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Der Tod
Aus dem Französischen von Brigitta Restorff
Herausgegeben und mit einer Nachbemerkung von Christoph Lange
Mit einem Nachwort von Thomas Kapielski
Erste Auflage 2005
Titel der Originalausgabe: La mort, 1977, Flammarion, Paris
Vladimir Jankélévitch
Suhrkamp
EAN: 9783518584460 (ISBN: 3-518-58446-4)
574 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 13 x 20cm, Oktober, 2005
EUR 39,80 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Wenn man den Tod weder vorher noch während, noch nachher denken kann, wann ist er dann denkbar?
Warum ist der Tod eines Menschen immer eine Art Skandal? Warum ruft dieses Ereignis bei jenen, die dabei Zeuge sind, ebensoviel Neugier wie Grauen hervor? Wie kommt es, daß man sich nicht längst an dieses natürliche und doch stets zufällige Geschehen gewöhnt hat? Warum sind wir jedesmal, wenn ein Lebender stirbt, so erstaunt, als geschehe dies zum ersten Mal?
Das sind die Fragen, die sich der große französische Philosoph Vladimir Jankelevitch in seinem nun endlich auf deutsch vorliegenden philosophischen Hauptwerk stellt, das zugleich die Leitlinien seines gesamten (Euvres aufnimmt und bündelt. In jedem seiner Bücher hat er versucht, den Grenzfall, die Lxtremsituation zu erfassen und für sie Begriffe zu finden. Denn an dem Punkt, wo der Mensch mit diesen Grenzen in Berührung kommt, ist er der äußersten menschlichen Erfahrung ausgesetzt, einer Erfahrung, in der das Geheimnis, das Unaussprechliche und das Ungewisse den Übergang vom Sem zum Nichts oder vom Wesen in das Absolut-Andere aufzeigen. Vladimir Jankelevitch analysiert das Ereignis des Todes in seiner ganzen Banalität und Fremdheit, in seiner Widersprüchlichkeit und auch im Kontext der komplexen Auslegungen, die der Tod m der Geschichte der Philosophie erfahren hat.
Vladimir Jankelevitch (1903-1985) ist einer der bedeutendsten französischen Philosophen der Gegenwart. Im Suhrkamp Verlag ist von ihm erschienen: Das Verzeihen. Essays zur Moral und Kulturphilosophie, 2003 (auch als stw 1731)
Rezension
Das nicht ganz einfach zu lesende Hauptwerk des französischen Philosophen Vladimir Jankélévitch ist nun endlich nach beinahe 40 Jahren seit der französischen Erstauflage 1966, Neuauflage 1977, auf deutsch erschienen. In jedem seiner Bücher hat der Autor sich mit dem Punkt auseinandergesetzt, wo der Mensch an seine extremen Grenzen kommt. Vladimir Jankélévitch (1903 – 1985) analysiert das Ereignis des Todes in seiner ganzen Banalität und Fremdheit, in seiner Widersprüchlichkeit und auch im Kontext der komplexen Auslegungen, die der Tod in der Geschichte der Philosophie erfahren hat. Der Tod erscheint als metaempirische Tragödie, aber auch naturgegebene Notwendigkeit, mit viel Bezug zu Plato, Pascal und Tolstoi, aber ohne Berücksichtigung von Freud oder Jung. Das Buch reiht sich ein in die großen, ebenfalls französischen Darstellungen des Todes von Ariès (Geschichte des Todes, 1982) und Baudrillard (Der symbolische Tausch und der Tod, 1982).
Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Warum ist der Tod eines Menschen immer eine Art Skandal? Warum ruft dieses ganz normale Ereignis bei jenen, die dabei Zeuge sind, ebensoviel Neugier wie Grauen hervor? Wie kommt es, daß man sich nicht längst an dieses natürliche und doch stets zufällige Geschehen gewöhnt hat? Warum sind wir jedesmal, wenn ein Lebender stirbt, so erstaunt, als geschehe dies zum ersten Mal?
