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Sprache und Geschlecht Eine Einführung
Sprache und Geschlecht
Eine Einführung




Gisela Klann-Delius

Verlag J. B. Metzler
EAN: 9783476103499 (ISBN: 3-476-10349-8)
230 Seiten, kartoniert, 12 x 19cm, April, 2005

EUR 14,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Das öffentliche Interesse an Gender-Fragen ist ungebrochen, und in den verschiedensten Bereichen (Politik, Recht, Bildung) spielen dabei auch die sprachlichen Aspekte eine wichtige Rolle. Diese Einführung gibt einen umfassenden Überblick über den Komplex "Sprache und Geschlechte": Sie analysiert die Sprachpraxis der Geschlechter bis hin zu Mimik und Körpersprache und bietet die aktuellsten Erklärungsansätze.

Den Abschluss bildet ein Kapitel über Sprachpolitik und Sprachwandel.
Rezension
Immer wieder wird die Kommunikation zwischen Frauen und Männern in zahlreichen Büchern popularisiert. In diesem Buch bietet Klann-Delius eine wissenschaftliche Einführung in die Gender-Forschung, wobei sie sowohl auf Gleichheiten als auch auf Ungleichheiten bei Frauen und Männern in Bezug auf deren Sprachgebrauch eingeht. So beginnt sie mit der Geschichte der Ungleichbehandlung der Geschlechter, zeigt dann die Unterschiede im Sprachgebrauch bzw. in der gesamten Kommunikation (also auch Unterschiede in der nonverbalen Kommunikation) auf, um anschließend für diese Unterschiede Erklärungsansätze vorzustellen. Am Ende gibt sie einen Ausblick, auf Verbesserungen des Sprachgebrauchs durch Richtlinien und gezielte Sprachpolitik.
Klann-Delius stützt sich auf viele Forschungsergebnisse zum Sprachgebrauch der bzw. zur Kommunikation zwischen den Geschlechtern, die sehr interessant sind und ihre sehr ins Detail gehenden Beschreibungen bestätigen. Dabei ist es vor allem wichtig, dass sie auch Studien aus dem englischsprachigen Raum miteinbezieht, da die Gültigkeit ihrer Aussagen so noch einmal unterstrichen wird. Zudem nutzt sie viele Zitate, von denen auch einige auf Englisch sind.
Das Verständnis wird durch eine kurze Zusammenfassung am Ende eines jeden Kapitels erleichtert, zumal diese mit grauem Hintergrund hervorgehoben wird. Auch wichtige, neu eingeführte und wichtige Begriffe werden fett hervorgehoben, wodurch der Text sehr übersichtlich ist und man auch später eine bestimmte Stelle im Buch schnell wiederfindet.
Da Klann-Delius sehr viele Bereiche des Themas beschreibt, d.h. sie geht stark ins Detail, wodurch man über das Thema schnell und intensiv, aber auch wissenschaftlich informiert wird, kann man das Buch gut als Einführung zum Thema Gender lesen.
Auch für den Schulunterricht kann man viele Erklärungen und Beispiele aus dem Buch verwenden, weil die Kommunikationsunterschiede zwischen Frauen und Männern die Schüler garantiert stark interessieren. Anhand dieser beschriebenen Tatsachen kann man auch die Kommunikation in der Klasse verbessern und die Schüler, indem man ihnen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern vor Augen führt (und für tolerantere Reaktionen plädiert), gezielt auf unterschiedliches Verhalten während Diskussionen usw. vorbereiten.

Jana Groh, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Sprachpraxis, Sprachpolitik und Sprachwandel
Abkehr von einer rein feministischen Sichtweise
Aktuell und grundlegend

Das öffentliche Interesse an Gender-Fragen ist ungebrochen. Diese Einführung gibt einen umfassenden Überblick über den Komplex `Sprache und Geschlecht`: Sie unternimmt zunächst eine Klärung der Kategorie Geschlecht im Kontext der Entwicklungsgeschichte des Forschungsbereichs, sie beschreibt und analysiert die unterschiedliche Sprachpraxis der Geschlechter bis hin zu Mimik und Körpersprache und bietet aktuelle Erklärungsansätze. Den Abschluss bildet ein Kapitel über Sprachpolitik und Sprachwandel. Mit dieser umfassenden Sichtweise löst dieser Band rein feministisch orientierte Darstellungen ab.

