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Sprachphilosophie Eine Einführung unter Mitarbeit von Sergej Seitz    2. aktualisierte Auflage 2018
Sprachphilosophie
Eine Einführung


unter Mitarbeit von Sergej Seitz



2. aktualisierte Auflage 2018

Gerald Posselt, Matthias Flatscher

UTB , Facultas
EAN: 9783825250652 (ISBN: 3-8252-5065-2)
272 Seiten, paperback, 15 x 22cm, Mai, 2018, 5 Abb.

EUR 19,99
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Was ist Sprache? Welches Verhältnis besteht zwischen Sprache, Denken und Wirklichkeit? Welche Rolle spielt Sprache in der sozialen Interaktion?

Der Band bietet eine kompakte Einführung in die grundlegenden Fragen und maßgeblichen Antworten der Sprachphilosophie vor und nach dem »linguistic turn«. Klassische Ansätze von der Antike über Locke und Leibniz, Herder und Humboldt bis zu Nietzsche werden ebenso diskutiert wie die zentralen Positionen des 20. Jahrhunderts: analytische Philosophie (Frege, Wittgenstein, Austin), Hermeneutik und Phänomenologie (Heidegger), Strukturalismus (Saussure) und Dekonstruktion (Derrida, Butler). Damit wendet sich der Band an Studierende der Philosophie sowie benachbarter Disziplinen wie Literatur-, Kultur-, Medien- und Sozialwissenschaften.

Dr. Gerald Posselt ist Senior Lecturer am Institut für Philosophie der Universität Wien.

Dr. Matthias Flatscher lehrt an der Universität Wien.
Rezension
Diese jetzt in 2. aktualisierter Auflage vorliegende Darstellung zur Sprachphilosophie spannt einen weiten Bogen von der Antike bis zur Gegenwart und bietet wesentliche Grundlagen für Verständnis und Einordnung von sprachphilosophischen Texten: von der Antike über Locke und Leibniz, Herder und Humboldt bis zu Nietzsche und den zentralen Positionen des 20. Jahrhunderts: analytische Philosophie (Frege, Wittgenstein, Austin), Hermeneutik und Phänomenologie (Heidegger), Strukturalismus (Saussure) und Dekonstruktion (Derrida, Butler). Philosophie ist immer mit Sprache verbunden; denn jeder Gedanke, jeder Inhalt und jedes Verstehen sind durch Sprache begrifflich vorgeprägt. Die Sprachphilosophie hat lange Zeit als der wesentliche Beitrag des 20. Jahrhunderts zur Entwicklung des philosophischen Denkens gegolten, - dieser Eindruck hat sich in jüngster Zeit ein wenig abgeschwächt. Gleichwohl gilt: Nur als sprachfähige Wesen sind wir personale Subjekte. Diese Einführung rückt die Sprachphilosophie daher ins Zentrum einer aufgeklärten Philosophie. Besonders bedeutsam ist die Sprachphilosophie für jede Philosophie des Geistes und für jede Ontologie. Eine verständliche Sprache, ein nachvollziehbarer Aufbau, kurze Einführungen und Zusammenfassungen zu jedem Kapitel, Kurzbiographien, Listen mit Lektüreempfehlungen und weiterführender Literatur sowie ein Sachregister machen dieses Buch zu einer gelungenen Einführung in die Sprachphilosophie.

Dieter Bach, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort und Danksagung 9

1 Einleitung 10
1.1 Traditionslinien des Sprachdenkens 11
1.2 Hauptströmungen der Sprachphilosophie 14
1.3 Problemfelder der Sprachphilosophie 16
1.4 Ziel und Aufbau des Bandes 18
1.5 Literatur 21