Das sind die Fragen, die sich der große französische Philosoph Vladimir Jankélévitch in seinem nun endlich auf deutsch erscheinenden philosophischen Hauptwerk stellt, das zugleich die Leitlinien seines gesamten Œuvre aufnimmt und bündelt. In jedem seiner Bücher hat er versucht, den Grenzfall, die Extremsituation zu erfassen und für sie Begriffe zu finden. Denn an dem Punkt, wo der Mensch an diese Grenzen rührt, ist er der äußersten menschlichen Erfahrung ausgesetzt, einer Erfahrung, in der das Geheimnis, das Unaussprechliche und das Ungewisse den Übergang vom Sein zum Nichts oder vom Wesen in das Absolut-Andere aufzeigen. Vladimir Jankélévitch analysiert das Ereignis des Todes in seiner ganzen Banalität und Fremdheit, in seiner Widersprüchlichkeit und auch im Kontext der komplexen Auslegungen, die der Tod in der Geschichte der Philosophie erfahren hat.
Pressestimmen
»Jede Zeile dieses Buches knirscht unverdaulich zwischen den Zähnen; in seiner philosophischen Literarizität ist es geradezu höllisch scharf von Erkenntnis; und bei aller Bitterkeit ist es von einem humanen Staunenkönnen über unsere Welt erfüllt, das einem in der Tat den Schlaf rauben kann. [...] ... vorzügliche Übersetzung von Jankélévitchs Buch... - nicht nur eine Angelegenheit der Poesie; sie gehört auch zu den wichtigsten Impulsen der Philosophie.« Frankfurter Rundschau
»Suhrkamp schenkt den deutschen Lesern in der Übertragung durch Brigitta Restorff ein Jahrhundertbuch. [...]
Jankélévitchs Buch über den Tod ist ein Geschenk, seine Lektüre weckt auf, gibt Sicherheit dafür, dass es doch gerade jetzt nicht zu Ende gehen kann und darf. [...] Der Tod ist ein großes Werk über das Leben.« Süddeutsche Zeitung
Inhaltsverzeichnis
Das Geheimnis Tod und das Phänomen Tod 11
1. Eine metaempirische Tragödie und eine naturgegebene Notwendigkeit 12
2. Der ernstgenommene Tod: Tatsächlichkeit, nahes Bevorstehen und persönliche Betroffenheit 22
3. Der Tod in der dritten, in der zweiten und in der ersten Person 34
Erster Teil Der Tod diesseits des Todes
I. Kapitel: Der Tod im Leben 54
1. Nachdenken über den Tod 54
2. Der Tod in seiner Unergründlichkeit und Zukünftigkeit 58
3. Euphemia und apophatische Inversion 78
4. Nichtsein und Sinnlosigkeit 87
5. Das unsägliche Schweigen und das unaussprechliche Schweige» 105
II. Kapitel: Das Organon-Obstaculum 117
1. Das kurze Leben 117
2. »Weil« und »obwohl«: Endlichkeit, Leiblichkeit und Zeitlichkeit 123
3. Das Tragische des Notwendig-Unmöglichen 134
4. Die Wahl 144
5. Die Rückwirkung der Grenze 149
III. Kapitel: Die Halböffnung 164
1. Die Quodditas des Geheimnisses 164
2. Mors certa, hora certa sed ignota 170
3. Mors certa, hora certa 181
4. Mors incerta, hora incerta 184
5. Mors certa, hora incerta 190
6. Das Sich-Schicken in die Quodditas:
Sterblichkeit, Schmerzhaftigkeit, Räumlichkeit und Zeitlichkeit 195
7. Das Unerkennbare, das Unmögliche und das Unheilbare 212
8. Ausgang und Anfang 222
IV. Kapitel: Das Alter 228
1. Der vom Untergang widerlegte Seinsbeginn 228
2. Die Abtötung. Und wenn das Leben ein fortwährender Tod wäre ? 235
3. Die allmähliche Abnutzung. Der zum Tode Verurteilte 239
4. Die beiden Blickwinkel: Was gelebt ist, ist gelebt,
und was gelebt ist, bleibt noch zu leben übrig 248
