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Den Glauben verantworten
Eine Fundamentaltheologie
Jürgen Werbick
Herder
Jürgen Werbick
Herder Verlag
EAN: 9783451262593 (ISBN: 3-451-26259-2)
888 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 15 x 23cm, 2000
EUR 45,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
In vier Abschnitten stellt sich Jürgen Werbick den grundlegenden Streitfragen der Glaubens- und Theologiekritik zum Thema Gott und Religion, Offenbarung, Erlösung, Kirche.
Mit welchem Recht und in welchem Sinn läßt sich sagen, es gebe eine Beziehung zwischen Gott und Mensch? Wie "handelt" Gott am Menschen? Wie erlöst Gott und wovon? Welche Rolle spielt in der Beziehung zwischen Gott und Menschen die Kirche? Zwischenreflexionen setzen sich mit dem Verhältnis Glaube- Vernunft, mit der Sprache des Glaubens, mit der Unterscheidung von Glaube und Sinn auseinander.
Dies alles vor dem fundamentaltheologischen Fragehorizont, inwiefern die Argumente der Religions- und Kirchenkritik den Glauben zur Selbstprüfung zwingen und wie der Glaube sich diesen Argumenten gegenüber vernünftig verantworten läßt.
Ein neues Stadadardwerk der Fundamentaltheologie. Ein einzigartiges Grundlagenbuch für Studium und Praxis der Theologie, mit großer gedanklicher Schärfe und argumentativer Kraft. Eine beeindruckende Rechenschaft über den christlichen Glauben.
Glaubwürdigkeit ist in allen gesellschaftlichen Beeichen zu einem knappen und kostbaren Gut geworden. Die Glaubwürdigkeit des Christlichen aber scheint nahezu aufgezehrt. Eine lange Geschichte der Bestreitung und Entlarvung christlicher Geltungsansprüche hat hier ihr Werk getan. Die Fundamentaltheologie nimmt es mit dieser Bestreitungs- und Entlarvungsgeschichte auf; sie setzt sich in kritischer Zeitgenossenschaft mit Argumenten auseinander, die das christliche Selbstverständnis bis in die Gegenwart hinein verunsichern und in Frage stellen.
Der hier vorgelegte Entwurf bekennt sich zu dieser im besten Sinne apologetischen Aufgabe. Er zeichnet in den vier "Streitfällen" Religion, Offenbarung, Erlösung und Kirche zunächst die Geschichte der Bestreitung christlicher Geltungsbehauptungen nach, ehe er jeweils die "guten Gründe" freilegt, die es erlauben in vernünftiger Glaubensverantwortung Christ und Christin zu sein und zu bleiben. Zwischenreflexionen widmen sich den wissenschaftstheoretisch-anthropologischen Grundfragen, deren Bearbeitung das spezifische Profil eines fundamentaltheologischen Entwurfs ausmachen: Glaube und Vernunft, die Sprache des Glaubens, Glaube und Sinn. Die vernünftige Verantwortung des Glaubens verlangt aber nicht nur die Argumente der Kritik zu "widerlegen". Sie muß die Kritkik als Herausforderung zur Selbstprüfung ernst nehmen und kann ihr überhaupt nur so standhalten.
Dem theologischen Dienst an der Glaubwürdigkeit des christlichen Glaubens weiß sich Werbicks Entwurf verpflichtet. Er legt Rechenschaft darüber ab, wie Christen ihr In-Anspruch-Genommensein vom Geist und den Zeichen der Zeit verantworten. Eine solche Glaubensverantwortung ist in der gegenwärtigen Bewährungssituation des Christlichen, in der es von Fundamentalismus und Enttradionalisierung gleichermaßen bedroht ist, unverzichtbar.
Der Autor: Jürgen Werbick, Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Münster, zahlreiche Publikationen, bei Herder u. a. "Offenbarungsanspruch und fundamentalistische Versuchung" /1991), "Der einzige Weg zum Heil?" (1993), "Kirche" (1994).
