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Dankbarkeiten
Roman
Delphine de Vigan
DuMont Buchverlag
EAN: 9783832165802 (ISBN: 3-8321-6580-0)
176 Seiten, paperback, 12 x 19cm, 2025
EUR 14,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
»Als wär’s das Buch zur Gegenwart«
F.A.Z
Von dem Tag an, an dem sie spürt, dass sie ihre Unabhängigkeit verliert, beginnt Michka zu träumen: von der Vergangenheit, von Versäumnissen und Verlorenem. Tatsächlich verliert die weltoffene alte Frau nach und nach Wörter, ersetzt sie durch ähnlich klingende.
Nur zwei junge Menschen, Marie und Jérôme, verstehen, was in ihr vorgeht. Je mehr Michka um ihre Ausdruckskraft ringt, desto dringlicher wird ihr Wunsch, einem Ehepaar, das ihr einst das Leben gerettet hat, ihre Dankbarkeit zu zeigen. Und so bittet sie Marie, eine Suchanzeige aufzugeben.
„EIN BUCH WIE EIN FESTER HÄNDEDRUCK ZWISCHEN ALT UND JUNG“
NDR KULTUR
Rezension
Delphine de Vigans Roman "Dankbarkeiten" erzählt von Michka, die ihre Selbstständigkeit und Sprache verliert und damit auch Stück für Stück ihr Selbstbild. Doch es geht weniger um Demenz als um die existenzielle Erfahrung des Verlusts: Sprache als Identität, Würde und Autonomie. De Vigan beschreibt diesen Prozess mit klarer, sensibler Sprache, in der Humor brüchig bleibt. Marie und Jérôme sind Resonanzfiguren, die Tiefe verleihen und verhindern, dass Michka zur bloßen Projektionsfläche wird. Der Kern des Romans ist Michkas verspäteter Dank an ein Ehepaar, das ihr einst das Leben rettete. Eine Suche, die Fragen nach Schuld, Verbundenheit und Selbstbestimmung aufwirft. Formal wirkt der Text sehr kontrolliert, manchmal vorhersehbar, doch gerade darin liegt seine Stärke: Er bleibt zugänglich, ohne banal zu sein, und berührt durch seine leise Intensität. Am Ende bleibt das Wesentliche: Zuneigung, Mitgefühl, Dankbarkeit – keine großen Lösungen, sondern die Erinnerung, dass Worte zählen, solange sie noch da sind.
Arthur Thömmes, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Michka, die stets ein unabhängiges Leben geführt hat, muss feststellen, dass sie nicht mehr allein leben kann. Geplagt von Albträumen glaubt sie ständig, wichtige Dinge zu verlieren. Tatsächlich verliert sie nach und nach Wörter, findet die richtigen nicht mehr und ersetzt sie durch ähnlich klingende. Die junge Marie, um die Michka sich oft gekümmert hat, bringt sie in einem Seniorenheim unter. Der alten Frau fällt es schwer, sich in der neuen Ordnung einzufinden. In hellen Momenten leidet sie unter dem Verlust ihrer Selbständigkeit. Doch was Michka am meisten beschäftigt, ist die bisher vergebliche Suche nach einem Ehepaar, dem sie ihr Leben zu verdanken hat. Daher gibt Marie erneut eine Suchanzeige auf, und Michka hofft, ihre tiefe Dankbarkeit endlich übermitteln zu können.
Klarsichtig und scharfsinnig zeigt Delphine de Vigan, was uns am Ende bleibt: Zuneigung, Mitgefühl und Dankbarkeit.
DELPHINE DE VIGAN, geboren 1966, erreichte ihren endgültigen Durchbruch als Schriftstellerin mit dem Roman ›No & ich‹ (2007), für den sie mit dem Prix des Libraires und dem Prix Rotary International 2008 ausgezeichnet wurde. Ihr Roman ›Nach einer wahren Geschichte‹ (DuMont 2016) stand wochenlang auf der Bestsellerliste in Frankreich und erhielt 2015 den Prix Renaudot. Zuletzt erschien bei DuMont ihre Romane ›Dankbarkeiten‹ (2019) und ›Das Lächeln meiner Mutter‹ (2020). Die Autorin lebt mit ihren Kindern in Paris. |
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