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Gabriele Münter
Die Reise nach Amerika. Photographien 1899-1900 / Die Jahre mit Kandinsky. Photographien 1902-1914
Helmut Riedel
Schirmer-Mosel
EAN: 9783829610599 (ISBN: 3-8296-1059-9)
512 Seiten, kartoniert, 18 x 24cm, Juni, 2025
EUR 24,80 alle Angaben ohne Gewähr
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Rezension
Welche Künstlerin zählt zu den wichtigsten Malerinnen des Expressionismus? Wer war Schülerin von Kandinsky, Mitglied der Neuen Künstlervereinigung München und Mitbegründerin der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“? Welche Malerin hatte 1908 im Kunstsalon Lenobel in Köln mit 57 Gemälden ihre erste Einzelausstellung? Wer wurde 1957 mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet? Von wem stammen Werke wie „Kandinsky“(1906), „Bildnis Marianne von Werefkin“(1909), „Mann im Sessel (Paul Klee)“(1913) oder „Mutter mit schlafendem Kind“(1934)?
Die Antwort auf alle diese Fragen lautet: Gabriele Münter, geboren 1877 in Berlin, gestorben 1962 in Murnau. Das Sujet der Künstlerin war das Porträt: Selbstbildnisse, Darstellungen anderer Personen, Figurenbildnisse, Kinderbildnisse und Gruppenporträts. Weniger bekannt ist, dass Münter auch eine sehr gute Photographin war. Auf ihrer Reise nach Amerika 1899-1900, zusammen mit ihrer Schwester, fertigte sie zahlreiche Fotographien an, insbesondere von Landschaften und Städten. Zu sehen waren diese in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München vom 30.9.2006 bis zum 14.1.2007 in der Ausstellung „Gabriele Münter – Die Reise nach Amerika. Photographien 1899-1900“. In der Folgeausstellung „Gabriele Münter – Die Jahre mit Kandinsky. Photographien 1902-1914“, ebenfalls im Lenbachhaus, vom 10.2. bis zum 3.6.2007, waren Photographien Münters von ihrem Lehrer und Verlobten Wassily Kandinsky und anderen Künstlerfreund:innen wie Franz Marc, August Macke, Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin zu sehen, außerdem Lichtbilder ihres Verlobten von ihr selbst. Zudem konnten Lichtbilder Münters von Reisen u.a. nach Holland und Tunesien sowie von Festen in Murnau bestaunt werden.
Zu den beiden sehenswerten Ausstellungen erschien 2006 und 2007 bei Schirmer/Mosel jeweils ein ästhetisch sehr ansprechender Katalog, herausgegeben von dem Kunsthistoriker Helmut Friedel, dem damaligen Direktor des Lenbachhauses und Vorsitzenden der Gabriele Münter und Johannes Eichner-Stiftung (München). Im Photoband zur Amerikareise findet man u.a. aufschlussreiche Beiträge über den Bilderkosmos und die Photographietechnik Münters sowie im Anhang erstmals abgedruckt fünf handschriftliche Manuskripte der Künstlerin mit Erinnerungen an Amerika. Im Folgekatalog wird zum Beispiel die Bedeutung der Photographie für die Genese des Œuvres von Münter und Kandinsky beleuchtet. 2025 wurde bei Schirmer/Mosel eine broschierte Sonderausgabe mit den beiden Photobänden veröffentlicht, die Aufschluss gibt über den künstlerischen Werdegang Münters und von der Vielfalt ihres Gesamtwerks zeugt. Lehrkräfte des Faches Bildende Kunst werden durch die beiden Kataloge motiviert, sich in ihrem Fachunterricht mit Münters Arbeiten auseinanderzusetzen.
Fazit: Die Sonderausgabe der beiden Photobände Münters ist für Freund:innen der weltweit bekannten Künstlerin ein Muss und von Interesse für alle, die sich für die Kunst um 1900 interessieren.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
1899–1900 unternimmt Gabriele Münter (1877–1962), gerade 21 Jahre alt, gemeinsam mit ihrer Schwester Emmy eine Reise zu Verwandten in Amerika. Sie bleiben zwei Jahre, und Gabriele Münter beginnt ausgiebig zu photographieren: Landschaften in Missouri, Arkansas und Texas, die Prärie, die teilweise noch pionierhaft anmutenden Behausungen, die Städte – St. Louis, Dallas, New York –, die Familie. Ostern 1901, wenige Monate nach ihrer Rückkehr, nimmt sie ihr Kunststudium in München auf. Dort wird sie Schülerin von Wassily Kandinsky und 1903 seine zunächst heimliche Verlobte. Bis zu ihrer Trennung 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, überschlagen sich die Ereignisse – auch in der Kunstszene. In München und im oberbayerischen Murnau, wo sie sich nach vier Jahren ausgedehnten Reisens – Holland, Tunis, Rapallo, Sèvres bei Paris – niederlassen, finden sie zu einem neuen, expressiven Malstil, der unter dem Namen der 1911 gegründeten Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ Kunstgeschichte schreiben wird. Der Photographie bleibt Münter weiterhin treu: Sie hält die Stationen der Reisen fest, photographiert Kandinsky – und er sie –, Künstlerfreunde wie Marc, Jawlensky und Marianne von Werefkin, die Feste in Murnau, die Ausstellungen des „Blauen Reiter“
Inhaltsverzeichnis
Die Reise nach Amerika
HELMUT FRIEDEL
7 Vorwort
ANNEGRET HOBERG
10 Gabriele Münter in Amerika
31 TAFELN
ISABELLE JANSEN
179 Die Bilderwelt der Amerika-Photos von
Gabriele Münter
DANIEL OGGENFUSS
189 Kamera- und Verfahrenstechnik der
Amerika-Photographien Gabriele Münters
ULRICH POHLMANN
203 Die Fragilität des Augenblicks
Anhang
GABRIELE MÜNTER
217 Erinnerungen an Amerika
222 Biographische Daten
223 Die Reiseroute durch Amerika
Die Jahre mit Kandinsky
7 Vorwort
ANNEGRET HOBERG
11 Gabriele Münter - Biographie
und Photographie 1901 bis 1914
HELMUT FRIEDEL
45 Kandinsky und die Photographie
Die Wunder der Photographie
ISABELLE JANSEN
55 Die Photographien der Gabriele Münterund Johannes Eichner-Stiftung und der
Aufbau einer deutsch-französischen
Bilddatenbank
65 TAFELN
286 Biographische Daten
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