Zweiter Teil Der Tod im Augenblick des Todes
Die Scham des unerzählbaren Augenblicks 269
I. Kapitel: Der Augenblick des Todes entzieht sich jeder Kategorie 278
1. Der Augenblick des Todes ist kein quantitatives Höchstmaß 278
2. Der Augenblick des Todes ist keine qualitative Veränderung 283
3. Der Augenblick des Todes ist kein Wechsel in eine andere Zeit 294
4. Der Augenblick des Todes weist jede Topographie zurück 298
5. Im Augenblick des Todes bricht jede Verbindung ab 310
II. Kapitel: Das Fast-Nichts des Sterbens 312
1. Der Tod im Phaidon. Die Schwelle des Todes wird ausgespart 312
2. Der Tod als Kulminationspunkt kleiner Tode 317
3. Das Ereignis des Todes ist kein Nichts, sondern ein Fast-Nichts 326
4. Sterben lernt man nicht 333
5. Die allmähliche Plötzlichkeit 337
III. Kapitel: Das Irreversible 347
1. Die Hin- und Rückreise im Raum ist eine Hinreise ohne Rückkehr in der Zeit 347
2. Verjüngung? Wiedererleben? Alterslosigkeit? 352
3. Die schicksalhafte Objektivität des Irreversiblen 357
4. Die relative Irreversibilität 360
5. Das erste und das letzte Mal im Zuge der Fortdauer 364
6. Die relative Erst-Letztheit (Erstmaligkeit): Zweitrangigkeit und Vorletztes 369
7. Die Erst-Letztheit des Todes. Die verlöschende Erscheinung 379
8. Das allerletzte Mal: Niemals mehr etwas 387
9. Der Abschied. Über die kurze Begegnung 393
IV. Kapitel: Das Unwiderrufliche 399
1. Das Irreversible des Gewesen-Seins, das Irreparable der Tatsache des Gemacht-Habens: »Factum« und »Fecisse« 399
2. Das Unwiderruflich-Irreparable des Todes. Falle und Ventil 408
3. Wiedergeburt, Wiederverkörperungen, Wiederbelebung 412
4. Das Nichts als Vernichter 421
5. Die sich verflüchtigende Botschaft der Letztheit 423
6. Das letzte Mal birgt kein Geheimnis 434
7. Eine ganz andere Ordnung 442
Dritter Teil Der Tod jenseits des Todes
I. Kapitel: Die eschatologische Zukunft 449
1. Ist das Jenseits eine Zukunft? 451
2. Die Angst vor dem Augenblick und die Furcht vor dem Jenseits 456
3. Hoffnung und Wunschform der Verzweiflung 460
II. Kapitel: Die Absurdität des Fortlebens 465
1. Unsterblichkeit, Wiederauferstehung, fortwährendes Leben 465
2. Die Ewigkeit der denkenden Essenz 475
3. Das Fortleben der Seele gemäß dem Dualismus 478
4. Gegen das Selbsterhaltungsprinzip 482
III. Kapitel: Die Absurdität der Vernichtung 487
1. Etwas anderes487
2. Die Selbstverständlichkeit der Fortdauer und der Skandal des Abbruchs 488
3. Das Denken des Todes und der Tod des denkenden Wesens. Die ewig-sterbliche Wahrheit 494
4. Außen und innen. Das umfassende Überbewußtsein und die umfaßte Ahnungslosigkeit 504
5. Der Triumph des Todes. Der allmächtige Tod 508
6. Der Tod ist stärker als das Denken; das Denken ist stärker als der Tod 511
7. Liebe, Freiheit und Gott sind stärker als der Tod - und umgekehrt! 519
8. Doppeldeutigkeit der Sterblichkeit und der Unsterblichkeit 529
9. Weder Palingenese noch Panbiotismus sind ein Trost 534
IV. Kapitel: Die Quodditas ist unvergänglich.
Die Unwiderruflichkeit des Irreversiblen 541
1. Was nicht stirbt, lebt nicht 541
2. Gewesen sein, gelebt und geliebt haben 546
Nachwort
Thomas Kapielski: Die Grenze 563
Nachbemerkung des Herausgebers 567
Namenregister 570
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