Inhaltsverzeichnis
1. Zur Entwicklungsgeschichte und Aktualität des Forschungsbereichs Sprache und Geschlecht 1
1.1 Einige Fakten 1
1.2 Die Ungleichheit der Geschlechter und die Sprache: Traditionen 3
1.3 Neue Perspektiven 6
1.4 Die Entwicklung der feministischen Sprach- und Sprachgebrauchsanalyse 9
1.4.1 Die Defizitkonzeption 10
1.4.2 Die Differenzkonzeption 13
1.4.3 Konstruktivistische Konzepte 14
1.5 Perspektiven im 21. Jahrhundert 16

2. Analysen und empirische Befunde 19
2.1 Das Sprachsystem 19
2.1.1 Das Genussystem 20
2.1.2 Personenbezeichnungen 24
2.1.2.1 Anredeformen 25
2.1.2.2 Das generische Maskulinum 26
2.1.2.3 Motivierung 31
2.1.3 Das Lexikon 34

2.2 Sprachgebrauch 37
2.2.1 Phonologie 39
2.2.1.1 Geschlechterdifferenzen auf der suprasegmentalen Ebene 39
2.2.1.2 Geschlechterdifferenzen auf der segmentalen Ebene 41
2.2.2 Syntax 42
2.2.2.1 Präferenz für syntaktische Formen 43
2.2.2.2 Syntaktische Hyperkorrektheit 46
2.2.2.3 Verbale Flüssigkeit 47
2.2.3 Semantik 48
2.2.3.1 Wortschatz 48
2.2.3.2 Personenbezeichnungen 49
2.2.4 Pragmatik 56
2.2.4.1 Sprechakttypen 56
2.2.4.2 Interpersonelle Kommunikation 57
2.2.4.2.1 Redemenge 57
2.2.4.2.2 Unterbrechungen 61
2.2.4.2.3 Gesprächsarbeit 68
2.2.4.2.4 Kommunikative Orientierungen 73
2.2.4.3 Diskurs 79
2.2.4.3.1 Erzählungen 80
2.2.4.3.2 Witzerzählungen 82
2.2.4.3.3 Argumentation und Diskussion 84
2.2.5 Sprache in Institutionen und Medien 86

2.3 Nonverbale Kommunikation
2.3.1 Dekodierungs- und Enkodierungsleistungen nonverbalen Verhaltens 95
2.3.2 Mimik 98
2.3.3 Gestik 103
2.3.4 Körperhaltung und Proxemik 104

2.4 Spracherwerb 107
2.4.1 Der Erwerb des Sprachsystems 107
2.4.2 Geschlechterdifferenzen im Sprachgebrauch und Gesprächsverhalten von Kindern 109
2.4.2.1 Sprechakttypen 110
2.4.2.2 Interpersonelle Kommunikation 111
2.4.2.2.1 Redemenge 111
2.4.2.2.2 Unterbrechungen 112
2.4.2.2.3 Gesprächsarbeit 112
2.4.2.2.4 Kommunikative Orientierungen 113
2.4.2.2.5 Die Kommunikation von Gefühlen 117
2.4.2.2.6 Geschlechterdifferenzen in Erzählungen von Kindern 119
2.4.3 Geschlechterdifferenzen im Kommunikationsverhalten der Eltern 121
2.4.3.1 Die Quantität der elterlichen Kommunikation 122
2.4.3.2 Die Qualität des elterlichen Kommunikationsverhaltens 123
2.4.3.2.1 Sprachanpassung bei Müttern und Vätern 123
2.4.3.2.2 Der Kommunikationsstil von Müttern und Vätern 124
2.4.3.2.3 Das Reden der Eltern über Gefühle 128
2.4.3.2.4 Das Erzählverhalten von Müttern und Vätern 129

2.5 Evaluation der Methoden und theoretischen Annahmen zu Sprache und Geschlecht 130
2.5.1 Methodische Probleme 131
2.5.2 Latente theoretische Annahmen zu Geschlecht, Sprache und Kommunikation 136
2.5.3 Die Einschätzung und Bewertung von Geschlechterdifferenzen 137

3. Erklärungsansätze 140
3.1 Sozialisations- und lerntheoretische Konzepte 140
3.1.1 Sozialisation durch Eltern, Schule und Medien 140
3.1.2 Sozialisation durch Gleichaltrige 143

3.2 Kognitionspsychologische Konzepte 145
3.2.1 Das kognitionspsychologische Konzept von Kohlberg 146
3.2.2 Gender-Schema Theorien 148

3.3 Psychoanalytische Konzepte 151

3.4 Sozialpsychologische Erklärungskonzepte 154
3.4.1 Die Theorie der sozialen Rollen 154
3.4.2 Die Statuserwartungstheorie 158

3.5 Interaktive Modelle 161
3.5.1 Das interaktive Modell von Kay Deaux und Brenda Major 161
3.5.2 Das "doing gender"-Modell 164
3.5.3 Das Modell der vielfältigen sozialen Praktiken 166

3.6 Biologische Erklärungsansätze 167
3.6.1 Evolutionsbiologische Erklärungsansätze 167
3.6.2 Genetisch regulierte, hormonell bedingte Verhaltensunterschiede der Geschlechter 171
3.6.3 Geschlechterdifferenzen in der Anatomie, der Entwicklung und in den neurokognitiven Verarbeitungsmechanismen des Gehirns 174

3.7 Evaluation der Erklärungsansätze 179

4. Wirkungen: Sprachpolitik und Sprachwandel 182
4.1 Empfehlungen zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs 184

4.2 Auswirkungen in der Legislative, in der Administration, in den Medien, Bildungsinstitutionen und in der Politik 187

4.3 Empfehlungen zur Veränderung des Kommunikationsstils 191

5. Literaturverzeichnis 194
5.1 Einführende Literatur 194

5.2 Zitierte Literatur 196