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Der Koran
Zugänge und Lesarten
Hans Zirker
Primus Verlag
EAN: 9783896781215 (ISBN: 3-89678-121-9)
230 Seiten, paperback, 14 x 22cm, 1999
EUR 19,90 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Der Koran, für Muslime das Wort Gottes, ist ein herausragendes Zeugnis religiöser Kultur. Doch der Zugang zu dieser "Heiligen Schrift" ist für diejenigen durch mancherlei Verständnisschwierigkeiten erschwert, die mit ihr nicht im Leben der muslimischen Glaubensgemeinschaft vetraut geworden sind. Aufgabe dieses Buches ist, solche Lücken wahrzunehmen und für Nichtmuslime eine Lesart zu finden, die für den religiösen Anspruch aufgeschlossen ist.
Prof. Dr. Hans Zirker, geb. 1935, lehrt seit 1983 Theologie an der Universität Essen. Seine vorrangigen Arbeitsgebiete sind der Islam und die theologische Hermeneutik.
Rezension
Der Koran ist die Offenbarungsschrift für den islamischen Glauben, wie die Bibel die Offenbarungsschrift für den christlichen Glauben ist. Entsprechend schwer tun sich Menschen bei der jeweiligen Lektüre, wenn sie der entsprechenden Religion nicht angehören, deren RRituale nicht kennen und / oder praktizieren und einem anderen Kulturkreis entstammen. Dieses Buch möchte dem Nicht-Muslim bei der Lektüre des Korans Hilfestellung geben; denn dem Nicht-Muslim schließt sich der Koran nicht durch die Teilnahme an der religiösen Praxis auf. Zudem erscheint vielen Nicht-Muslimen der Koran als ein schwer zugängliches und wenig ansprechendes Buch, das in vielem fremd zu sein scheint und zum Widerspruch herausfordert. Eine christliche Lektüre des Koran setzt nicht selten religiös-weltanschaulichen Pluralismus sowie Aufklärung und Religionskritik voraus. Diese Einführung in den Koran fragt also auch nach den Rezeptionsbedingungen des Koran in nicht-muslimischer Perspektive.
Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Theologische Literaturzeitung, Nr. 5/2000:
"... Hans Zirker, bekannt als einer der profiliertesten Disputanten theologischer Fragen im Verhältnis zwischen Christentum und Islam, legt hier ein Buch vor, das in erster Linie Christen einen Zugang zur Lektüre des Korans eröffen will. Man merkt der Darstellung an, dass sie aus intensiver eigener Beschäftigung mit dem Koran entstanden ist ..."
rhs - Religionsunterricht an höheren Schulen, Nr. 6, 1999:
"... Alles in allem - ein theologisches Buch von Format, das an einem Thema arbeitet, das für die Zukunft bedeutsam sein wird ..."
Welt und Umwelt der Bibel, Nr. 15, 2000:
"... ein Einblick in die Tiefe koranischer Theologie für Nichtmuslime, die für Christen besonders spannend wird durch die vielen Querverweise zur biblischen Tradition. Eine fundierte und dichte, aber trotzdem gut lesbare Reflexion, für die sich der interessierte Leser etwas Zeit nehmen sollte und die anregt, wirklich einmal im Koran zu lesen ..."
Erbe und Auftrag, Heft 5/1999:
"... Dieses Buch ist eine attraktive Herausforderung für gläubige Christen ... ein für alle Konfessionen attraktives Werk ... Mit didaktischer Rafinesse führt (der Autor) sensibel in die Sprechakte und Rezeptionsbedingungen des Korans ein, und versteht es - ergänzt durch Eigenübersetzungen mit Kommentaren - zögernde Unsicherheit des Nicht-Muslimen in interessantes Studium zu wandeln, so daß ihm ein Pfad durch bisher Unbekanntes eröffnet wird ..."
Buchbrief der Katholischen Nachrichten Agentur, Nr. 1/März 2000:
"... eine detaillierte Aufarbeitung der Geschichte von Christentum und Islam ..."
Palästina Journal, März 2000:
"... ein sehr zu empfehlendes Buch, das mit Umsicht und Zurückhaltung die Schwierigkeiten benennt, die einer Kommunikation aus und über so unterschiedliche Kontexte hinaus immer drohen und zugleich wach bleiben für die Diskrepanz, was theologisch begründet gesagt werden kann und den persönlichen Überzeugungen ..."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.1999:
"... Der Essener Theologe Hans Zirker (hat) den Koran aus dezidiert christlicher Perspektive gelesen. Entstanden ist eine Interpretation, die in ihrer Ernsthaftigkeit überzeugt, je mehr sie sich von der islamwissenschaftlichen Sekundärliteratur löst und eigenen Schlüssen vertraut. Zirkers Ton hat nichts vom Sermon interreligiöser Harmonieanstrengungen. Unaufdringlich, niemals unkritisch weckt er Verständnis und Interesse für ein Buch, das wie wenige andere die Polemik westlicher Leser auf sich gezogen hat. Ein Gewinn, nicht nur für Christen ..."
