in einem Gespräch 2002. Der Band, versehen mit 466 Abbildungen in exzellenter Druckqualität, überzeugt auch in ästhetischer Hinsicht.
Durch das vorliegende Buch werden Lehrkräfte des Faches Bildende Kunst dazu eingeladen, ausgewählte Werke Richters im Unterricht zusammen mit Schüler:innen zu betrachten, zu interpretieren und mit Arbeiten anderer Künstler:innen zu vergleichen. Außerdem bietet es sich an, im Unterricht der Fächer Bildende Kunst und Philosophie über Richters Ästhetik zu reflektieren, zum Beispiel über die von ihm vertretene Behauptung: „Die Kunst ist die höchste Form der Hoffnung.“ Oder auch über sein epistemologisches Diktum: „Das Denken ist beim Malen das Malen.“
Fazit: Der monumentale Ausstellungsband „Gerhard Richter“ verdient einen Platz in der Bibliothek aller an zeitgenössischer Kunst Interessierten. Durch den Katalog erhält man einen exzellenten Überblick über das vielfältige und komplexe Œuvre des Jahrhundertkünstlers.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Die Fondation Louis Vuitton in Paris richtet dem bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Maler, Gerhard Richter (geb. 9.2.1932), im Herbst 2025 eine umfangreiche Retrospektive aus. In dem von Frank Gehry errichteten Bau, der 2014 schon mit einer Gerhard Richter-Schau eröffnet wurde, werden von Oktober 2025 bis März 2026 Werke aus allen Schaffensphasen und aller „Spielarten“ des Künstlers zu sehen sein – die Bilder nach Fotografien, mit denen er in den 60er Jahren berühmt wurde, die Farbtafeln und Vermalungen, Stillleben, Abstraktionen, Landschaften ... Der „Glaube an die Malerei“ war in den eigenen Worten Richters, der 2020 das Malen aufgab, immer das verbindende Element und oberste Gebot seiner Kunst, auch in den Zeiten, als andere das Ende der Malerei verkündeten. Mit Texten von Dieter Schwarz, Nicholas Serota, Michael Lüthy, Georges Didi-Huberman, Guy Tosatto, Dietmar Elger u.a.
Inhaltsverzeichnis
S.5 Dank
S.11 Grußwort
Bernard Arnault Präsident der Fondation Louis Vuitton
S.15 Vorwort
Suzanne Page Künstlerische Direktorin der Fondation Louis Vuitton
S.23 Einführung
Dieter Schwarz / Nicholas Serota
Rückblick und Ausblick. Gedanken zu einer Retrospektive von Gerhard Richter
S.43 I 1962-1970 Malerei nach Fotografien
Andre Rottmann Richters restitutiver Realismus: Malerei nach Fotografien
S.85 II 1971-1975 Fragen an die Darstellung
Michael Lüthy Grenzgänge der Malerei. Richters konzeptuelle Werke
S.113 III 1976-1986 Abstrakte Bilder Michael Lüthy „Natur/Struktur“. Richters Abstrakte Bilder
S.151 IV 1987-1995 Dunkle Jahre
André Rottmann Der Geschichte ins Gesicht sehen: Richters düstere Reflexion
S.197 V 1996-2010 Neue Perspektiven: Zufall
Martin Germann Verlust und Zufall. Gerhard Richters Malerei an der Schwelle vom 20. zum 21. Jahrhundert
S.241 VI 2011-2017 Elegien der Malerei
Florian Klinger Gerhard Richters Birkenau
S. 269 VII Auf Papier
Guy Tosatto Zeichnungen, Aquarelle, übermalte Fotografien
S. 309 VIII Skulptur
Martin Germann Der perfekte Künstler: Gerhard Richter im Spiegel der Skulptur
S. 326 IX Atlas
Leah Dickerman Gerhard Richters Gedächtnis Atlas
S. 345 X Öffentliche Werke
Dietmar Elger Das Werk im öffentlichen Raum
S. 369 XI Nachwort
Georges Didi-Huberman Bleibt zu sehen
S. 379 Chronologie Dietmar Elger
S. 389 Bibliografie Dieter Schwarz
S. 406 Werke in der Ausstellung
S. 416 Autoren
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