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Beschreiben
Grundzüge einer Deskriptologie
Peter Klotz
Erich Schmidt Verlag, Berlin
EAN: 9783503137558 (ISBN: 3-503-13755-6)
223 Seiten, paperback, 15 x 21cm, April, 2013, zahlreiche schwarz-weiß-Abbildungen
EUR 29,80 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Ohne Übertreibung kann man sagen, dass das Beschreiben/die Beschreibung ein wenig beachteter Bereich in Linguistik, Literaturwissenschaft, Deutschdidaktik und Kunstwissenschaft war und zum Teil noch ist. Während Bereiche wie Narratologie oder argumentative Rhetorik seit sehr langer Zeit hoch differenziert erarbeitet und entfaltet worden sind, hat die Beschreibung erst in jüngerer Zeit vereinzelt Beachtung gefunden.
Beschreiben ist eine Sprachhandlung, die nicht nur auf die Textsorte Beschreibung reduziert werden kann. Genauer betrachtet ist es eine spezifische kognitive Weise der Welterfahrung, die sowohl auf Wahrnehmung als auch auf soziokultureller Prägung beruht. Beschreiben beginnt kommunikativ und heuristisch mit einem präzisierenden Benennen und setzt sich fort in den deskriptiven Komponenten fast allen Darstellens, denn seine Funktion ist die des ausstattenden Thematisierens.
Das Beschreibende findet sich in so gut wie allen Textsorten, in fast allen komplexen Sprachhandlungen. Solchermaßen gilt es, für das Deskriptive einen allgemeinen theoretischen, auf Textbeobachtungen beruhenden Grund zu legen. Dies geschieht hier durch die Verknüpfung pragmatischer, linguistischer, textwissenschaftlicher und auch medialer Aspekte, die durch didaktische Impulse in einem eigenen Kapitel angereichert werden. Diese Studie strebt somit die Konstitution der Grundzüge einer Deskriptologie an.
Rezension
Erzählen und Argumentieren gelten als prominente Äußerungsformen und werden im schulischen (Deutsch-)Unterricht entsprechend eingeübt, - Beschreiben führt demgegenüber ein gewisses Schattendasein, obwohl das genaue Beschreiben heute in vielfältiger Hinsicht wichtiger denn je ist, zumal unsere Welt immer mehr von Bildwelten geprägt ist, die ein exaktes und methodisch verantwortetes Beschreiben mehr denn je fordern. Dieses Buch möchte das Beschreiben als gleichwertig neben das Erzählen und Argumentieren stellen. Beschreiben beginnt mit Wahrnehmen, Denken und Fühlen. Beschreiben findet fast immer und überall statt und ist nicht auf die Beschreibung zu beschränken. Und: Beschreiben ist nicht auf literarische Texte - und also auf den Deutschunterricht - beschränkt. Deshalb thematisiert das 1. Kap. dieser Deskriptologie das Beschreiben auch als Weltbegegnung und grundsätzliche Äußerungsform.
Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Programmbereich: Germanistik und Komparatistik
Inhaltsverzeichnis
Einführung: Gestus und Formen der Deskriptivität 9
I Theoretische Aspekte des Beschreibens 13
1. Wahrnehmung und Erfahrung, Deskription und Narration 13
2. Kognitive und mediale Aspekte 27
3. Perspektivität, Aspekt und Systembezug 32
4. Perspektivisches Beschreiben 38
5. Die Nähe zum logos 51
II Prototypische Aspekte der Beschreibung 55
1. Textsorte und Texttyp 55
2. Zur Konstruktion des Inhalts 59
3. Textuelle Aspekte 66
4. Pragmatische und sprachliche Aspekte 73
5. Zusammenfassendes 79
III Die Welt der Beschreibungen – Beschreibungen der „Welt“ 82
1. Vielfalt der Textwelten 82
2. Kontexte und pragmatische Ensembles in deskriptiven Texten 87
3. Literarische Beschreibungen und Aspekte ihrer Funktion 101
4. Normsetzende Aspekte 111
5. Das deiktische Bedürfnis – Deixis und Beschreibung 119
IV Deskriptivität – mediale Ausprägungen und intermediale Bezüge 122
1. Deskriptivität als Phänomen zwischen Linearität und Simultaneität 122
2. Akustisches Beschreiben – Musik und Geräusche 128
3. Visuelles Beschreiben – Bilder, Mimik, Gestik und Körper 132
4. Beschreiben mit lexikalischen und grammatischen Zeichen 138
5. Mediales Zusammenspiel der Zeichen 143
V Rezeption. Beschreibungen zwischen Nutzen, Imagination und Neugier 145
1. Rezipieren ist Selegieren 145
2. Lesen, Wahr-nehmen, Handeln 147
3. Imaginieren und Phantasieren – der deskriptive Anteil 151
4. Der neugierige Blick. In den chambres séparées der Welt der Texte 158
5. Kontexte deskriptiver Textualität 161
VI Didaktik des Beschreibens und methodische Impulse 164
1. Aspekte schulischen Beschreibens 164
2. Sprachsuche und Textstrukturen 171
3. Fächerübergreifendes Beschreiben 179
4. Anschaulichkeit, Bildhaftigkeit, Ästhetik: literaturdidaktische Aspekte 188
5. Sprachreflexion über Deskriptivität: Ein zeichentheoretischer Exkurs 196
VII Sprachtheoretische und textuell-pragmatische Aspekte des Beschreibens 199
1. Zusammenfassende Aspekte 199
2. Grundzüge einer Deskriptologie 206
VIII Nach dem Beschreiben 210
IX Literaturverzeichnis 213
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