Inhaltsverzeichnis
Zur Einführung XIII
Streitfall Religion
1. »Was heißt es, einen Gott zu haben?« - »Was heißt es, keinen
Gott zu haben?« 3
1.1 Der fundamentaltheologische Religionstraktat und die Gottesfrage 3
1.2 Was heißt es, einen Gott zu haben? 5
1.3 Gott: die Zuflucht der Bedrängten 7
1.4 Wofür man Gott und die Religion braucht 9
1.5 Reduktion der Religion auf Sittlichkeit? 13
1.6 Gott: der Trost in sittlicher Verzweiflung 17
1.7 Was es heißt, keinen Gott zu haben 21
1.8 Wenn es keinen Gott mehr gibt 28
1.9 Was ist Wahrheit? - Die Radikalität der Religionskritik Nietzsches 31
1.10 Evolution und Religion 40
1.11 Die Funktion von Religion 42
1.12 Religion und System 45
1.13 Religion als Kontingenzbewältigungspraxis? 51
1.14 Die Spannung zwischen Funktion und Intention religiösen Sich-
Verhaltens 54
1.15 Argumente gegen die »Nichts-als-Vermutung«? 58
1.16 Kriteriologie der Religion 70
1.17 Wahrheit in Beziehung 76
2. Religion: die Beziehung zum identitätsstiftenden Anderen ... 81
2.1 Tremendum et fascinosum 81
2.2 Religion als Arrangement mit der göttlichen Macht 84
2.3 Erwählung und Forderung 90
2.4 Die Unbedingtheit der Zuwendung zum Anderen 95
2.5 Verinnerlichung des Anderen? 97
3. Die Wahrheit im »Nicht-Anderen« 100
3.1 Das Wahre ist das Einssein 100
3.2 Das Wahre ist das Eigene 106
3.3 Die Dialektik der Aneignung 114
3.4 Dialektik der Selbstbehauptung - Dialektik der Moderne 116
4. Die Wahrheit der Anerkennung 120
4.1 Die Idealstruktur »wechselseitige Anerkennung« 120
4.2 Die Herausforderung des Anderen 124
4.3 Anerkennung und Widerstand 131
4.4 Gott: Macht in Beziehung oder Bedingung der Möglichkeit gerech-
ter Beziehungen? 134
4.5 Gott: Eine transzendentale Bedingung? 137
5. Wahrheit in der Beziehung zum Absoluten? 142
5.1 Die Würde des Menschen und die Gleichgültigkeit der Welt .... 142
5.2 Absolutheit und Verabsolutierung 146
5.3 Kriteriologie des Absoluten 149
5.4 Die mißlungene Abschaffung des unbedingt Bejahbaren 153
5.5 Absolutheits-Wissen? 154
5.6 Kritische Theorie des Absoluten 160
5.7 Das Wahre ist das Ganze? Was ist das Ganze? 165
5.8 Absolute Wahrheit? 171
5.9 Glaubenshoffnung: nur eine religiöse Option? 174
5.10 Teilhabe an Gottes Wahrheit oder Mittelpunktsillusion? 178
Zwischenreflexion: Glaube und Vernunft
1. Glaube als Option? 185
2. Auf der Suche nach guten Gründen 188
3. Rationalität? 195
4. Letztbegründung? 203
5. Wahrheits-Ansprüche 208
6. Das Gegebene würdigen: Option und Wahrheit 215
7. Freiheit und Wahrheit 218
8. Zwischen Gewißheit und wissenschaftlicher Hypothesenprü-
fung 221
Streitfall Offenbarung
1. Offenbarung: Gottes Handeln oder Menschenwerk? 227
1.1 Religion ja - Offenbarung nein? 227
1.2 Der Streit um die Notwendigkeit geschichtlicher Offenbarungen . . 230
1.3 Gottes Selbst-Expression? 235
1.4 Vernunft statt Offenbarung oder vernünftige Einsicht ins Geoffen-
barte? 239
1.5 Offenbarungswahrheiten und Vernunftwahrheit 244
1.6 Offenbarungstatsachen? 253
1.7 Offenbarung und historische Kritik 257
1.8 Wer redet? Wer handelt? 261
1.9 Natürliche Vernunft und übernatürliche Offenbarung 264
1.10 Offenbarung in der Spannung von Immanenz und Transzendenz . . 272
1.11 Religiöse Erfahrung als Offenbarung? 277
1.12 Offenbarung spekulativ 282
1.13 »Worüber schlechterdings nichts Größeres geschehen kann« .... 286
1.14 Offenbarung: Gottes Selbst-Auslegung 288
1.15 Das »Sakrament des guten Gotteswillens«: 2. Vatikanum 292
2. Offenbarung: Was der Mensch sich nicht selbst sagen kann . . 295
2.1 Die Autorität des Gottesworts und die Selbstproblematisierung der
