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George Grosz - "Deutschland, ein Wintermärchen"
Aquarelle, Zeichnungen, Collagen, 1908-1958
Hrsg. Ralph Jentsch, Texte von Ralph Jentsch, Werner Spies, Jürgen Wilhelm, Gestaltung von Kühle und Mozer
Ralph Jentsch (Hrsg.)
Hatje Cantz Verlag
EAN: 9783775732062 (ISBN: 3-7757-3206-3)
192 Seiten, hardcover, 24 x 30cm, 2011, 155 Abb., davon 133 farbig
EUR 39,80 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Ich zeichnete und malte aus Widerspruch und versuchte, durch meine Arbeit die Welt davon zu überzeugen, dass sie hässlich, krank und verlogen ist.
GEORGE GR0SZ
GEORGE GROSZ [1893-1959] gehörte nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zu den Führenden Vertretern der Berliner Dada-Bewegung und prägte mit seinen beißenden Satiren die visuelle Kultur der Weimarer Republik.
Der Titel der vorliegenden Publikation zitiert nicht nur das berühmte, 1844 entstandene Gedicht von Heinrich Heine, sondern nimmt auch Bezug auf ein verschollenes Grosz-Hauptwerk von 1918. Hierzu tauchte 2010 eine bedeutende Vorstudie in Aquarell auf, in der alle Hauptmotive bereits angelegt sind. Wie Heine geht es auch Grosz um die Entlarvung des anachronistischen Gesellschaftssystems in Deutschland, um die Demaskierung des kleinbürgerlichen Egoismus, um die Überwindung überkommener Werte und geistiger Unmündigkeit.
Der Band mit Texten von Ralph Jentsch, Werner Spies und Jürgen Wilhelm richtet den Schwerpunkt auf drei bedeutende Bereiche des Schaffens von George Grosz - auf seine Zeichnungen, Aquarelle und Collagen - und präsentiert eine hochkarätige Auswahl aus sechs Jahrzehnten sowie eine eindrucksvolle Vielfalt an Themen, etwa Grosz' Auseinandersetzung mit dem politischen Geschehen seinerzeit, die vehemente Kritik an Bürgertum, Kirche und Militär, seine Faszination Für die triebhaften Facetten des Menschen und Für die Metropolen New York und Berlin.
Rezension
Dieser Ausstellungskatalog wendet sich den Zeichnungen, Aquarellen und Collagen von George Grosz (geb. 1893 in Berlin als Georg Ehrenfried Groß, gest. 1959) zu, dem deutsch-amerikanischen Maler, Grafiker und Karikaturisten. Seine sozial- und gesellschaftskritischen Gemälde und Zeichnungen, z.T. drastische und provokative Darstellungen mit politischen Aussagen, entstanden überwiegend in den 1920er Jahren. Typische Themen sind die Großstadt, ihre Perversionen (Mord, Gewalt, Exzesse) sowie die Klassengegensätze, die sich in ihr zeigen. In seinen Werken, oft Karikaturen, verspottet er die herrschenden Kreise der Weimarer Republik, greift soziale Gegensätze auf und kritisiert insbesondere Wirtschaft, Politik, Militär und Klerus. Durch den 1. Weltkrieg wird Grosz politisiert: Krieg war für ihn Grauen, Verstümmelung und Vernichtung, als strikter Kriegsgegner wie sein Freund John Heartfield, vormals Helmuth Herzfeld, wollte Grosz keinen deutschen Namen mehr tragen. Daher nannte er sich seit 1916 George Grosz.
Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Drei bedeutende Bereiche des Schaffens von George Grosz werden untersucht: Zeichnungen, Aquarelle und Collagen.
George Grosz (1893-1959) gehörte nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zu den führenden Vertretern der Berliner Dada-Bewegung. Seine beißenden Satiren prägten die visuelle Kultur der Weimarer Republik.
Die Publikation präsentiert eine hochkarätige Auswahl an Zeichnungen, Aquarellen und Collagen von George Grosz aus fünf Jahrzehnten, darunter bislang noch nie gezeigte oder publizierte Arbeiten wie eine jüngst aufgetauchte Vorstudie zum Titel gebenden, verschollenen Hauptwerk. Sie präsentiert die eindrucksvolle Vielfalt an Themen vom Beginn seiner künstlerischen Laufbahn bis in die späten Jahre. Dazu gehören die Auseinandersetzung mit dem politischen Geschehen seiner Zeit, die vehemente Kritik an Bürgertum, Kirche und Militär, seine Faszination für die triebhaften Facetten des Menschen und die Metropolen New York und Berlin.
Ausstellungen: Max Ernst Museum Brühl des LVR 11.9.–18.12.2011 | Im Anschluss Stiftung Ahlers Pro Arte / Kestner Pro Arte, Hannover, Februar bis Mai 2012
Inhaltsverzeichnis
Jürgen Wilhelm
7 Zum Geleit
Achim Sommer
9 Vorwort
Werner Spies
13 Hässlichkeit und Hass
George Grosz und die sezierte Gesellschaft
Ralph Jentsch
23 George Grosz. Berlin — New York
Arbeiten aus sechs Jahrzehnten
Jürgen Wilhelm
47 George Grosz und Heinrich Heine
Zwei Brüder im Geiste, die an ihrem Land verzweifeln
55 Ausgestellte Werke
Ralph Jentsch
169 George Grosz
Biografie
178 Verzeichnis der ausgestellten Werke
182 Verzeichnis der Einzelausstellungen
186 Bibliografie
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