2 Antike Sprachauffassungen: Platon und Aristoteles 22
2.1 Sprache als Thema der griechischen Philosophie 22
2.2 Platon: Die Richtigkeit der Namen 22
2.2.1 Der Dialog Kratylos 24
2.2.2 Die Dialoge Sophistes und Theaitetos 30
2.3 Aristoteles: Logische und soziale Dimension der Sprache 31
2.3.1 Das semiotische Dreieck 32
2.3.2 Der Aussagesatz 34
2.3.3 Sprache als Kennzeichen des Menschseins 35
2.4 Zusammenfassung und Ausblick 38
2.5 Literatur 39

3 Empiristische und rationalistische Sprachauffassungen: Locke und Leibniz 41
3.1 Empirismus und Rationalismus als Paradigmen der Sprachreflexion 41
3.2 John Locke: Erkenntnistheorie als Sprachkritik 42
3.2.1 Lockes Wende zur Sprache 44
3.2.2 Sprache als Werkzeug und soziales Band 46
3.2.3 Die konstitutive Kraft der Namen 49
3.3 Gottfried Wilhelm Leibniz: Entwurf einer Universalsprache 53
3.3.1 Funktion und Aufgabe der Sprache 54
3.3.2 Die Verknüpfung von Zeichen und Gegenständen 55
3.3.3 Von der natürlichen zur universalen Sprache 58
3.4 Zusammenfassung und Ausblick 59
3.5 Literatur 61

4 Sprache als Medium der Welterschließung: Herder und Humboldt 63
4.1 Hermeneutische Zugänge zur Sprache 63
4.2 Johann Gottfried Herder: Der Ursprung der Sprache 64
4.2.1 Kritik göttlicher und tierischer Sprachursprungstheorien 65
4.2.2 Die menschliche Besonnenheit 67
4.2.3 Der Zusammenhang von Erkennen und Benennen 69
4.3 Wilhelm von Humboldt: Sprache als Weltansicht 71
4.3.1 Die sprachliche Erschlossenheit von Welt 72
4.3.2 Die dialogische Verfasstheit von Sprache 74
4.3.3 Historizität und Kulturalität der Sprache 77
4.4 Zusammenfassung und Ausblick 78
4.5 Literatur 80

5 Die Rhetorizität der Sprache: Friedrich Nietzsche 82
5.1 Rhetorik und Philosophie 82
5.2 Die rhetorische Verfasstheit der Sprache 84
5.3 »Ueber Wahrheit und Lüge« 88
5.3.1 Sprache als Setzungsakt 88
5.3.2 Der metaphorische Ursprung der Begriffe 90
5.4 Die Entwicklung von Sprache und Bewusstsein 93
5.5 Sprache als Interpretation und Machtaneignung 96
5.6 Zusammenfassung und Ausblick 99
5.7 Literatur 101

6 Die logische Analyse der Sprache: Gottlob Frege 104
6.1 Sprache als Möglichkeitsbedingung von Erkenntnis 104
6.2 Sinn und Bedeutung von Eigennamen 106
6.3 Sinn und Bedeutung von Sätzen 111
6.4 Die logische Struktur der Sprache 114
6.4.1 Gerade und ungerade Rede 115
6.4.2 Implikationen und Präsuppositionen 116
6.4.3 Kontext- und Kompositionalitätsprinzip 118
6.5 Zusammenfassung und Ausblick 119
6.6 Literatur 122

7 Von der idealen zur normalen Sprache: Ludwig Wittgenstein 124
7.1 Die Entwicklung von Wittgensteins Sprachdenken 124
7.2 Tractatus: Die logische Abbildtheorie der Sprache 126
7.2.1 Inhalt, Form und Programm des Tractatus 126
7.2.2 Philosophie als radikalisierte Sprachkritik 128
7.2.3 Der Satz als logisches Bild 131
7.3 Philosophische Untersuchungen: Der Gebrauch der Sprache 134
7.3.1 Kritik an der metaphysischen Sprachauffassung 136
7.3.2 Die Pluralität von Sprachspielen 143
7.3.3 Die Aufgabe der Philosophie 148
7.3.4 Sprachspiele und Lebensformen 149
7.4 Zusammenfassung und Ausblick 150
7.5 Literatur 153

