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Der Westen Eine Erfindung der globalen Welt. 4000 Jahre Geschichte
Der Westen
Eine Erfindung der globalen Welt. 4000 Jahre Geschichte




Josephine Quinn

Klett-Cotta
EAN: 9783608964707 (ISBN: 3-608-96470-3)
688 Seiten, hardcover, 16 x 23cm, Mai, 2025

EUR 38,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
»Hervorragend, erfrischend und voller Freuden, dies ist Weltgeschichte vom Feinsten.« Simon Sebag Montefiore

Griechenland und Rom gelten als die Begründer der westlichen Zivilisation. Doch die antike Welt war viel stärker miteinander verbunden, als wir es uns vorstellen – ein Ort ständigen Austauschs, Handels und Diebstahls, von Sex, Krieg und Versklavung. Auf einer Reise von der Levante des Jahres 2500 v. Chr. bis zum Beginn des Zeitalters der Entdeckungen erfahren wir, wo die Wurzeln des Westens zu finden sind. Mit tiefgründigen Einblicken und einer fesselnden Erzählweise bietet Josephine Quinn eine neue globale Perspektive auf unsere gemeinsame Vergangenheit.

»Kühn, wunderschön geschrieben und voller Einsichten ... Außergewöhnlich.« Peter Frankopan
Rezension
Ist die Rede von Kulturen und Kulturkreisen wissenschaftlich obsolet? Wird Weltgeschichte vielfach noch immer mit einer eurozentristischen Brille betrachtet? Warum ist der Palast des Minos in Knossos von kulturgeschichtlicher Bedeutung? Existierte um 1650 v. Chr. schon eine Bernsteinstraße? War Ugarit ein besonderes Klientelkönigreich? Welche Rolle spielte die Levante im 10. Jahrhundert v. Chr.? Kommt der Stadt Babylon eine ähnliche weltgeschichtliche Bedeutung zu wie Athen? Was passierte 324 v. Chr. in Susa? Welche Auswirkungen hatten die Punischen Kriege? Gab es Kontakte zwischen Rom und China? Was waren die Salzstraßen in Nordafrika? Entstand in Bagdad um 830 n. Chr. das Haus der Weisheit? War Karakorum in der Mongolei 1254 n. Chr. eine multireligiöse Stadt? Bereiste Ibn Battuta, der 1325 n. Chr. in Tanger zur Pilgerfahrt nach Mekka startete, in 29 Jahren mehr als 120.000 Kilometer?
Fachlich fundierte Antworten auf diese Fragen der Globalgeschichte liefert Josephine Quinn (*1973) in ihrer Monographie „How the World Made the West. A 4,000-Year History“. 2025 erschien das monumentale Werk der Professorin für Alte Geschichte an der Universität Cambridge in der deutschen Übersetzung von Norbert Juraschitz und Andreas Thomsen bei Klett-Cotta unter dem Titel „Der Westen. Eine Erfindung der globalen Welt. 4000 Jahre Geschichte“. Quinn verdeutlicht in ihrem Buch anschaulich, dass seit 4000 Jahren zwischen Kulturen ein ausgiebiger Kulturtransfer nachweisbar ist. Dazu beleuchtet sie 29 ausgewählte historische Orte zu bestimmten Zeiten. Zurecht kritisiert die Althistorikerin daher den Mythos von rassisch begründeten Hierarchien von Ethnien sowie die Begriffe „Kulturkreise“ und „Westliche Zivilisation“. „Sich Gesellschaften als einsame und isolierte Inseln vorzustellen, ist seit 200 Jahren veraltet; und es ist nachweislich historisch falsch“, heißt es am Ende ihres Buches.
Quinn nimmt Leser:innen mit auf eine faszinierende Reise durch die Weltgeschichte von 2500 v. Chr. bis zum Kolonialismus am Beginn des 16. Jahrhunderts. Besondere Erwähnung verdient die auch für historische Lai:innen gute Lesbarkeit ihrer Monographie. Danach wird man die Welt(geschichte) mit anderen Augen sehen. Geschichtslehrkräfte werden durch das vorliegende Werk in höchstem Maße motiviert, sich in ihrem Fachunterricht oder in einem fächerübergreifenden Projekt mit Globalgeschichte problemorientiert auseinanderzusetzen.
