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Campendonk
In aller Freundschaft! Ein Blauer Reiter im Deutschen Werkbund
Ronja Friederichs (Hrsg.)
Verlag Kettler
EAN: 9783987412011 (ISBN: 3-9874120-1-1)
200 Seiten, hardcover, 17 x 24cm, Mai, 2025
EUR 25,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Siehe Informationstext.
Gustv Lübecke Museum Hamm
Verlag Kettler
Rezension
„Der Maler auf dem Lande“(1917), „Mann mit Maske“(1922), „Harlekin“(~1925), Entwurf des Glasmalereifenster „Kreuzigung“ für das Kloster Marienthal (1926/27), „Roter Hirte mit Tieren“(1928) und Passionsfenster „Anna Christi“(1937). Diese Arbeiten zählen zu den bekanntesten von Heinrich Campendonk (1889-1957). Der Künstler war jüngstes Mitglied des Blauen Reiters sowie Mitglied im Deutschen Werkbund. Campendonk zählt zu den Hauptvertretern des rheinischen Expressionismus, 1913 war er bei der Bonner Ausstellung „Rheinischer Expressionisten“ vertreten. Von 1923 bis 1933 lebte er im Rheinland, von 1926 bis 1933 hatte Campendonk an der Kunstakademie in Düsseldorf eine Professur für Glasmalerei, Wandmalerei, Mosaik und Gobelinweberei inne. Die Nationalsozialisten entfernten ihn nach ihrer Machtübernahme aus dem Staatsdienst und beschlagnahmten seine in zahlreichen Museen ausgestellten Werke als „entartet“. Der Maler und Grafiker emigrierte über Belgien in die Niederlande, 1935 erhielt er in Amsterdam eine Professur an der Rijksakademie van beeldende kunsten. Kunsthistorisch gesehen, changiert das Œuvre Campendonks zwischen Expressionismus und Kubismus. Sein Werk umfasst neben Gemälden auch Entwürfe für textile Arbeiten und für Glasfenster u.a. in Kirchen - ausgeführt von der Glasmalereiwerkstatt Hein Derix in Kevelaer - und für Verwaltungsgebäude. Ebenfalls von ihm wurden Plakate und Bühnenbilder gestaltet. Alle Arbeiten Campendonks bis auf sein Frühwerk zeichnen sich durch eine geometrische Formensprache aus.
Von der beeindruckenden Vielfalt seines farbenfrohes Œuvres zeugte die ihm gewidmete Ausstellung „In aller Freundschaft! Heinrich Campendonk: Ein Blauer Reiter im Deutschen Werkbund“, die vom 25.5. bis zum 28.9.2025 im Gustav-Lübcke-Museum Hamm besucht werden konnte. Die von den Kunsthistorikerinnen Ronja Friedrichs und Christiane Heiser kuratierte Schau widmete sich seinem künstlerischen Netzwerken. So waren in ihr auch Werke seiner Künstlerkollegen u.a. von Paul Klee, August Macke, Helmuth Macke, Franz Marc und Heinrich Nauen ausgestellt, zudem Bilder von seiner zweiten Frau Edith van Leckwyck sowie Arbeiten seines Lehrers an der Krefelder Handwerker- und Kunstgewerbeschule, Johan Thorn Prikker.
Anlässlich der sehenswerten Ausstellung mit über 100 Arbeiten erschien im Verlag Kettler ein gleichnamiger Katalog, herausgegeben von Kuratorinnen. In den aufschlussreichen Beiträgen wird kunstwissenschaftlich differenziert das Verhältnis Campendonks zu seinen Künstlerkollegen beleuchtet und der Dialog zwischen ihren Arbeiten gekonnt aufgezeigt. Dadurch erhält man zugleich einen sehr guten Einblick in das Leben und Werk des deutsch-niederländischen Künstlers. Lehrkräfte des Fachs Bildende Kunst werden durch das vorliegende Buch motiviert, sich mit dem vielfältigen Œuvre Campendonks und dem rheinischen Expressionismus in ihrem Fachunterricht auseinanderzusetzen. Zudem bietet sich ein Besuch des Museum Penzberg an, welches die umfangreichste Sammlung seiner Arbeiten zeigt.
Fazit: Die Ausstellungsbegleitpublikation „In aller Freundschaft! Heinrich Campendonk: Ein Blauer Reiter im Deutschen Werkbund“ verdient einen Platz in der Bibliothek aller, die sich für die Kunst der Moderne interessieren.
Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Heinrich Campendonks (1889–1957) Werke aus seiner Zeit als jüngster Künstler im Kreis des von Wassily Kandinsky und Franz Marc gegründeten „Blauen Reiter“ sind weltweit bekannt und hochgeschätzt. Doch neben dieser eindrucksvollen malerischen Schaffensphase schuf der Künstler ein Œuvre, das sich durch eine überraschende Vielfalt an künstlerischen Gattungen auszeichnet. Er entwarf Bühnenbilder, dekorierte Möbel und gestaltete Textilien sowie Plakate. Die Ausstellung im Gustav-Lübcke-Museum setzt diese kunstgewerblichen Arbeiten erstmals in den Kontext seines expressionistischen malerischen Werkes und öffnet damit Blicke auf die tiefgehende Verbindung von Kunst und Leben.
Entscheidende Impulse für die eigene künstlerische Arbeit erhielt Campendonk durch seine Künstlerfreundschaften zu bedeutenden Vertretern der Avantgarde, wie Paul Klee, Helmuth und August Macke, Heinrich Nauen oder zu seinem Lehrer Johan Thorn Prikker. Wie er selbst standen viele von ihnen mit dem 1907 gegründeten Deutschen Werkbund in Verbindung. Mit präzise ausgewählten Arbeiten dieser Freunde, Mentoren und Wegbegleiter dokumentieren und würdigen die Ausstellung sowie der begleitend erscheinende Katalog eine bisher wenig beachtete Moderne um Heinrich Campendonk.
Inhaltsverzeichnis
SEITE 6 Andrea Firmenich
Grußwort der Kunststiftung NRW
SEITE 10 Ronja Friedrichs, Christiane Heiser
In aller Freundschaft! Heinrich Campendonk:
Ein Blauer Reiter im Deutschen Werkbund
SEITE 40 Magdalena Holzhey, Katia Baudin
„Krefeld wird Ursache haben, den Künstler mehr
zu schätzen." Heinrich Campendonk und sein
Krefelder Netzwerk
SEITE 78 Christiane Heiser
Netzwerk Textil: Anna Pahde und Fritz Steinert
SEITE 96 Diana Oesterle
Bild - Bühne - Raum
Die inter- und transmediale Rolle der
Hinterglasmalerei im Werk von Heinrich
Campendonk und Walter Dexel
SEITE 112 Christiane Heiser
„Gegenden, die unerhörten Einfluß haben."
Die Malerkollegen Heinrich Nauen, Paul Klee und
Werner Heuser an der Kunstakademie Düsseldorf
SEITE 132 Gisela Geiger
Die Beweglichkeit der Farben
SEITE 160 Christiane Heiser
Werkbundgedanken - Johan Thorn Prikker,
Heinrich Campendonk und ihre Werkstätten in
den 1920er-Jahren
SEITE 186 Literatur
SEITE 190 Werkkatalog
SEITE 196 Dank
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