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Franziskus
Franziskus



Ufa
ISBN: 00143
1 Seiten, DVD, 14 x 19cm, April, 2009

EUR 9,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Der Kaufmannssohn Franziskus wächst in äußerst wohlhabenden Verhältnissen auf. Armut und soziales Elend sind ihm völlig fremd. Eines Tages fällt dem Lebemann ausgerechnet eine Bibel in die Hände. Er besucht schließlich eine Armensiedlung, wird mit all dem Elend und Leid der Menschen dort konfrontiert und entsagt fortan jeder Art von Luxus oder Begierde.



Der einstige Lebemann überwirft sich schließlich mit seiner Familie, die diesen plötzlichen Sinneswandel so gar nicht nachvollziehen kann. Doch Franziskus findet immer mehr Gleichgesinnte, die sich um ihn sammeln, um die Botschaft Gottes in der Welt verbreiten und ein Leben in Askese zu führen. Als der Vatikan die Gemeinschaft als Orden anerkennt, verlangen seine Jünger nach Regeln. Verbittert und unverstanden zieht sich Franziskus in die Wälder zurück und wartet auf ein Zeichen Gottes. Und er wird erhört.
Rezension
Franziskus ist kein klassisches Drama aber auch kein Film, der Heiligenverehrung betreibt.
Das Hauptanliegen dieses Films scheint mir darin zu liegen, das Leben des Franziskus in all seinen Abschnitten aufzuzeigen. Dabei stößt man zunächst auf einen Franziskus, der alles andere als heilig, ein Lebemann aus besserem Elternhaus ist, dessen Eltern alles für ihn tun, um ihn in den Adelsstand erheben zu können. Sein Vater, ein reicher Kaufmann, verzeiht seinem Sohn fast alles, doch als dieser sich schließlich vom irdischen Reichtum abwendet und die Pläne des Vaters zunichte macht, gehen die Wege der beiden auseinander. Franziskus, der Ordensstifter, lebt nun aber keineswegs in einem klassischen Orden. Eher ist es eine Gruppe von Anhängern, die den mittellosen Franziskus von Assisi umgibt. Dieser nimmt jeden in die Gemeinschaft auf, der möchte, die Gemeinschaft wächst, sehr zur Skepsis Roms und so mancher Gemeindemitglieder, die endlich nach festen Regeln rufen. Franziskus liefert ihnen diese Regeln, doch die seien zu streng, so dass nur er sie einzuhalten vermag. Doch die Regeln stammen nicht von Franz selbst, sondern es sind die Regeln Jesu.
Der Film wäre gut, verstünde er sich als reine Biografie, doch dann sind da noch die Szenen, in denen Franziskus pathetisch das schwere Holzkreuz vom Haken nimmt oder Gott um eine Antwort anfleht. Diese erhält er in Form von Wunden an den Händen und an der Stelle des Herzens.
Für mich wirkt Franziskus nach diesem Film fremder als zuvor, vielleicht weil der Film nicht nur die liebe, artige Seite des Heiligen zeigt, sondern einen wiederspenstigen in Frage stellenden Franziskus, der Allmosen immer dann verachtet, wenn sie nur zur Befriedigung des eigenen Gewissens und nicht aus einem inneren Bedürfnis heraus gegeben werden.

R. Lussnig, Lehrerbibliothek.de