Fazit: Josephine Quinn eröffnet mit ihrem auch unterhaltsamen Werk „Der Westen“ neue historische Horizonte und räumt mit in der Öffentlichkeit verbreiteten Vorurteilen auf. Wer die Weltgeschichte verstehen möchte, sollte diesem Buch unbedingt einen Platz in seiner Bibliothek einräumen.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
»Hervorragend, erfrischend und voller Freuden, dies ist Weltgeschichte vom Feinsten.« Simon Sebag Montefiore
Griechenland und Rom gelten als die Begründer der westlichen Zivilisation. Doch die antike Welt war viel stärker miteinander verbunden, als wir es uns vorstellen – ein Ort ständigen Austauschs, Handels und Diebstahls, von Sex, Krieg und Versklavung. Auf einer Reise von der Levante des Jahres 2500 v. Chr. bis zum Beginn des Zeitalters der Entdeckungen erfahren wir, wo die Wurzeln des Westens zu finden sind. Mit tiefgründigen Einblicken und einer fesselnden Erzählweise bietet Josephine Quinn eine neue globale Perspektive auf unsere gemeinsame Vergangenheit.
Unsere Sicht auf die Geschichte besagt, dass der Westen auf den Errungenschaften und Werten des antiken Griechenlands und Roms aufgebaut ist, die während des Mittelalters aus Europa verschwanden und dann in der Renaissance wiederentdeckt wurden. Aber was, wenn das nicht stimmt? Von der Bronzezeit bis zum Zeitalter der Entdeckungen enthüllt die Autorin eine neue Erzählung: eine, die die Jahrtausende globaler Begegnungen und Austauschs nachzeichnet, die das formten, was heute als der Westen bezeichnet wird, während sich Gesellschaften trafen, verstrickten und auseinanderwuchsen. Von der Schaffung des Alphabets durch levantinische Arbeiter in Ägypten bis zur Ankunft indischer Zahlen in Europa über die arabische Welt, zeigt Quinn, dass das Verständnis von Gesellschaften in Isolation falsch ist. Es sind Kontakte und Verbindungen, die den historischen Wandel vorantreiben. Menschen, nicht Völker machen die Geschichte.
»Quinn hat viel mehr getan, als das Rad neu zu erfinden. Was wir hier haben, ist ein wahrhaft enzyklopädisches und monumentales Werk über die antike Welt« - The Times
»Eines der faszinierendsten und wichtigsten Werke der Weltgeschichte seit vielen Jahren« - William Dalrymple
»Ein Werk von großer Zuversicht, Empathie, Gelehrsamkeit und Fantasie« - Rory Stewart
»Kühn, wunderschön geschrieben und voller Einsichten ... Außergewöhnlich.« Peter Frankopan
»Hervorragend, erfrischend und voller Freuden, dies ist Weltgeschichte vom Feinsten.« Simon Sebag-Montefiore
»Dies ist in jeder Hinsicht ein großes Buch.« TLS
»Ein faszinierender Blick auf die Weltgeschichte aus der breitesten möglichen Perspektive.« - Kirkus Review
Inhaltsverzeichnis
Anmerkungen zum Text 11
Einleitung 13
1 Segel am Horizont 27
2 Der Palast des Minos 39
3 Die Bernsteinstraße 59
4 Lodernde See 73
5 Bruderbande 89
6 Alphabetstadt 105
7 Regimewechsel 121
8 Bin ich etwa dein Diener?139
9 Durch die Säulen151
10 Die Erfindung Griechenlands 169
11 Das assyrische Mittelmeer 187
12 Der, der die Tiefe sah 207
13 Der bittere Fluss 221
14 Der König der Könige237
15 Die Version der Perser249
16 Kontinental denken 265
17 Von Elefanten und Königen277
18 Wolken im Westen 293
19 Kampf um die Freiheit 311
20 Rom: offene Stadt 329
21 Passatwinde347
22 Salzstraßen 365
23 Der Aufstieg der Barbaren 379
24 Könige der Welt 397
25 Der Vater Europas 411
26 Übersetzungen 427
27 Das Zeichen des Kreuzes 443
28 Kalila wa-Dimna 465
29 Das Land der Finsternis 481
30 Eine neue Welt501
Abkürzungen 505
Anmerkungen507
Dank647
Bildnachweise651
Register 655