Christ in der Gegenwart, Nr. 13/1999:
"... ein sehr origineller Ansatz, der auf höchstem islamkundlichem wie theologischem Niveau überzeugt ..."
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
I. Ausgangspunkte
1. Den Koran lesen - warum und als was?
a. Die islamisch geforderte Rezeption
(1) Der Anspruch des Koran
(2) Im Licht der Tradition
b. Nichtmuslimische Rezeptionen
(1) Abwehr des gefährlichen Irrglaubens
(2) Christliche Deutung 'aus besserem Wissen'
(3) Religionsgeschichtliche Forschung aus überlegener Distanz
(4) Aufgeschlossenheit zu interreligiösem Lernen?
2. Interreligiöse Verlegenheiten
a. Das christliche Schweigen gegenüber dem Koran
b. Islamische Blickverengung gegenüber Bibel und christlichem Glauben
II. Gottes 'Schrift' in der Welt von 'Zeichen'
1. Die lesbare Schöpfung
2. Der Aufruf, die 'Zeichen' zu begreifen
3. Die Vielzahl der Schriften
4. Das eine letztgültige Buch
a. Der arabische Koran
b. Die universale Botschaft
c. Die endgültige Schrift
5. 'Die Mutter der Schrift' und die 'Herabsendung' des Koran
III. Offenbarung als Kommunikation
1. Grundstrukturen
2. Theologische Bedeutungen
3. Gott 'spricht'
a. Im Wechsel grammatischer Personen
b. Sprechakte und Redeformen
c. Situative Bedingungen und Begrenzungen
(1) Offenbarungsanlässe
(2) Abrogationen
(3) Intertextuelle Variationen
d. Zitiertes Wort
(1) Vergegenwärtigte Szenen
(2) Geforderte Rede
(3) Gebete
e. Wessen Wort für Nichtmuslime?
4. Die Rolle des Propheten
a. Funktionen
b. Beauftragungen zu Gottes und zu eigenem Wort
c. Der 'schriftunkundige Prophet'
d. Die 'Einflüsterungen des Satans' - die 'satanischen Verse'
IV. Der Aufbau der Welt nach den Strukturen der Schrift
1. Räume und Orte
a. Die himmlischen Höhen
b. Das verheißene und angedrohte Jenseits
c. Die Zentralisierung der Welt
2. Zeit und Zeiten
a. Der Rückblick auf 'die Früheren'
b. Geschaffene und befristete Zeit
c. Die geschichtliche Zäsur
d. Jahres-, Tages- und Festzeiten
e. Ewigkeit und endlose Zeiten
3. Das Verborgene und das Offenbare
4. Akteure
a. Der einzige Gott und seine Umgebungen
(1) Streit um Realität und Fiktion
(2) Die Einzigkeit Gottes als Lebensprinzip
(3) Gottes Allmacht und die Freiheit der Menschen
(4) Akteure - gottgemäß und gottwidrig
b. Die Konfrontation von Gläubigen und Ungläubigen
(1) Die theoretisch scharfe Grenzziehung
(2)Bemühungen und Zurückhaltungen
(3) Gewaltsame Auseinandersetzungen
(4)Das Ziel: unverbrüchliche Gemeinschaft
5. Werte und Verpflichtungen
a. Duale Strukturen
b. Die Ordnung der Lebenswelt
c. Die Beteuerung der Einfachheit
6. Erwartungen
a. Der eschatologische Horizont
b. Der eigenständige Gott - die bedürftigen Geschöpfe
c. Die unveränderliche Ordnung der Welt
V. Verbindliche Schrift und vielfältige Lektüre
1. Der Anspruch stabiler Geltung
2. Offene Bedeutungen
a. Das ergänzungsbedürftige Wort
b. Die Freiheit der Leser
3. Ansätze christlicher Bewertung
a. Das religiöse Zeugnis im Rahmen menschlicher Kultur
b. Zwischen 'inklusivistischer' und 'pluralistischer' Religionstheologie
c. Kontextuelle Lektüre
Ausklang
Literaturverzeichnis
1. Koran
a. Textausgabe und Konkordanz
b. Deutsche Übersetzungen
2. Sekundärliteratur
Koranstellen-Register
Sach- und Namensregister
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