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Alles schrecklich ungerecht?
Mythen, Halbwahrheiten, Fakten zum deutschen Sozialstaat
Georg Cremer
Herder Verlag
EAN: 9783451073618 (ISBN: 3-451-07361-7)
256 Seiten, paperback, 12 x 20cm, November, 2025, Klappenbroschur
EUR 22,00 alle Angaben ohne Gewähr
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Umschlagtext
Was ist wirklich gerecht?
Georg Cremer, ehemaliger Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, nimmt in diesem Buch die gängigen Klagen über soziale Ungerechtigkeit in Deutschland unter die Lupe. Statt pauschaler Empörung bietet er eine faktenbasierte Einordnung und zeigt, wo Kritik berechtigt ist - und wo Mythen und Halbwahrheiten den Blick auf die Realität verstellen.
Fakten statt Empörung
Cremer stellt sich gegen den Trend zur Skandalisierung und bietet eine wohltuend sachliche Perspektive auf Themen wie Armut, Ungleichheit, Mittelschicht und Sozialleistungen. Dabei geht es nicht um Schönfärberei, sondern um eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was läuft gut? Was muss besser werden?
Armut in Deutschland: Wie wird sie gemessen - und was sagt das wirklich aus?Die Mittelschicht: Stimmt es, dass sie zunehmend schrumpft?Sozialleistungen: Wer profitiert - und wer fällt durchs Raster?Ungleichheit: Geht die soziale Schere wirklich immer weiter auseinander?Reformbedarf: Wo der Sozialstaat besser werden muss
Cremer liefert einen präzisen Faktencheck zu den zentralen Fragen der sozialen Gerechtigkeit in Deutschland. Dabei bleibt er nicht bei der Analyse stehen: Er liefert Anstöße für mehr soziale Gerechtigkeit - ohne dabei neue Schuldenberge aufzutürmen.
Mehr wissen, besser urteilen
Dieses Buch räumt auf mit weitverbreiteten Irrtümern über den deutschen Sozialstaat. Wer sich nicht mit einfachen Antworten zufriedengibt und politische Diskussionen mit Substanz führen möchte, findet hier eine fundierte Grundlage - jenseits von Stammtischparolen und Empörungsrhetorik.
Georg Cremer war von 2000 bis 2017 Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes. Zuvor war er viele Jahre in der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Cremer studierte Ökonomie und Pädagogik und lehrt als apl. Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg. Er ist Autor vielbeachteter Sachbücher und ein sehr gefragter Redner und Medienpartner zu sozialpolitischen Themen.
Rezension
Dieses Buch bietet eine wohltuend nüchtern-sachliche Perspektive auf Themen wie Armut, Ungleichheit, Mittelschicht und Sozialleistungen und vermeidet jeden dumpfen Populismus, der die Themen zu seinen Gunsten mißbraucht mit Aussagen wie: Die Armen werden immer ärmer. Die soziale Schere geht immer weiter auseinander. Die Mittelschicht schrumpft und schrumpft. Deutschland fällt zurück. Die Tafeln zeigen, dass der Sozialstaat versagt etc. Die Debatte zu Sozialstaat und Sozialpolitik wird geprägt durch derlei Mythen oder Halbwahrheiten. Die meisten dieser Sozialnarrative betreffen Aspekte, die eine stetige Verschlimmerung der sozialen Lage in Deutschland zu belegen scheinen. Dem wiederspricht dieses Darstellung. Dabei geht es dem Autor nicht um Schönfärberei, sondern um eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was läuft gut? Was muss besser werden? Jahr für Jahr wird fast ein Drittel der Wirtschaftsleistung in Deutschland für den Sozialstaat verausgabt wird. Anstelle der Klage, dies sei zu wenig, sollte im Vordergrund der Debatte die Frage stehen, wie diese enormen Mittel besser eingesetzt werden können.
Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Fakes und Fakten zum Thema Gerechtigkeit in Deutschland
Eine Reformagenda für mehr soziale Gerechtigkeit ohne neue Schuldenberge
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Sozialstaatsmythen blockieren Reformen 9
Mehr Gerechtigkeit ohne neue Schuldenberge 13
Kapitel 1
Unerfüllbare Erwartungen 17
Leistungen rauf, Belastungen runter? 17
Illusionsverstärkung in der Parteienkonkurrenz 20
Wie weit trägt die Empathie der Mitte für den unteren Rand der Gesellschaft? 23
Kapitel 2
Wie nach Dekaden der Expansion zu Prioritäten finden? 27
Welche Expansion? 27
Ist eine Prioritätendebatte überhaupt notwendig? 29
Phrasen, die nicht weiterhelfen 33
Verdeckt oder offen? 34
Transferzahlungen oder Hilfen durch bessere soziale Dienste? 41
Mythen, Halbwahrheiten, Fakten 45
M 1 »Die Mitte schrumpft und schrumpft« 45
M 2 »Deutschland ist eine Abstiegsgesellschaft« 48
M 3 »Der Sozialstaat explodiert« – »Der Sozialstaat wurde kaputtgespart« 51
M 4 »Die Umverteilung findet von unten nach oben statt« 55
M 5 »Der Sozialstaat ist der Reparaturbetrieb des Kapitalismus« 58
M 6 »Deutschland fällt zurück« 61
M 7 »Armut in einem reichen Land ist ein Skandal« 64
M 8 »Die Armen werden immer ärmer« 68
M 9 »Die soziale Schere geht immer weiter auseinander« 72
M 10 »Die Bewältigung von Lebensrisiken wird mehr und mehr dem Einzelnen überlassen« 76
M 11 »Früher konnte eine Familie von einem Gehalt noch leben« 78
M 12 »Die Familien werden mit 200 Mrd Euro und 150 Leistungen gepampert« 81
M 13 »Wir sind die letzte Generation, der es besser geht als ihren Eltern« 84
M 14 »Boomender Arbeitsmarkt? – Nur die prekäre Arbeit hat zugenommen« 87
M 15 »Der Sozialstaat zerstört die private Hilfsbereitschaft« 91
M 16 »Immer mehr Rentner müssen arbeiten« 96
M 17 »Renten rauf, Altersarmut runter« 98
M 18 »Hartz IV ist eine gigantische Maschinerie zur Aufstockung von Armutslöhnen« 100
M 19 »Arbeit lohnt sich nicht« 103
M 20 »Das Ehrenamt ist der Ausfallbürge für einen Staat auf dem Rückzug« 106
M 21 »Die Tafeln handeln dort, wo der Staat versagt« 109
M 22 »Die Migration sprengt das Sozialbudget« 112
Kapitel 3
Sozialverbände: Echokammern der Unzufriedenheit? 117
Sozialverbände – ein mediales Konstrukt 117
Die Sprache der Dramatisierung 119
»Es tut sich nichts«-Rhetorik: Beispiel Pflegereform 120
Bundeshaushalt 2024: »Der Letzte macht das Licht aus« 123
Auch präsent, wenn es schwierig wird? 125
Kapitel 4
Das kritische Korrektiv fehlt 129
Medien transportieren Mythen – auch die Qualitätsmedien 129
Öffentlichkeitsarbeit durch Bullshit-Studien 133
Warum sind Journalisten so unkritisch? 136
»Das versendet sich« – zur mangelnden Reaktion von Politik und Behörden 139
Kapitel 5
»Da hilft nur gute Politik« – wirklich? 141
Zu wenig politische Performance? 141
Entkopplung von Lage und Wahrnehmung 144
Ampelregierung: Streitkoalition, die kaum etwas umsetzen konnte? 146
Der Staat ist kein Lieferservice 148
Kapitel 6
Was heißt künftig sozialer Fortschritt? 153
Vergangene Zeiten: Expansiver sozialer Fortschritt 153
War der Sozialstaat in den 1970er-Jahren besser als heute? 156
Immer weiter, immer höher? 160
Kapitel 7
Verdeckte Armut bekämpfen 165
Die im Dunkeln sieht man nicht 165
Scham und Beschämung 167
Hilfen bedingungslos und automatisch gewähren? 171
Die Diskreditierung der Grundsicherung stoppen 175
Kapitel 8
Fairness für den unteren Rand der Mitte 179
Eine politische Schnittmenge für Union und SPD? 179
Arbeit lohnt sich – aber sie lohnt sich oft zu wenig 181
Wie reformieren? 185
Umbauen statt renovieren: »Solidarische Grundsicherung« 187
Es geht also 189
Arbeit muss sich auch im Alter gelohnt haben 191
Respekt und Empathie 193
Kapitel 9
Sozialstaat: bürgerfreundlich, ohne zu bevormunden 197
Überkomplex 197
Wie viel Einzelfallgerechtigkeit soll sein? 201
Bürokratie: Das geliebte Monster 204
Mehr als die rechtskonforme Bescheidung von Anträgen 208
Kapitel 10
Ein Sozialstaat, der Menschen stark macht 213
Eigenverantwortung ist kein neoliberaler Wert 213
Sozialer Fortschritt: Politik der Befähigung 215
apitel 11
Für eine Sozialdebatte, die nicht den Feinden der Demokratie in die Hände spielt 221
Anmerkungen 230
Literaturverzeichnis 242
Register 252
Dank 256
Über den Autor 257
Über das Buch 258
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