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Werte im Unterricht Empathie, Gerechtigkeit und Toleranz leben
Werte im Unterricht
Empathie, Gerechtigkeit und Toleranz leben




Eva Steinherr

Kohlhammer
EAN: 9783170317772 (ISBN: 3-17-031777-6)
231 Seiten, paperback, 16 x 23cm, 2017, 1 Abb., 1 Tab.

EUR 30,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Gemeinsame Werte bilden die Grundlage unserer Gesellschaft. Große Bedeutung kommt dabei der Institution Schule zu. Die zentrale Frage, mit der sich Lehrerinnen und Lehrer konfrontiert sehen, ist: Wie kann Werteerziehung in den Unterricht integriert werden? Hier setzt das Buch an. Es vermittelt zunächst Lehrpersonen das nötige Hintergrundwissen über Werte und verknüpft es mit konkreten Ideen für die Praxis. An realen Unterrichtsdialogen und zahlreichen Unterrichtsvorschlägen zeigt es exemplarisch Möglichkeiten auf zu Klassendiskussionen über Werte wie Liebe, Freundschaft, Empathie und Gerechtigkeit. Das Buch bietet so praktisches Handlungswissen für Lehrende, wie Werteerziehung in der Schule gelingen kann.

Dr. Eva Steinherr ist Akademische Oberrätin am Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Fakultät Psychologie und Pädagogik der LMU München.
Rezension
Werte-Erziehung soll junge Menschen dazu befähigen, sich selbst im Rahmen einer gemeinschaftlichen Ordnung zu bestimmen und zu verwirklichen und das eigene Leben verantwortungsbewusst gestalten zu können. In einer (werte-)pluralistischen, multikulturellen und ausdifferenzierten postmodernen Gesellschaft wird es immer schwieriger, gemeinsam geteilte Werte als Grundlagen für den Zusammenhalt einer Gesellschaft zu benennen und zu vertreten. Hinsichtlich Werteerziehung und Wertebildung kommt deshalb der Schule eine zunehmende Bedeutung zu. Die moderne Werteerziehung geht davon aus, dass Werte nicht einfach gelehrt oder übermittelt werden können, sondern in der aktiven Auseinandersetzung täglich neu erlebt und gefestigt werden müssen. Vor allem die Entwicklung der moralischen Urteilsfähigkeit kann Schülerinnen und Schülern dabei helfen, ihr Denken, Fühlen und Handeln sowohl kritisch als auch verantwortungsvoll an Werten in ihrer jeweiligen gesellschaftlichen und individuellen Bedeutsamkeit zu orientieren. Zum Erziehungsauftrag der Schule gehört es, die Lernenden dazu fähig und bereit zu machen, nach ethischen Grundsätzen zu handeln. Wie aber soll das gehen? Selbst wenn gemeinschaftsförderliche Werte von den Lernenden bejaht werden, heißt das ja noch nicht, dass sie auch nach ihnen handeln. Zudem gibt es je nach weltanschaulicher Orientierung divergierende Wertsysteme. Wie kann Werteerziehung in den Unterricht integriert werden? Hier setzt dieses Buch an. Es vermittelt zunächst Lehrpersonen das nötige Hintergrundwissen über Werte und verknüpft es mit konkreten Ideen für die Praxis. An realen Unterrichtsdialogen und zahlreichen Unterrichtsvorschlägen zeigt es exemplarisch Möglichkeiten auf zu Klassendiskussionen über Werte wie Liebe, Freundschaft, Empathie und Gerechtigkeit.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 9

Was Sie in diesem Buch erwartet 9
Zum Aufbau dieses Buches 12
Gliederung der Einleitung 12
Gliederung des Hauptteils 13

1 Ist eine Wertebildung nur Ausdruck des relativen Kontextes, innerhalb dessen sie stattfindet? 20

1.1 Autoritäre und antiautoritäre (= laissez-faire) Erziehung als zwei Varianten des Wertrelativismus in der Pädagogik 30
1.1.1 Zur Verbreitung eines Wertrelativismus in unserer Gesellschaft 30
1.1.2 Reicht gesellschaftlicher Konsens zur Begründung der Mündigkeitserziehung aus? 31
1.1.3 Inwiefern führt Wertrelativismus zu autoritären bzw. antiautoritären Erziehungspraktiken? 35
1.2 Mündigkeitserziehung auf der Grundlage allgemeingültiger Werte 41
1.2.1 Was versteht man unter allgemeingültigen Werten? 42
1.2.2 Wie kann eine Wertebildung durch allgemeingültige Werte begründet werden? 45
1.2.3 Die Unterscheidung von (Grund-)Werten und Normen als Ziel der Werteerziehung 53
1.2.4 Leistet die Annahme allgemeingültiger Werte einem Kulturimperialismus Vorschub? 55
1.2.5 Die Unterscheidung von (Grund-)Werten und Normen als Ziel der interkulturellen
Werteerziehung 57

2 Führt Werteerziehung zu verantwortungsvollem Handeln? 59

2.1 Der Mensch als Einheit von Wissen, ethischer Urteilsfähigkeit und Verantwortungsübernahme 59
2.1.1 Infragestellung des Zusammenhangs zwischen ethischen Urteilen und Handlungen 62
2.1.2 Entdeckt die Kompetenzorientierung die Werteerziehung neu? 67
2.2 Die Stärkung des ethischen Reflexionsvermögens durch das Unterrichtsgespräch 70
2.2.1 Das sokratische Gespräch 71
2.2.2 Die Dilemma-Diskussion Kohlbergs 75