Vernunft 295
2.2 Offenbarungs-Fundamentalismus 296
2.3 Ein juridisches Offenbarungsmodell 301
2.4 Die Autorität des Anderen 304
2.5 Vernunft und Autorität 308
3. Offenbarung: das Wort, das Gott in mir spricht 311
3.1 Gottes »Immanenz« 311
3.2 Gottesoffenbarung in der Sprache der menschlichen Seele 315
3.3 Das »innere« und das »äußere« Wort 318
4. Gottes Wort: Herausforderung und Versprechen 324
4.1 Gottes Transzendenz und die Abgründigkeit menschlicher Subjekti-
vität 324
4.2 Was kann in der Geschichte geschehen? 330
4.3 Menschliche Selbsttranszendenz und Gottes Offenbarung 332
4.4 Gottes Offenbarungswort: Versprechen und Widerspruch 336
4.5 Gottes Handeln in Geschichte 342
4.6 Gott als Subjekt der Geschichte? 349
4.7 Gottes Selbst-Mitteilung in Geschichte 352
4.8 Endgültigkeit und Unüberbietbarkeit der Christusoffenbarung? . . 356
5. Selbstoffenbarung und Geheimnis 361
5.1 Selbstoffenbarung des Absoluten? 361
5.2 Die Offenbarung als Geheimnis 368
5.3 Absolutheit Gottes und Absolutheit der biblischen Offenbarung . . 373
5.4 Absolutismus oder Relativismus? 379
5.5 Absolutheit im Dialog? 385
5.6 Die je größere Wahrheit Gottes - und die Unbedingtheit, mit der sie
Menschen in Anspruch nimmt 391
5.7 Unbedingtheit der Forderung - Unbedingtheit der Zusage 394
Zwischenreflexion: Die Sprache des Glaubens
. Offenbarung als Übersetzung 405
2. Bilderverbot - Vermischungsverbot 409
3. Umkehr der Einbildungskraft? 411
4. Die Macht der Bilder 417
5. Metaphern geben zu denken 420
Streitfall Erlösung
-i. »Ich erlöste sie von ihren Erlösern«: Christentumskritik als
Entlarvung des christlichen Erlösungsglaubens 427
1.1 Soteriologie fundamentaltheologisch? 427
1.2. Die Differenzierung zwischen »Letztem und Vorletztem« - ihre
Problematik, ihre Unausweichlichkeit 430
1.3 Was bedarf der Erlösung: Leid oder Sünde? 432
1.4 Die Last einer unverstandenen Tradition 436
1.5 Die Kritik am Rache-Gott 443
1.6 Das Heil des Menschen in sittlicher Selbstbestimmung 448
1.7 »Entchristologisierung« und »Enttheologisierung« der Soteriologie 452
1.8 Erlösung als Verneinung des Willens 455
1.9 »Dionysos gegen den Gekreuzigten« 460
1.10 Was hat Jesus eigentlich gewollt? Die Erlösung des Menschen-
geschlechts am Kreuz? 468
2. Sühne-Soteriologie: Gereinigt durch das Blut des Gekreuzigten 472
2.1 Logik des Bezahlenmüssens? 472
2.2 Die Vieldeutigkeit des neutestamentlichen Befunds 476
2.3 »Ohne Blutvergießen gibt es keine Sündenvergebung« 477
2.4 Das Opfer, das Gott gefällt: »ein reines Herz« 483
2.5 »Das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von aller Sünde« 488
2.6 Sühne und Stellvertretung 490
2.7 Gottes erlösende Gegenwart »im Blut« des Gekreuzigten 492
2.8 Das neue Pessach - der neue Exodus 495
2.9 Der Dienst des Menschensohns, Lösegeld zu sein 498
2.10 Der leidende Gerechte 501
2.11 Bloße Deutung? 504
2.12 Erlösung durch Leiden? 507
3. Die Sünde, die Opfer fordert 513
3.1 Die Zeit-Perspektive des Opfers 513
3.2 Das Opfer des »Helden«: Vorbild und Ansporn 514
3.3 Zwischen Opfersein und Sich Opfern 519
3.4 Das Opfer eröffnet Zukunft. Für wen? 524
3.5 Die Sünde der Entwürdigung 526
3.6. Die Opfer der Sünde 531
3.7 Die Perspektive der Opfer 534
3.8 Erlösung: das Geschenk der Würdigung 537
3.9 Jesu Tod: ein Opfer? 541
3.10 Der Mensch: Gottes Opfer? 546
4. Sieg oder Versöhnung? Wie Gottes Herrschaft anfängt .... 549
4.1 Der freie und der unfreie Wille 549
4.2 Die Herrschaft der Mächte ist gebrochen - Grundlinien einer neu-
testamentlichen Befreiungssoteriologie 552
4.3 Bloß innerliche Befreiung? 555
