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Schiller und die Folgen
Schiller und die Folgen




Helmut Koopmann

Verlag J. B. Metzler , Springer Nature
EAN: 9783476026507 (ISBN: 3-476-02650-7)
152 Seiten, hardcover, 13 x 19cm, 2017

EUR 16,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Schiller gilt als Klassiker eingemauert in das Gefängnis seiner Überzeitlichkeit. Aber kein anderer ist so sehr Zeitgenosse aller Zeiten gewesen wie er. Er hat die Beben der Französischen Revolution vor ihrem Ausbruch gespürt, hat den Aufstand einer jungen Generation gegen die Welt der Väter inszeniert. Kein anderer hat die Freiheit der Kunst so vehement verteidigt und der bürgerlichen Scheinmoral so sehr ins Gewissen geredet. Für Nietzsche war er ein Moraltrompeter . Aber der Weltbürger, der keinem Fürsten dient , hat wie kaum ein anderer die deutsche Kultur und deren Werte mitgeprägt. Das zeigt dieses Buch an einer Fülle von Beispielen und Überlegungen zu allen Bereichen der Kultur.

Helmut Koopmann, Professor em. für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Augsburg, ist einer der führenden deutschen Schiller- und Thomas Mann-Forscher und hat zu beiden Autoren zahlreiche Publikationen vorgelegt.
Rezension
Hier ist ein weiterer Band der auch für Lehrkräfte (der Fächer Deutsch, Philosophie, Geschichte etc.) interessanten neue Reihe des nun zu "Springer Nature" gehörenden Stuttgarter "J.B.Metzler Verlags" anzuzeigen: "... und die Folgen". Eine Geistesgröße, hier Friedrich Schiller (1759-1805), wird dabei im ersten Teil jeweils kurz mit Vita und Werk vorgestellt, im zweiten Teil folgt dann die Darstellung der Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte ("... und die Folgen") aus Literatur, Musik, Kunst und den Wissenschaften. Friedrich Schiller steht nicht nur laufend auf den Spielplänen der Theater, er ist auch Standard in den Lehrplänen und schulische Pflichtlektüre. Schillers Biographie darf als tragisch gelten; 1805 stirbt er im Alter von nur 45 Jahren nach langer schwerer Krankheit. Schillers klassische Dramen wie »Die Räuber«, »Kabale und Liebe«, »Don Carlos«, »Maria Stuart« oder »Wilhelm Tell« gehören zur Standard-Lektüre in deutschen Schulen.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Eine andere Einführung in Werk, Person und Mythos Friedrich Schillers
Was Schillers Wirkung ausmacht
Mit Wirkungszeugnissen aus Literatur, Musik, Kunst und den Wissenschaften
Inhaltsverzeichnis
Friedrich Schiller – Rebell, Weltbürger, Volkslehrer 9

Das Ende zu Beginn . Schillers Tod und frühe Verklärung 11
Wo Schiller herkam . Und was zunächst aus ihm wurde 13
Freundschaften als Gegenwelten . Der junge Schiller übt sich im Schreiben 17
1781. Weltenbrand in Mannheim : Die Räuber . Darüber ist viel zu sagen 19
Der Flüchtling als Asylant 25
Lobgesang auf die »moralische Anstalt« 28
1783. Experimentelle Theaterarbeit . Die Verschwörung des Fiesko zu Genua 31
1784. Ein Weltuntergang – im bürgerlichen Wohnzimmer . Mit adeliger Beihilfe. Kabale und Liebe 34
Zwischenspiel : Schiller will mit Zeitschriften Geld verdienen 39
1787. Noch ein Befreiungsversuch – auch er scheitert. Don Karlos 41
Zwischenbilanz : düster 44
Schiller deutet die Geschichte . Sie ist ein »System «. Doch was war mit dem Sündenfall ? 46
Schönheitsphilosophie. Am Ende ein Irrweg ? 50
Schiller und Goethe : andauerndes Zwiegespräch, anfangs mit einigem Vorbehalt 56
1797. Wie ein Tyrann zum Menschen wird . Schillers Die Bürgschaft und seine Balladen 59
1800. Rebellion und Verrat – um des Friedens willen ? Das Riesenwerk des Wallenstein 64
1801. Selbstbestimmung, weiterhin. Maria Stuart 68
1801. (Vielleicht) ein Modeerzeugnis ? Die Jungfrau von Orleans 70
1803. Altes und Neues. Die Braut von Messina 72
Schillers späte Zweifel – an Natur, Geschichte und Fortschrittsglauben 74
1804. Aber am Ende doch noch einmal Heldisches. Wilhelm Tell 77
Was hat es mit der Weimarer Klassik denn nun auf sich ? 80
Das Ende der »Klassik« : Schillers Tod 82

Die Folgen 83

Auch Schillers Leben wurde beschrieben . Schon bald 89
Ein Genie, gewiß – aber doch eines mit Fehlern . Die Romantiker kritisieren Schiller 91
Mehr Kritik, auch von der jüngeren liberalen Generation 95
»Von Ihnen dependir’ ich unüberwindlich.« – Eine unbequeme Schülerschaft : Friedrich Hölderlin 98
Schwierige Gefolgschaft, mit Korrekturen : Heinrich von Kleist 100
Vom Gefolgsmann zum Abtrünnigen : Büchner und der sogenannte »Idealismus« . Mit (einem mißverstandenen) Schiller gegen Schiller 102
Aber Schiller lebt weiter . Im Volk und auch sonst 105
1859 : Alle Welt feiert Schiller . Doch Obrigkeit und Klerus bleiben mißtrauisch 108
Die Schiller-Feiern 1905 . Jetzt spricht vor allem die Sozialdemokratie 113
Gegenwind. Schiller-Parodien, schon sehr früh 117
Der Einspruch Nietzsches. Schillers Moraltrompeterei 120
Auch die Naturalisten mögen Schiller nicht . Aber Thomas Mann und andere schon 123
Der Dichter als Führer ? Eine fragwürdige Huldigung 126
Bert Brecht kann wenig mit dem Klassiker Schiller anfangen 128
Schiller – auch in der Musik (fast) allgegenwärtig 132
Schiller im Ausland : ebenfalls ein Triumphzug 135
Was die Nazis mit Schiller anstellten – und was er ihnen (vermeintlich) zu sagen hatte 139
Ein Aus für Schiller nach 1945 ? 147
Neue Einsprüche. Gegen die ewigen Werte und den überkommenen Schiller 151
Und was machte die Bühne mit Schiller – und aus seinen Dramen ? 153

Literatur 155
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