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Ein zweiter Prozess Jesu? Dialoge zu 2000 Jahren Jesus Christus
Ein zweiter Prozess Jesu?
Dialoge zu 2000 Jahren Jesus Christus




Arnim Regenbogen, Hans-Juergen Kuhlmann

Königshausen & Neumann Verlag
EAN: 9783826071232 (ISBN: 3-8260-7123-9)
152 Seiten, paperback, 14 x 23cm, 2020

EUR 16,80
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
In christlichen Kirchen wird das Leben und Sterben des Jesus von Nazareth als Opfergang zur Befreiung der Menschheit gewürdigt. Aber stellen die Berichte in den Evangelien über die Passion Jesu das Todesurteil gegen Jesus nicht auch als Fehlurteil und seine Hinrichtung am Kreuz als Willkürakt dar? In drei Religionen (Christentum, Judentum, Islam) spielt Jesus und sein Wirken eine – durchaus unterschiedlich bewertete – Rolle. Auch in der durch die Aufklärung gegangenen europäischen Gesellschaft, deren Kultur von christlicher Tradition geprägt ist, wird die Frage nach dem Prozess Jesu im Blick auf den 2000sten Todestag im Jahr 2030 aktuell bleiben. So wundert es nicht, dass unter Theologen und Juristen immer wieder die Forderung nach einem zweiten Prozess Jesu gestellt wird – mit der Absicht, einen Freispruch zu erreichen. In den hier entworfenen Dialogen diskutieren Christen und Nichtchristen den Sachverhalt. Sie suchen dabei auch das Urteil von theologischen Fachleuten aus den drei beteiligten Religionen. Auch diese bemühen sich gemeinsam um Verstehen, Ausgleich und Frieden in einer Gesellschaft, die in ihren Bewertungen zwischen freiwilligem Opfergang, Justizirrtum und brutalem Justizmord unterscheiden muss.

Arnim Regenbogen, bis 2004 Professor für Philosophie (Uni Osnabrück). Autor und Ko-Editor für Enzyklopädie Philosophie (1999, 2010) und Wörterbuch der philosophischen Begriffe (ab 1998), zuletzt Chronik der philosophischen Werke (2010).

Hans-Jürgen Kuhlmann, Osnabrück, evangelischer Theologe, Praxiserfahrungen als Gemeindepfarrer, im Hochschulpfarramt, als Dozent, im Rundfunk und in der Militärseelsorge von 1967 bis 2001.
Rezension
Angesichts des bald bevorstehenden 2000. Todestages Jesu rückt dessen Kreuzigung in die Wahrnehmung. Während die christliche Tradition die Kreuzigung weitgehend als bewußten und gewollten Sühnetod und also freiwilligen Opfertod deutet, ist die historische Beurteilung der Kreuzigung Jesu noch immer umstritten; denn weder findet sich ein wiklich plausibler Kreuzigungsgrund noch sind die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten zwischen jüdischem Recht und Establishment und Recht der römischen Besatzungmacht und deren Interessen trennscharf zu fassen, so dass sich Jesu Kreuzigung wohl nur aus einer spezifischen Gemengelage aus diversen Interessen begreifen läßt. Jedenfalls wird zwischen freiwilligem Opfergang, Justizirrtum und brutalem Justizmord zu unterscheiden sein. Hinzu tritt die unterschiedliche Deutung durch die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. In den in diesem Buch entworfenen Dialogen diskutieren Christen und Nichtchristen den Sachverhalt. Sie suchen dabei auch das Urteil von theologischen Fachleuten aus den drei beteiligten Religionen.

Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 7

Erster Teil

Was uns verbindet — was uns trennt 9
Was macht uns zu Zeitgenossen? 15
Zwei Jahrtausende "zu Kreuze kriechen" - oder gläubig "das Kreuz tragen" ? 19
Nicht wissen und doch glauben? 27
Wir diskutieren über "Gott und die Welt" — ernsthaft 31
Was ist göttliche, was menschliche Gerechtigkeit? 41
Der Prozess Jesu: ist er abgeschlossen? 47

Zweiter Teil

Gesucht: der Rat von Fachleuten für Heilige Schriften 53
Das Kreuz Christi: der "Opfergang" in seiner religiösen Deutung 71
"Jesus" als Anlass für interreligiöse Verständigung 79
Versuch einer gemeinsamen Deutung — wie zu erreichen? 85
Ein erneuter Prozess — im Urteil von Religionsfachleuten 99
Verständigung auch über einen gemeinsamen Text? 105
Selbst denken und beurteilen - ein Weg zur Verständigung? 111

Dritter Teil

Rückblick und Ausblicke 121
Was ich begriffen habe 147

Nachweise 151