8 Der Handlungscharakter der Sprache: John L. Austin 155
8.1 Die pragmatische Wende zur Sprache 155
8.2 Konstative und performative Äußerungen 158
8.2.1 Die Theorie der Unglücksfälle 160
8.2.2 Das Scheitern der Konstativ-Performativ-Unterscheidung 163
8.3 Die Theorie der Sprechakte 166
8.3.1 Lokutionäre, illokutionäre und perlokutionäre Akte 166
8.3.2 John Searles Weiterführung der Sprechakttheorie 169
8.4 Zusammenfassung und Ausblick 170
8.4.1 Austins »Philosophie des Scheiterns« 171
8.4.2 Zur Rezeption der Sprechakttheorie 173
8.5 Literatur 175

9 Das hermeneutisch-phänomenologische Sprachverständnis: Martin Heidegger 177
9.1 Sprache im Kontext von Heideggers Denken 177
9.2 Die Rolle der Sprache in Sein und Zeit 180
9.2.1 Das praktische Weltverhältnis des menschlichen Daseins 180
9.2.2 Die sprachliche Als-Struktur des Verstehens 183
9.3 Heideggers Kritik an der logischen Sprachauffassung 186
9.4 Sprache als Ereignis in Heideggers Spätwerk 191
9.5 Zusammenfassung und Ausblick 192
9.6 Literatur 194

10 Sprache als Struktur: Ferdinand de Saussure 196
10.1 Sprachwissenschaft und Sprachphilosophie 196
10.2 Strukturalistische Grundbegriffe 198
10.2.1 Langue und parole 199
10.2.2 Synchronie und Diachronie 201
10.2.3 Signifikat und Signifikant 201
10.3 Das Prinzip der Differentialität 203
10.3.1 Die Arbitrarität des Zeichens 203
10.3.2 Der signifikative Prozess 204
10.3.3 Der sprachliche Wert 205
10.3.4 Syntagmatische und paradigmatische Beziehungen 208
10.4 Zusammenfassung und Ausblick 209
10.4.1 Der Strukturalismus als Methode der Sozial- und Geisteswissenschaften 210
10.4.2 Zur Kritik des Strukturalismus 211
10.5 Literatur 213

11 Dekonstruktion der Sprache: Jacques Derrida 215
11.1 Sprachphilosophische Grundlagen der Dekonstruktion 215
11.2 Dekonstruktion des klassischen Schriftbegriffs 217
11.2.1 Kommunikation, Kontext, Schrift 219
11.2.2 Iterabilität 222
11.3 Derridas Auseinandersetzung mit Austins Sprechakttheorie 224
11.3.1 Parasitäre Sprechakte 225
11.3.2 Die Iterabilität performativer Äußerungen 227
11.4 Die allgemeine Struktur der Iterabilität 229
11.4.1 Die Mannigfaltigkeit der Iterationsformen 229
11.4.2 Gebrauch und Erwähnung 230
11.4.3 Kontext und Intention 232
11.4.4 Die Funktionsweise der Signatur 232
11.5 Zusammenfassung und Ausblick 234
11.6 Literatur 237

12 Die Macht der Sprache: Judith Butler 239
12.1 Die soziale und politische Dimension der Sprache 239
12.2 Sprechen als körperlicher Akt 242
12.3 Sprachliche Gewalt und Verletzbarkeit 244
12.4 Verantwortung und Handlungsfähigkeit 247
12.4.1 Verantwortung als Iterabilität 247
12.4.2 Handlungsfähigkeit als resignifikative Praxis 250
12.5 Zusammenfassung und Ausblick 253
12.6 Literatur 255

13 Resümee: Die Wende(n) zur Sprache 257
13.1 Die analytische Wende zur Sprache 258
13.2 Die hermeneutisch-phänomenologische Wende zur Sprache 259
13.3 Die strukturalistische Wende zur Sprache 261
13.4 Literatur 263

Sachregister 266
Personenregister 269