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Die Korrektur des Lebens Studien zu Thomas Bernhard √úbersetzt von Reinhard Uhlmann und Annalisa Cafaggi
Die Korrektur des Lebens
Studien zu Thomas Bernhard


√úbersetzt von Reinhard Uhlmann und Annalisa Cafaggi

Micaela Latini

Königshausen & Neumann Verlag
EAN: 9783826062230 (ISBN: 3-8260-6223-X)
378 Seiten, paperback, 16 x 24cm, 2017

EUR 39,80
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Dieses Buch analysiert das Thema des Scheiterns, das der √∂sterreichische Schriftsteller Thomas Bernhard (1931-1989) in seinem literarischen Werk gestaltet, beginnend mit dem Roman Das Kalkwerk (1970), √ľber Beton (1982) und Ausl√∂schung (1986) bis hin zu Alte Meister (1985). An Stellen, an denen Bernhard sich √ľber seine Figuren zum Thema der ‚ÄěAufgabe‚Äú bzw. deren Nichtgelingen √§u√üert, soll das Potenzial des Scheiterns selbst zum Gegenstand von √úberlegungen gemacht werden: ein Scheitern, das nicht etwa als sch√∂pferisches Unverm√∂gen abgetan, sondern als Gelegenheit verstanden werden soll, das Leben in seiner ganzen theoretischen F√ľlle, in seinem m√∂glichen Sinnumfang zu √ľberdenken.

Die Autorin Micaela Latini lehrt Neuere deusche Literatur an der ‚ÄěUniversit√§t Cassino e Lazio meridionale‚Äú. Sie hat zahlreiche Beitr√§ge zu G. Anders, Th.W. Adorno, I. Bachmann, W. Benjamin, Th. Bernhard, E. Bloch, G. B√ľchner, M. Haneke, Fr. Kafka, J.M.R. Lenz, R. Musil, L. Tieck, L. Wittgenstein ver√∂ffentlicht. Weitere Publikationen: Il possibile e il marginale. Studio su Ernst Bloch (Mimesis, Mailand 2006); La pagina bianca. Thomas Bernhard e il paradosso della scrittura (Mimesis, Mailand- Udine 2011); Il museo degli errori. Thomas Bernhard e gli Antichi Maestri (Albo Versorio, Mailand 2012).
Rezension
Diese aus dem Italienischen √ľbersetzte Studie befa√üt sich mit dem Werk Thomas Bernhards unter dem Aspekt des Scheiterns als "Korrektur des Lebens" (Buch-Titel). Den leiblichen Vater lernte Thomas Bernhard nie kennen, die Mutter verstarb 1950 an Krebs: hora mortis, Frost, Die K√§lte, Verst√∂rung oder Ausl√∂schung sind entsprechende Titel des Werks des Schriftstellers. Verletzungen und Entt√§uschungen durchziehen Leben, Werk und Wirkung von fr√ľhester Kindheit an: das Gef√ľhl, von seiner Mutter und dem Vater alleingelassen, ungeliebt, unerw√ľnscht zu sein. Zun√§chst im Ruf des d√ľsteren Nihilisten, dann des kompromisslosen Skandalschriftstellers, schlie√ülich des grandiosen √úbertreibungsk√ľnstlers: Thomas Bernhard hat mit seinem Werk, in dem sich pers√∂nliche Erfahrungen ebenso wie die j√ľngste Geschichte seiner Heimat √Ėsterreich spiegeln, internationalen Ruhm erlangt. Kein Autor hat nach dem Zweiten Weltkrieg die √∂sterreichische √Ėffentlichkeit so sehr polarisiert und Literatur so in den Focus der √Ėffentlichkeit ger√ľckt wie Thomas Bernhard. Der in den Niederlanden als uneheliches Kind geborene √∂sterreichische Schriftsteller (1931 - 1989) z√§hlt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern der zweiten H√§lfte des 20. Jahrhunderts. Er besch√§ftigte sich zun√§chst wesentlich mit Lyrik, wechselte dann aber zu Prosa und Drama. Sein Grundgef√ľhl, ungeborgen und ungeliebt zu sein, manifestierte sich auch in ungez√ľgelter Kritik monologischer Tiraden gegen jedermann, insbesondere gegen den "katholisch-nationalsozialistischen" Staat √Ėsterreich.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG 7

Teil I:
Das unbeschriebene Blatt.
Thomas Bernhard und das Paradox des Schreibens

I. VOR DEM SCHREIBEN: Das Kalkwerk 17

1. Die Chiffre des Absoluten 17
2. Das Ohr und die Welt 20
3. Der Klang der Stille 25
4. Ort der Finsternis 30
5. Automatismen des Gehirns 37
6. Störfaktoren 41
7. Fluchtgedanken 44
8. Die absolute Aphonie 50
9. Das letzte Wort 54
10. Die Wiederholung 56
11. Die Angst vor der Vollendung 61

II. DURCH SCHREIBEN ZUM LEBEN: Beton 65

1. Die Angst vor dem Anfang 65
2. Das Leben der Sätze 69
3. Aufgabe und Ursprung 75
4. Schreibzwang 80
5. √úber Sinn und Unsinn 84
6. Die geniale Unvollkommenheit 86
7. Der Riss 89
8. Das Fremde und das Vertraute 91
9. Blick und Erzählung 95

III. ÜBER DAS SCHREIBEN HINAUS: Auslöschung 101

1. Vom Telegramm zum Testament 101
2. Das Prinzip √úbertreibung 105
3. Private Visionen 110
4. Ein Familienalbum 113
5. Sehen und Sehen-als 117
6. Gedächtnismontage 125
7. Seinsmut 127
8. Wunschloses Ungl√ľck 132
9. Entscheidung und Scheitern 135
10. Die Existenz auslöschen 141
11. Restaurieren oder Auslöschen? 145
12. Was von Wolfsegg bleibt 152

Teil II:
Das Museum der Fehler.
Thomas Bernhard und die ‚ÄěAlten Meister"

I. VOR DEM BLICK 159

1. Das Werk und das Leben 159
2. Ein gravierender Fehler 166
3. Das zertr√ľmmerte Museum 171
4. Meister und Verwandte 174
5. Die dargestellte L√ľge 177
6. Herkunft und Macht 185
7. Ein Fluchtweg 191
8. Die beschädigte Form 194
9. Das Paradox der Kunst 199
10. Das andere Porträt 203

II. HINTER DEM BLICK 211

1. Visuelle Bruchst√ľcke 211
2. Sehen und Nicht-Sehen 215
3. Die Regression des Sehens 218
4. Das kritische Auge 222
5. Die Herausforderungen des Sichtbaren 228
6. Das optische Gedächtnis 231
7. Die unruhige Vision 235
8. Die Geometrie der Blicke 238
9. Das r√ľcksichtige Auge 241
10. Außerhalb des Sichtfeldes 243

QUELLEN 255
WEITERF√úHRENDE LITERATUR 257
NAMENREGISTER 273