4.4 »Er ist unser Friede« 560
4.5 Streit mit Gott? 563
4.6 Versöhnung? 567
4.7 Versöhnung: das Ende der Beschuldigung 569
4.8 Versöhnung als Herausforderung 575
4.9 Gottes Herrschaft und die Herrschaft der Zeit 581
4.10 Gottes Zukunft: die Rettung der Opfer 586
4.11 Zeit als Geschenk 592
5. Erlösung im Absoluten? 595
5.1 Heil in Beziehung 595
5.2 Gottes Nähe und Gottverlassenheit 599
5.3 Horror externi 601
5.4 Der Horror des Absoluten 606
5.5 Präsenz oder Absenz der Versöhnung? 613
5.6 Das Absolute als Inbegriff der Versöhnung? 616
5.7 Absolute Freiheit - versöhnende Freiheit 618
Zwischenreflexion: Glaube und Sinn1. Selbst-Bejahung 631
2. Radikale Sinn-Anthropozentrik? 634
3. Sinn-Transzendenz? 639
4. Sinn und Wahrheit 645
5. Sinn und Verheißung 648
Streitfall Kirche
1. Kirchenkritik 657
1.1 Um die Glaubwürdigkeit der Kirchen 657
1.2 Kirchenkritik als Romkritik 660
1.3 Der Antichrist und die sichtbare Kirche - Christus und die unsicht-
bare Kirche 663
1.4 Die Unmöglichkeit von Kirche 666
1.5 Kirche: das Gegenteil des von Jesus Christus Gewollten? 673
1.6 Die Kirchen: zwischen Verrat und Paradoxie 680
1.7 Fundamentaltheologische Zwischenbilanz 686
2. Gottes Volk: das Volk seiner Königsherrschaft 688
2.1 Gott und sein Eigentumsvolk 688
2.2 Das Volk aus den Völkern 694
2.3 Zum Zeugnis erwählt 696
2.4 Wie Gott an seinem Volk und durch es handelt 701
2.5 Der Prozeß der Institutionalisierung 703
2.6 Kirchen-Gründung? 707
2.7 Societas perfecta? 711
2.8 Die hierokratische Versuchung im Volk Gottes 717
2.9 Erwählung zu Diakonie und Stellvertretung 723
2.10 Der Herr des Volkes Gottes und die Verführung zur Herrschaft . . 725
3. Der andere Christus: Gemeinde als Christuswirklichkeit .... 729
3.1 Leib Christi im Corpus Paulinum 729
3.2 Metaphern der innigen Verbundenheit 731
3.3 Kirche als ausgeweitete Inkarnation? 737
3.4 Kirche als Körperschaft 743
3.5 Das unsichtbare und das sichtbare Haupt 749
3.6 Die Kirche: ein vollkommener übernatürlicher Organismus? . . . . 751
3.7 Der Heilsorganismus Kirche und das Subjektsein der Gläubigen . . 756
3.8 Handeln in persona Christi capitis 759
3.9 Repräsentation? 763
3.10 Ist die katholische Kirche identisch mit dem Leib Christi? 765
3.11 Der andere Christus, die Fülle Christi? 767
4. Kirche: Communio und Kommunikation 770
4.1 Gleichheit und Andersheit 770
4.2 Koinonia: Gemeinschaft durch Teilhabe 778
4.3 Communio Sanctorum 780
4,4 Communio und Hierarchie 785
4.5 Communio und Partizipation 792
4.6 Kommunikation als »Grundvorgang« von Kirche 797
4.7 Communio durch Kommunikation: das Wort aufnehmen 799
4.8 Die Kirche und der Paraklet 804
4.9 Martyria, Leiturgia, Diakonia: Grunddimensionen kirchlicher Kom-
munikation 810
4.10 Berufen, die Brüder und Schwestern im Glauben zu stärken .... 812
4.11 Communio und Infallibilitas 817
4.12 Tradition als Überlieferungsprozeß 819
4.13 Der Dienst des Erinnerns 823
5. Kirche als Sakrament 831
5.1 Die Relativität der Kirche 831
5.2 Darstellung oder Stellvertretung? 834
5.3 Kirche: Institutionalisierung der Beziehung zum Unbedingten . . . 838
5.4 Kirche als Realsymbol der Gottesherrschaft 840
5.5. Heilsvermittlung durch die Kirche? 842
Schlußreflexion: Endgültigkeit und Vorläufigkeit
1. Theologische Erkenntnis und kirchliches Zeugnis 847
2. Ordentliches und außerordentliches Lehramt 851
3. Was heißt »definitive Lehre«? 856
4. Identifikationsorte des Katholischen 863
5. Wahrheit und »Wahrheiten« 866
Literaturverzeichnis 868
Personenverzeichnis 884
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