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Am Götterbaum Roman
Am Götterbaum
Roman




Hans Pleschinski

Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406766312 (ISBN: 3-406-76631-5)
280 Seiten, hardcover, 14 x 22cm, Januar, 2021

EUR 23,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
„Hans Pleschinski macht aus dem Spiel der Möglichkeiten große Literatur.“

titel thesen temperamente

An einem Märzabend macht sich in München eine Stadträtin, eine Bibliothekarin und eine Schriftstellerin auf den Weg zur einstigen Villa eines großen Vergessenen: Paul Heyse, dem ersten echten deutschen Literaturnobelpreisträger. An den einst hochgeehrten Literaten erinnert heute vor allem eine Unterführung. Hat er das verdient? Die Stadträtin hat verwegene Pläne für das Gebäude, aber über den damit verbundenen Ruhm Heyses sind sich keineswegs alle einig. Lässt man sie überhaupt in das Haus?

In seinem neuen Roman entfacht Hans Pleschinski ein höchst unterhaltsames Feuerwerk – mit spritzigen Dialogen und einem scharfen Blick auf die Gegenwart.
Rezension
Wer kennt noch Paul Heyse (1830-1914)? Wenige. Wer liest noch Werke des ersten deutschen Schriftstellers, welcher 1910 den Literaturnobelpreis erhielt? Germanist*innen. Wer weiß, dass es in der bayerischen Landeshauptstadt eine Paul-Heyse-Unterführung gibt? Manche Münchner*innen. Wer bemüht sich gegenwärtig um eine literarische Würdigung des fast vergessenen „Dichterfürsten“, der von 1860 bis 1900 zu den Lieblingsautoren der Deutschen zählte? Hans Pleschinski (*1956) in seinem neuen Roman „Am Götterbaum“, erschienen bei C.H. Beck.
Der vielfach preisgekrönte Autor, u.a. bekannt durch seine Werke „Ludwigshöhe“(2008), „Königsallee“(2013) und „Wiesenstein“(2018), beleuchtet in seinem aktuellen Buch wieder einen deutschen Literaturnobelpreisträger, wenn auch einen in der Germanistik und in der Öffentlichkeit, selbst in München gegenwärtig kaum beachteten. In dem Roman „Am Götterbaum“ erfolgt die Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk Heyses anhand eines abendlichen Spaziergangs durch München, dessen Ziel die ehemalige Heyse-Villa am Königsplatz ist. Unterwegs sind eine Stadträtin, eine Schriftstellerin, eine Bibliothekarin sowie später ein hinzustoßender Professor nebst seinem Ehemann. Bei dieser Ortsbesichtigung erfahren Leser*innen auf unterhaltsame Art und Weise biographische Details über Heyse und erhalten anhand ausgewählter zitierter Stellen einen Einblick in sein umfangreiches literarisches Œuvre. Außerdem wird man mitgenommen auf eine kulturgeschichtliche Reise durch die Stadt München beim Aufbruch in die Moderne. Pleschinski flechtet in die Gespräche über den Literaturnobelpreisträger gekonnt kulturkritische, ironische Seitenhiebe auf die Gegenwart ein. Deutschlehrkräfte werden durch das Buch motiviert, in ihrem Unterricht auch Novellen oder Gedichte Heyses zu lesen, zu interpretieren und sich mit seiner Novellentheorie, der „Falkentheorie“, auseinanderzusetzen.
Fazit: Mit seinem neuen Roman „Am Götterbaum“ leistet Hans Pleschinski einen wichtigen Beitrag zur Reaktualisierung des Schriftstellers Paul Heyse sowie zum kulturellen Gedächtnis der Stadt München, die über die Einrichtung eines „Heyse-Zentrums“ diskutieren möge.

Dr. Marcel Remme, für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Pleschinski, Hans
Am Götterbaum
ROMAN
An einem Abend im April 2019 macht sich die Münchner Stadträtin Antonia Silberstein auf den Weg zu einer Ortsbesichtigung der besonderen Art. In ihrer Begleitung: die Schriftstellerin Ortrud Vandervelt und die Bibliothekarin Therese Flößer. Das Ziel des launigen Spaziergangs der drei Frauen: die hinter einer Mauer versteckt liegende, einstige Villa eines großen Vergessenen. Antonia Silberstein hat verwegene Pläne für diese Villa, aber sie braucht den guten Rat eines Experten.
Schon auf dem Spaziergang sind sich die Frauen, zwischen Autos, Passanten, Verkehrsinseln mäandernd, uneins über Rang, Werk und Vermächtnis des Mannes, dessen einstige Behausung sie in ein spektakuläres Kulturzentrum verwandeln könnten: Paul Heyse. Der erste echte deutsche Literaturnobelpreisträger (1830 – 1914), hochgeehrt, liberal, ein schöner Mann mit einer liebenswerten Ausstrahlung, Autor von Romanen, Theaterstücken und nicht zuletzt 180 Novellen, ist so vergessen, dass in München vor allem eine Unterführung an ihn erinnert. Hat er das verdient? In seinem neuen Roman erzählt Hans Pleschinski kenntnisreich, scharfzüngig und komisch von Heyses Leben und Werk, von Ruhm und Vergänglichkeit und dem stets bedrohten Reichtum der Kultur in einer sich verschleißenden Welt. Mit einem genauen Blick auf die Gegenwart entfacht er in spritzigen Dialogen ein höchst unterhaltsames Feuerwerk.
Inhaltsverzeichnis
Im Tor 5
Aufbruch 20
Ins Abseits 35
Voran 56
Im Flammenstein 71
Rote Laterne 85
Das Hermelin 104
Königsplatz 119
Zulauf 134
An der Mauer 149
Stuckaturen 158
In der Häuserschlucht 167
Träume 174
Auf der Piste 185
Das Gewitter 211
VON&ZU 235
Die Invasion 249
Die Villa 271