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Entscheidungen am Lebensende in der modernen Medizin: Ethik, Recht, Ökonomie und Klinik
Entscheidungen am Lebensende in der modernen Medizin: Ethik, Recht, Ökonomie und Klinik




Jan Schildmann, Uwe Fahr, Jochen Vollmann (Hrsg.)

Reihe: Ethik in der Praxis / Practical Ethics


LIT
EAN: 9783825895334 (ISBN: 3-8258-9533-5)
272 Seiten, paperback, 16 x 24cm, 2006

EUR 29,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die Reihe ETHIK IN DER PRAXIS setzt sich in interdisziplinären Studien, in kontroversen Diskursen und in der Bereitstellung von Materialien mit der Validierung und Integration ethischer Prinzipien und Tugenden im beruflichen Alltag auseinander. Fragen der Abschätzung von Wertfolgen und von Technologiefolgen sind zunehmend Gegenstand gesellschaftlicher Auseinandersetzung und akademischer Analyse, nachfolgend auch der politischen und verordnenden Steuerung im nationalen und transnationalen Rahmen. Insbesondere Forschung und Praxis der sich im globalen Maßstab rasant entwickelnden Technologien von Kommunikation, Molekulargenetik und Biomedizin werden international Gegenstand interdisziplinärer Güterabschätzung.

In der modernen Medizin ist der Zeitpunkt des Sterbens häufig abhängig von ärztlichen Entscheidungen, die technisch noch möglichen medizinischen Maßnahmen aus verschiedenen Gründen nicht mehr voll auszuschöpfen. Diese Entscheidungen werden in den normativen und empirischen Wissenschaften intensiv diskutiert. In dem Band, der Beiträge aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen vereint, werden ethische Fragestellungen am Lebensende analysiert, die rechtlichen Regulierungen des Handlungsspielraums untersucht sowie empirische Studien zu ärztlichen Entscheidungen in der letzten Lebensphase vorgestellt.

Dr. med. Jan Schildmann, M.A., geb. 1974, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität Bochum.

Dr. phil. Uwe Fahr, geb. 1965, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. Dr. med. Dr. phil. Jochen Vollmann, geb. 1963, ist Leiter des Instituts für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität Bochum.
Rezension
Lebensanfang und Lebensende sind in der Gegenwart umstritten wie noch nie in der Geschichte der Menschheit: Wann beginnt menschliches Leben? Wann ist ein Mensch tot? Das, was über Jahrtausende immer klar und eindeutig gewesen ist, ist es im 21. Jahrhundert nicht mehr. Die medizinischen Fähigkeiten des Menschen haben sich enorm ausgeweitet und nötigen zu neuen Normen und Diskursen über Lebensbeginn und Lebensende. Dieser Band wendet sich in interdisziplinärer Perspektive den ethischen, juristischen, ökonomischen und medizinischen Fragen, Problemen und Entscheidungen am Lebensende zu und eröffnet einen kontroversen Diskurs, der auch im schulischen Ethikunterricht aufgegriffen werden kann.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Die Reihe ETHIK IN DER PRAXIS / PRACTICAL ETHICS wird herausgegeben von Hans-Martin Sass, Institut für Philosophie, Ruhr-Universität, Bochum, und Kennedy Institute of Ethics, Georgetown University, Washington DC.
Inhaltsverzeichnis
Jan Schildmann, Uwe Fahr, Jochen Vollmann 5
Vorwort

Jan Schildmann 9
Entscheidungen am Lebensende in der modernen Medizin: zur Einführung

Teil 1: Ethik

Thomas Splett 19
Was bedeutet eigentlich „Patientenwille"? Drei Perspektiven

Alexander Aichele 39
Sterbeberatung: Die vermeintliche Entlastung der Ethik durch das Recht

Tobias Heinrich Duncker 59
Sterben und Tod als Alternativen?

Ralf J. Jox 69
Der „natürliche Wille" als Entscheidungskriterium: rechtliche, handlungstheoretische und ethische Aspekte

Annette Schulz-Baldes 87
Therapiebegrenzung in der Neonatologie: Entscheidungen im besten Interesse des Kindes?

Ralph Charbonnier 107
„Leben ist heilig!" - Kritische Würdigung eines religiösen und zivilreligiösen Arguments

Uwe Fahr 121
Zur Methodologie einer ethischen Theorie der Entscheidungen am Lebensende in der modernen Medizin

Teil 2: Recht

Thorsten Noack 141
Gefährliche Anfälligkeit. Diskussionen über Sterbehilfe in den USA und Deutschland 1870-1930

Jörg Scheinfeld 161
Wann soll der Mensch rechtlich als tot gelten?

Jörn Lorenz 179
Gesetzliche Regulierung existenzieller medizinischer Entscheidungen

Teil 3: Empirische Studien: Klinik und Ökonomie

Georg Bosshard 199
Ärztliche Entscheidungsfmdung am Lebensende im internationalen Vergleich

Andreas Gerber 213
Selbstvergewisserung des ärztlichen Personals bei Entscheidungen am Lebensende auf einer neonatologischen Intensivstation

Franz Hessel 233
Die Abhängigkeit der Ausgaben für die medizinische Behandlung vom Alter und von der Restlebenszeit

Susanne Fischer 251
Empirische Sterbehilfeforschung: Eine Methodenkritik


Anhang
Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 267