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Geogeschichte Die Macht der Geografie in der Weltgeschichte
Geogeschichte
Die Macht der Geografie in der Weltgeschichte




Christian Grataloup

Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406837265 (ISBN: 3-406-83726-3)
390 Seiten, hardcover, 17 x 25cm, Oktober, 2025

EUR 38,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
"Die historische Erzählung, die Sie lesen werden, wurde von einem Geografen geschrieben. Sie möchte deutlich machen, was die Geschichte von Gesellschaften ihrem Raum verdankt. Geografen beschäftigen sich für gewöhnlich damit, den Raum der heutigen Gesellschaften zu erforschen und zu interpretieren, während es hier letztlich darum geht, ihre Werkzeuge für das Verständnis der Vergangenheit fruchtbar zu machen. ... Wir werden Meeresströmungen und Seefahrer kennenlernen, Berge, Wüsten und Eroberer, Bauern und zu kalte Winter."

Christian Grataloup
Rezension
Welche Faktoren bestimmen den Verlauf der Geschichte? Große Persönlichkeiten, Familien, Ethnien, Ökonomie, Politik, Gesellschaft oder Umwelt? Auf diese geschichtsphilosophische Frage wurden seitens der Geschichtswissenschaft und -theorie unterschiedliche Antworten gegeben. Für Christian Grataloup (*1951), emeritierter Professor für historische Geografie an der Universität Paris VII-Denis-Diderot, ist es klar: die wirkungsmächtige Geografie. Diese Position verdeutlichte er schon anschaulich in seinen auch auf Deutsch bei C.H. Beck publizierten Bestsellern „Die Geschichte der Welt. Ein Atlas“(2022) und „Die Geschichte der Erde. Ein Atlas“(2024). Während in den beiden Büchern die Karten dominieren, liefert er mit seinem Werk „Géohistorire. Une autre histoire des humains sur la terre“ im Jahre 2023 eine fast 400 Seiten umfassende Monographie zur Menschheitsgeschichte von den Anfängen in der afrikanische Savanne bis zur Umweltkrise der Gegenwart.
2025 erschien das Werk in der deutschen Übersetzung von Stefan Lorenzer bei C.H. Beck unter dem Titel „Geogeschichte. Die Macht der Geografie in der Weltgeschichte“. Beigefügt sind dem Werk ein 59 Seiten umfassender Atlas von Karten in Farbdruck, die aus den oben genannten Bestsellern entnommen wurden. Diese untermauern Grataloups Hauptthese: „Die Geschichte der Menschen ist unauflöslich global und erdgebunden zugleich.“(S. 383) Damit kritisiert er zum einen eurozentrische Modelle der Weltgeschichte und zum anderen solche, welche die Bedeutung des geografischen Raums vernachlässigen, z. B. die Geomorphologie, die Klimazonen, die Meeresströmungen sowie die regionalen Faunen und Floren. Grataloup nimmt alle Leser:innen mit auf eine faszinierende Reise durch die Globalgeschichte. Zurecht fordert er vor dem Hintergrund seiner geogeschichtlichen Erkenntnisse, die ökologische Krise „trotz aller geopolitischen Widersprüche […] im Weltmaßstab“(S. 384) zu bearbeiten. Lehrkräfte der Fächer Geschichte und Geografie werden durch den vorliegenden Band motiviert, sich in ihrem Fachunterricht oder in einem fächerübergreifenden Projekt mit Einfluss der Geografie auf die Geschichte problemorientiert auseinanderzusetzen.
Fazit: Christian Grataloup hat mit seinem augenöffnenden Buch „Geogeschichte“ ein Werk vorgelegt, das einen wichtigen Beitrag zur historischen Aufklärung leistet und gegenwärtige Geopolitik besser verstehen lässt.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Grataloup, Christian
Geogeschichte
Die Macht der Geografie in der Weltgeschichte.
"Die historische Erzählung, die Sie lesen werden, wurde von einem Geografen geschrieben. Sie möchte deutlich machen, was die Geschichte von Gesellschaften ihrem Raum verdankt. Geografen beschäftigen sich für gewöhnlich damit, den Raum der heutigen Gesellschaften zu erforschen und zu interpretieren, während es hier letztlich darum geht, ihre Werkzeuge für das Verständnis der Vergangenheit fruchtbar zu machen. ... Wir werden Meeresströmungen und Seefahrer kennenlernen, Berge, Wüsten und Eroberer, Bauern und zu kalte Winter."