3 Liebe als Grundlage aller Werte 87

3.1 Was versteht man unter Liebe? 89
3.1.1 Liebe als Verstehen 89
3.1.2 Liebe als Leidenschaft 91
3.1.3 Wie aber kommt Empathie und Vernunft in die erotische Liebe? 93
3.1.4 Lieben und Geliebt-Werden 96
3.2 Beispiele 97
3.2.1 Literarische Texte über die Liebe 97
3.2.2 Zitate zum gemeinsamen Nachdenken über die Liebe 98
3.2.3 Ausgeführtes Unterrichtsbeispiel 99

4 Freundschaft 103

4.1 Was versteht man unter Freundschaft? 104
4.1.1 Freunde erkennen wechselseitig den Wert des anderen und tun sich gegenseitig Gutes 104
4.1.2 Freunde lassen sich nicht von egoistischen Affekten hinreißen, sondern handeln uneigennützig und freundlich 112
4.1.3 Freunde sind vertrauenerweckende Menschen und erfahren soziale Wertschätzung 113
4.1.4 Freunde finden die Balance zwischen Nähe und Distanz, Geben und Nehmen 114
4.2 Beispiele 115
4.2.1 Unterrichtsvorschläge zum Thema Freundschaft 115
4.2.2 Ein literarischer Text über die Freundschaft 117
4.2.3 Zitate zum gemeinsamen Nachdenken über die Freundschaft 118
4.2.4 Ausgeführtes Unterrichtsbeispiel 119

5 Empathie 122

5.1 Was versteht man unter Empathie? 123
5.1.1 Ein empathiefähiger Mensch versetzt sich in die (Not-)Lage anderer und geht gegen ihr Leid ebenso vor wie gegen sein eigenes 123
5.1.2 Ein empathiefähiger Mensch lässt sich emotional ansprechen 131
5.1.3 Ein empathiefähiger Mensch erfährt soziale Wertschätzung 132
5.1.4 Ein empathiefähiger Mensch findet die Balance zwischen Nähe und Distanz, und ihm ist sowohl Egoismus als auch Verzicht um des Verzichtes willen fremd 133
5.2 Beispiele 134
5.2.1 Unterrichtsvorschläge zum Thema Empathie 134
5.2.2 Literarische Texte über die Empathie 139
5.2.3 Zitate zum gemeinsamen Nachdenken über die Empathie 140
5.2.4 Ausgeführtes Unterrichtsbeispiel 141

6 Gerechtigkeit 147

6.1 Was versteht man unter Gerechtigkeit? 148
6.1.1 Ein gerechter Mensch bemüht sich um die Kenntnis und Umsetzung gerechter Maßnahmen 148
6.1.2 Ein gerechter Mensch bleibt sachlich und handelt nicht aus dem Affekt heraus 171
6.1.3 Ein gerechter Mensch wird geliebt 171
6.1.4 Gerechtigkeit ist die Bezeichnung für das rechte Maß 172
6.2 Beispiele 173
6.2.1 Unterrichtsvorschläge zum Thema Gerechtigkeit 173
6.2.2 Literarische Texte über die Gerechtigkeit 177
6.2.3 Zitate zum gemeinsamen Nachdenken über die Gerechtigkeit 180
6.2.4 Ausgeführtes Unterrichtsbeispiel 181

7 Toleranz 184

7.1 Was versteht man unter Toleranz? 185
7.1.1 Ein toleranter Mensch achtet andere und setzt sich ohne Gewaltanwendung mit ihnen
auseinander 185
7.1.2 Ein toleranter Mensch bleibt sachlich und handelt nicht aus dem Affekt heraus 192
7.1.3 Offenes Zugehen auf andere Menschen und Frustrationstoleranz sind Eigenschaften, die soziale Wertschätzung erfahren 193
7.1.4 Ein toleranter Mensch meidet die Extreme Fanatismus und Gleichgültigkeit 193
7.2 Beispiele 194
7.2.1 Unterrichtsvorschläge zum Thema Toleranz 194
7.2.2 Ein literarischer Text über die Toleranz 196
7.2.3 Zitate zum gemeinsamen Nachdenken über die Toleranz 197

8 Dankbarkeit 198

8.1 Was versteht man unter Dankbarkeit? 198
8.1.1 Ein dankbarer Mensch erkennt, dass es nicht selbstverständlich ist, dass andere ihm etwas Gutes tun 198
8.1.2 Ein dankbarer Mensch schätzt das Wohlwollen anderer richtig ein und überwindet egozentrische Affekte 201
8.1.3 Ein dankbarer Mensch erfährt soziale Wertschätzung 204
8.1.4 Ein dankbarer Mensch zeigt weder übertriebenes noch mangelndes Eigenständigkeitsstreben 206
8.2 Beispiele 207
8.2.1 Unterrichtsvorschläge zum Thema Dankbarkeit 207
8.2.2 Literarische Texte über die Dankbarkeit 207
8.2.3 Zitate zum gemeinsamen Nachdenken über die Dankbarkeit 211

9 Heiterkeit und Humor 212

9.1 Was versteht man unter Heiterkeit und Humor? 214
9.1.1 Für einen heiteren oder humorvollen Menschen ist die traurige Realität nicht unbedingt unabänderlich 214
9.1.2 Ein heiterer oder humorvoller Mensch widersteht Anflügen von Traurigkeit, weil er glaubt, dass der Optimismus letztlich Recht behält 217
9.1.3 Ein heiterer oder humorvoller Mensch ist beliebt 218
9.1.4 Ein heiterer oder humorvoller Mensch ist weder humorlos noch albern, er vermeidet die Lüge aus
Höflichkeit und die offene Brüskierung 220
9.2 Beispiele 221
9.2.1 Unterrichtsvorschläge zum Thema Heiterkeit und Humor 221
9.2.2 Literarische Texte über die Heiterkeit und den Humor 222

Literatur 225