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schule. smart. mobil
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Stefan Welling, Marion Brüggemann, Günther Anfang, Rudolf Kammerl, Thomas Knaus, Gisela Schubert, Kerstin Heinemann

Reihe: merz


kopaed verlags gmbh
ISBN: 201601
96 Seiten, geheftet, 17 x 23cm, Februar, 2016

EUR 8,00
alle Angaben ohne Gewähr

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Rezension
Smartphones und Tablets erobern den Unterricht - So könnte eine Traumschlagzeile der großen Medienkonzerne Apple, Microsoft und Samsung lauten. Doch was ist dran am digitalen Mehrwert? Lassen sich die Werbeversprechen auch in der Praxis einlösen? Und wie verändert dies das Lernen?
Die vorliegende Ausgabe der Zeitschrift "merz" ("medien + erziehung") spürt diesen Fragen und kann dabei auf wissenschaftlicher Basis so manche Antworten liefern, die zwar nicht grundsätzlich unerwartet sind, aber zumindest die ein oder andere vorschnelle Überlegung geraderückt. So führe beispielsweise eine bessere technische Grundausstattung nicht per se zu besseren Lernergebnissen. Ausschlaggebend sei vielmehr der sinnvolle Einsatz durch die Lehrkräfte. Auch wirke sich die Recherche im Internet bei einem zu häufigen Einsatz sogar negativ auf die Lesekompetenzen der Schüler aus. Trotz dieser kritischen Worte verfällt der Band nicht in einen grundsätzlichen Skeptizismus, sondern reflektiert vielmehr den aktuellen wissenschaftlichen Stand. Dies bedeutet auch, dass Konzepte erwähnt werden, wie diese neuen Medien gewinnbringend in die Bildungslandschaft integriert werden können. Vorgestellt werden in diesem Zusammenhang auch einige Best-Practice-Modelle wie "Breakradio", "NetKids Pankow" oder "Minnecraft Edu". Sehr vielversprechend sind insbesondere Thomas Knaus' Überlegungen, der vor allem in den interaktiven Möglichkeiten das entscheidende Potential sieht, um mit den neuen Medien nachhaltiges Lernen zu ermöglichen. Auch wagen die Autoren einen Blick über den Tellerand, indem sowohl die Situation in Deutschland mit anderen Nationen verglichen wird als auch die "Internetkompetenzen im Alter" thematisiert werden. Nicht zuletzt enthält das Heft mediensoziologische Fragestellungen, die beispielsweise die sogenannten "iPeople" als "technikfokussierte" Szenebewegung beschreibt. Ergänzt wird das Heft wie üblich durch die beiden Standardrubriken "merz medienreport" und den "merz publikationen".

FAZIT: Das Heft bietet einen unverstellten und perspektivenreichen Blick auf die Chancen und Grenzen der neuen Medien in der Bildungsarbeit.

Matthias Schmid, lbib.de
Verlagsinfo
Computerräume, Whiteboards, Laptop-Klassen - jede neue Entwicklung des medialen Angebots stellt auch für Schulen und schulisches Lernen zugleich Herausforderung und Chance dar und führte und führt immer wieder zu neuen Ideen, Konzepten und Anstrengungen, die medialen Möglichkeiten auch im Klassenzimmer einzusetzen. Bisweilen mit inhaltlichem wie didaktischem Mehrwert für alle Beteiligten, bisweilen aber auch als Arrangements, die hauptsächlich Kosten und Ernüchterung produzieren.

merz 1/2016 setzt sich kritisch mit verschiedensten Versuchen, die 'Kreidezeit in Schulen zu beenden' auseinander und betrachtet Medien in Schulen von unterschiedlichen Standpunkten aus. Bildung und Digitalisierung, Tablets als Lerninstrumente aber auch die Schule als Werbeplattform für die medialen Marken und kommerziellen Anbieter - Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Disziplinen nehmen diese Themen und Fragestellungen unter die Lupe, setzen sich kritisch mit der Historie des schulischen Medieneinsatzen auseinander, zeigen aber auch Möglichkeiten und Chancen für die Zukunft auf.
Inhaltsverzeichnis
aktuell 2


thema 6

Können Tablets und Smartphones Schule verändern? 6
Editorial
Stefan Welling, Marion Brüggemann, Günther Anfang

Digitalisierung, Digitales Lernen, Digitale Bildung? 9
Rudolf Kammerl

Besser lernen mit Tablets? 16
Ein Blick über den Tellerrand hilft weiter
Stefan Welling

Schule als ein Milliardenmarkt für Apple, Microsoft, Samsung & Co. 22
Ein Interview mit Martina Schmerr, GEW

Aspekte medienbezogener Schulentwicklung bei der Einführung von Tablets 26
Eine Momentaufnahme
Marion Brüggemann

Potentiale des Digitalen 33
Theoretisch-konzeptionelle Betrachtungen pädagogischer und didaktischer Potentiale des schulischen Einsatzes von Tablets
Thomas Knaus

Culture-Clash: Peer-Involvement in der Schule 40
Gisela Schubert, Kerstin Heinemann


spektrum

Peer-Involvement zur Förderung von Medienkompetenzen 47
Olivier Steiner, Rahel Heeg

Welche Werte vermitteln digitale Medien Heranwachsenden? 53
Ethische und empirische Erkenntnisse
Bernhard Debatin

Zwischen Kult und Kommerz: iPeople als technikfokussierte Szene 59
Elke Hemminger

Internetkompetenzen im Alter 66
Überlegungen zur Förderung von Medienkompetenzen im Alter
Alexander Seifert

Überwachung am eigenen Leib erleben 72
Lernen durch und mit dem Mini-Live-Rollenspiel ‚Register for CTRL‘
Anselm Sellen


medienreport

Aufklären statt Ausklinken! 77
Jos Schnurer

Auf der Flucht vor dem roten Leuchten 79
Ein Serious Game über Zusammenhalt und gemeinschaftliches Handeln
Franziska Busse

Etwas mehr Respekt, bitte! 82
Unterrichtsmaterial für die siebte bis zehnte Jahrgangsstufe
Teresa Strebel

Einfach Anders 84
Ein Hörbuch über Selbstfindung und das Erwachsenwerden
Franziska Busse


publikationen 86
kurz notiert 90
impressum 93
service 94


kolumne

Zukunftsträume 96
Klaus Lutz