Christian Grataloup
Christian Grataloup hat in seinen Bestsellern «Die Geschichte der Welt» und «Die Geschichte der Erde» Karten auf eine ganz neue und moderne Weise mit erläuternden historischen Texten verbunden. Nun legt der Meister der historischen Kartografie die Summe seines Denkens vor: «Geogeschichte» ist eine literarische Expedition voller Überraschungen, bei der Grataloup einer einzigen Frage auf der Spur ist: Welchen Einfluss hat die Geografie auf den Verlauf der Weltgeschichte?
Inhaltsverzeichnis
8QTDGOGTMWPI|s'KPG)GQIGUEJKEJVGFGT/GPUEJGPCWHFKGUGT'TFG 11
'KPNGKVWPI|s&KG(TCIGFGU#PFGTGP'KPRNWTCNGT5KPIWNCT
GKPUKPIWNÀTGT2NWTCN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
-CRKVGN||s)GUEJKEJVGIGQITCƂUEJNGUGP . . . . . . . . . . . . . . . 23
Die ganze Erde einnehmen. Eine erste Antwort auf den
Bevölkerungsdruck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
Feuer, Nadel, Haus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Wie wir zu hypersozialen Primaten wurden . . . . . . . . . . . . . . . 33
Die Geschichte der Menschheit – zwischen Nähe und Mobilität . . . . . 37
Eine Frage der Nachbarschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
-CRKVGN||s8GTDTGKVWPIWPF Ein Umkehrspiegel der Gegenwart . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Auszug aus der Baumsavanne in höchst unterschiedliche Umwelten . . . 47
Homo sapiens, am Ende allein auf weiter Flur . . . . . . . . . . . . . . 53
Niedrigwasser und frühe Seefahrt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
Australisches Inseldasein 59 – America, America! 62
Was, wenn es schon früher zur Aufspaltung in kontaktlose
Gesellschaften gekommen wäre? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
-CRKVGN||s&CU.GDGPFKIGÀJOGPCDGTPWTGKPRCCT#TVGP . . . . . 71
Synchronie und Polygenese von Gesellschaften . . . . . . . . . . . . . . 72
Neolithische Revolutionen 73 – Sesshaftigkeit ist keine Tochter der
Landwirtschaft mehr 76
Notwendige Bedingungen für den Anbruch des Neolithikums . . . . . . 79
Eine neuartige Nutzung der Erde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
Das Meer steigt … 83 – Konkurrenz von Baum und Mensch 85
Domestizierungen: Heterogene Gleichzeitigkeit . . . . . . . . . . . . . 87
Wenige domestizierbare Arten 89 – Koevolution von Mensch und
Wolf 91
War das Neolithikum eine Katastrophe? . . . . . . . . . . . . . . . . . 93
Was, wenn das Lama eine Kuh gewesen wäre? . . . . . . . . . . . . . . 97
-CRKVGN||s#PFGTUYQHTØJGTCPFGTG)GUEJKEJVGP . . . . . . . . . . 101
Eufrasien und die Anderen: Die Letzten waren die Ersten . . . . . . . . 103
Die Welten der letzten Verbreitungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
Im Westen Neues (oder vielleicht im Osten?) 107 – Ozeanische
Merkwürdigkeiten 113 – Im dünn besiedelten hohen Norden 120 –
Subsahara-Afrika, eine sehr alte Peripherie 123
Jenseits der Peripherie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130
Eine negative und provisorische Geografie 131 – Anarchistische
Völker? 133
Was, wenn die globale Welt woanders entstanden wäre? . . . . . . . . . 134
-CRKVGN||s&KG)GDWTVFGTINQDCNGP9GNVCWUFGTGWHTCUKUEJGP#EJUG 137
Verbundene Welten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139
Ein Hindernisparcours 139 – Von einer «Zivilisation» zur anderen 147 –
Untergründige Beziehungen zwischen den Welten 150 – Verbreitung
domestizierter Lebewesen 151 – Wie Welten sich verbinden 154 – Der
Raum der Edelmetalle 159 – Ein Raum, aber keine «Zeit» 164
Osten, Zentrum, Westen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 165
Von Abendländern und Morgenländern 166 – Frühreife Mitte, träge
Peripherien 172
Gesellschaften mit Wurzeln und Gesellschaften auf Hufen . . . . . . . . 181
