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Die weißen Schuhe – Fußball verbindet. Kamishibai Bildkartenset.
Die weißen Schuhe – Fußball verbindet. Kamishibai Bildkartenset.




Maneis Maneis

Reihe: Entdecken. ErzÀhlen. Begreifen: Bilderbuchgeschichten.


Don Bosco
EAN: 4260179514876
14 Seiten, lose, 42 x 30cm, Januar, 2018

EUR 14,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Jeden Tag treffen sich Eli und seine Freunde zum Fußball nach der Schule. Doch Elis Welt bricht auseinander: Der Krieg zerstört sein Land und er muss fliehen. Das Schönste, was er hat, kann Eli aber retten: seine neuen, weißen Fußballschuhe. In Deutschland angekommen, muss sich Eli erst einen Platz in einem ganz neuen Leben erkĂ€mpfen. Mit seinem Balltalent gelingt es ihm, sich nach und nach einzugewöhnen und Freunde zu finden. Auf dem Fußballplatz tragen alle gleichfarbige Trikots und alle stehen zueinander - viele bunte Spieler und Eli ist mittendrin.
Rezension
Seit jeher erzĂ€hle ich gerne Geschichten- mal ausgedachte, mal welche aus BilderbĂŒchern, mal vorgelesen, mal frei erzĂ€hlt und mal mit Hilfe von Legematerial dargestellt. Das Zuhören kann man nicht oft genug in KindergĂ€rten, Vorschulgruppen und Grundschulen fördern, denn immer schwerer fĂ€llt es SchĂŒlern, ĂŒber lĂ€ngere Zeit hindurch zuzuhören. Zu gut kennen Kinder die Anziehungskraft des Fernsehens, stĂ€ndig neue flimmernde Bilder fesseln die Blicke der Kinder. Wie schwer ist es da, beim Zuhören einer Geschichte ohne Bilder die eigene Phantasie zu nutzen. Einen Einstieg hierzu bietet das Kamishibai-Theater. Es ist eine japanische Form des Bilderbuchkinos, bei dem großformatige Bilder (hier Din A3) in einen Rahmen geschoben und wie in einem Theater prĂ€sentiert werden. Die Bilder sind grĂ¶ĂŸer als die Abbildungen in den BilderbĂŒchern und können schneller von grĂ¶ĂŸeren Kindergruppen erkannt werden. Der besondere hochwertige Rahmen verleiht den Bildern an Wert und lenkt die Blicke auf sich.

Da es aktuell in KindergĂ€rten und Grundschulen gilt, das VerstĂ€ndnis fĂŒr Kinder zu wecken, die aus ihrem Land geflohen sind, nimmt sich der Autor aus Teheran, der nun in WĂŒrzburg lebt, diesem Thema an. Was könnte Kinder mit Sprachbarrieren besser verbinden, als Fußball? Auch Eli muss sein Land verlassen. Seine Eltern leben nicht mehr, seine große Schwester, die wie eine Mutter fĂŒr ihn sorgte, muss im Land bleiben. So schickt sie Eli völlig unvorbereitet an einem Abend zusammen mit seinem Cousin auf die Flucht. Beide ĂŒberqueren das Meer zusammen mit anderen FlĂŒchtlingen in einem Schlauchboot. Sie werden aus dem Boot geschleudert und ĂŒberleben. Doch im FlĂŒchtlingslager trennen sich die Wege der beiden. An dieser Stelle ist es schwer, die Geschichte nachzuvollziehen. Warum ist der Cousin von jetzt auf gleich weg? Warum geht Eli ihn nicht suchen, sondern stimmt zu, als ihn eine andere Frau mit in den Zug nach Deutschland nimmt?
Sehr schnell scheint Eli deutsch zu lernen. Mal kann er in seiner deutschen neuen Familie, die er sofort bekommt, seinem neuen Bruder erklĂ€ren, dass er frĂŒher Fußball spielte, mal kann er kaum reden.
Die Komposition von Text und Bild ist noch etwas im Ungleichgewicht. Manche mir wichtig erscheinende Bilder der Geschichte sind nicht gezeigt. So sieht man lange ein Bild, hört aber schon einen Text, zu dem ein neues Bild kommen mĂŒsste.
Meinen kleinen Testhörer hat dies nicht gestört. Sicher werden auch in Schulklassen und KindergĂ€rten ganz besonders die Fußballer unter den Kindern die Geschichte gut aufnehmen, wĂ€hrend sich die nicht Fußball spielenden Kinder weniger angesprochen fĂŒhlen.

In meiner eigenen Gemeinde kam ein FlĂŒchtlingsjunge in die Klasse meiner Tochter. Auf meinen Vorschlag hin nahmen ihn die Jungs der Klasse ebenfalls zum Fußballtraining mit. Der Junge konnte in der vierten Klasse zwar schon Fußball spielen, hatte aber nie im Verein gespielt. Er hatte es nicht so leicht wie Eli, denn seine MitschĂŒler waren ihm im Training weit voraus. So konnte er bei den Spielen gar nicht mitspielen, denn Fußball ist ein sehr selektiver Sport, der hier in der Gemeinde die besten Spieler fördert und die schlechteren Spieler schnell ausschließt.
Doch Eli hatte GlĂŒck und fĂŒr jĂŒngere Kinder, die alle erst in den AnfĂ€ngen der Fußballkarriere stecken, ist die Integration ĂŒber diesen Sport sicherlich sehr gut möglich.

R. Lussnig, Lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Maneis, 1960 in Teheran geboren, illustrierte in seinem Heimatland Kinder- und SchulbĂŒcher und ist Initiator der Hamoon Kunstakademie. Der KĂŒnstler lebt und arbeitet seit 2009 in WĂŒrzburg. Arbeiten und Ausstellungen zum Thema "Flucht und Heimat".
Inhaltsverzeichnis
Altersempfehlung: 5 bis 10 Jahre
Format: 42,0 x 29,7, DIN A3, 14 Bildkarten, einseitig bedruckt, auf festem 300g-Karton, farbig illustriert, inkl. Textvorlage