Landwirte und Reiter 182 – Reitkünste 183 – Sesshafte Reiche, von
Steppenreitern regiert 186 – Steppenreiche 189
Reiche und Wirtschaftswelten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 197
Große Flüsse und Getreide: Eine imperiale Ökologie? 199 – Gefährliche
Nachbarschaften: Eine imperiale Grundsituation? 202 – Jenseits der
Reiche. Wirtschaftswelten 207 – Erbschaft alter Konfigurationen 220
Was, wenn Zheng He Afrika umschifft hätte? . . . . . . . . . . . . . . 222
Die sieben Reisen des Zheng He 222 – Hat es die Großen Entdeckungen
der Chinesen wirklich gegeben? 225
-CRKVGN||s&KG$KHWTMCVKQPFGT9GNV . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229
Out of Eufrasia: Die unvermeidlichen «Entdeckungen» . . . . . . . . . 231
War Amerika so isoliert? 232 – Weiterziehen, wenn die Erde erschöpft
ist 238
Europa: Zufälle und Begehrlichkeiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . 242
Gegen den Westwind 242 – Ein erster Schritt in Richtung Übersee? 245 –
Auf der Suche nach dem winterlosen Land 250
Was in Eurasien als Marginalie begann . . . . . . . . . . . . . . . . . . 253
Dreißig Jahre, die Amerika zusammenbrechen ließen 253 – Warum
gerieten die anderen Gesellschaften der Achse nicht in Versuchung? 258 –
Eine koloniale Wirtschaftswelt 261
Fluch der «Entdeckungen» . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 264
Der größte Bevölkerungseinbruch der Geschichte 264 – Ein bakteriologischer Vorteil für die Kolonisatoren 269
Was, wenn Europa auf Übersee verzichtet hätte? . . . . . . . . . . . . . 270
War es für Europa die Mühe wert? 270 – Was, wenn der ungleiche
Mikrobenaustausch sich umgekehrt hätte? 272 – Was, wenn Europa
teilweise tropisch gewesen wäre? 274
-CRKVGN||s'KPGINQDCNG9GNVXQTØDGTIGJGPFGWTQRÀKUEJ . . . . . . 277
Columbian exchange: Die Globalisierung der Ökosysteme . . . . . . . . 279
Zeitmaßstäbe 279 – Absichtliche Transfers 282 – Das neolithische Erbe
wird global 284
Die Westindischen Inseln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 289
Die Plünderung Amerikas 289 – Wettstreit europäischer Mächte 293 –
Von Potosí über Amsterdam nach Beijing 300
Die Erschaffung des Südens. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 304
Lange Zeit marginalisierte gemäßigte und kalte Zonen 304 – Transatlantischer Sklavenhandel: Demografischer Aderlass und geopolitische
Desorganisation in Subsahara-Afrika 305 – Langsames Vordringen des
europäischen Handels nach Ostasien 308 – Europäischer Konsum –
Nutznießer und Motor der Erfindung des Südens 315 – Von den Tropen
zur Unterentwicklung 321
Was, wenn der Süden den Norden erschaffen hätte? . . . . . . . . . . . 328
-CRKVGN||s>/GPUEJGP'TFG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 333
Europa, einen Schritt voraus (18. Jahrhundert bis 1914) . . . . . . . . . 334
Eine mehrdimensionale Revolution 334 – Der grundlegende Wandel:
die Zahl der Menschen 335 – Die Revolution der nicht-agrarischen
Produktion 339 – Das Paradigma der Moderne 342 – Puzzle und
Kapitalismus 344 – Die zweite Kolonisierung 347 – Gefahren einer
Wirtschaftswelt 355
Die Weltkarte: Langfristige Folgen der Großen Transformation
(20. und beginnendes 21. Jahrhundert) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 357
Weltpuzzle 357 – Schrumpfung der Welt, Inflation der Menschenzahl 359 – Die Erfindung des Westens 361 – Weltfluchtversuche 365 –
Der «Süden»: Immer noch unterjochte Gesellschaften 367
Das Zeitalter fossiler Kohlenstoffe (18. bis 21. Jahrhundert) . . . . . . . 370
Geologisches Erbe, leichtfertig verschleudert 371 – Gemeinsame
Biosphäre 372 – Immer der einfachste Weg 374 – Systemische, aber
nicht ausweglose Bedrohung 378
5EJNWUUYQTV|s'TFIGDWPFGPINQDCNWPKXGTUCN . . . . . . . . . . . . . 383
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