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Säkulare Selbstbestimmung versus religiöse Fremdbestimmung? Zur Kritik an der öffentlichen Debatte um das Beschneidungsritual
Säkulare Selbstbestimmung versus religiöse Fremdbestimmung?
Zur Kritik an der öffentlichen Debatte um das Beschneidungsritual




Michael Wermke (Hrsg.)

Evangelische Verlagsanstalt
EAN: 9783374037971 (ISBN: 3-374-03797-6)
144 Seiten, paperback, 12 x 19cm, 2014

EUR 24,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Ausgelöst durch ein Landgerichtsurteil wurde im Sommer 2012 in der Öffentlichkeit eine intensive Diskussion über die Zulässigkeit der religiösen Beschneidung an Jungen, ein zentrales Ritual des Judentums und des Islam, geführt. Auf diese sog. Beschneidungsdebatte nimmt der Band aus juristischer, philosophischer und theologischer Perspektive kritischen Bezug und untersucht, welches Verständnis von Aufklärung die Befürworter und Gegner des religiösen Beschneidungsrituals ins Feld führen.

In dieser Debatte erkennen die Autorinnen und Autoren eine Fragestellung mit wachsender gesellschaftlicher Bedeutung: In welches Verhältnis sind im modernen Rechtsstaat das Grundrecht auf Religionsfreiheit und der Anspruch auf individuelle Selbstbestimmung, zwei wesentliche Errungenschaften der Aufklärung, zu setzen?

Mit Beiträgen von Heiner Alwart, Jens Haustein, Kristina-Monika Hinneburg, Miriam Rose, Manuel Vogel und Michael Wermke
Rezension
Mit seinem Urteil vom Mai 2012 hat das Landgericht Köln eine öffentliche Diskussion über die rituelle Beschneidung von Jungen ausgelöst, die immer noch unabgeschlossen und zugleich schwer zu überblicken ist. Es war ein Paukenschlag in der Öffentlichkeit, als das Landgericht Köln im Mai 2012 die religiöse Beschneidung von Jungen als Straftatbestand der Körperverletzung wertete. Am Beispiel der religiös-rituellen Beschneidung von Jungen tut sich ein grundsätzliches Problem des demokratischen Rechtsstaats auf in Form des Konflikts zweier Grundrechte: der Religionsfreiheit einerseits und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit andererseits: In welches Verhältnis sind im modernen Rechtsstaat das Grundrecht auf Religionsfreiheit und der Anspruch auf individuelle Selbstbestimmung, zwei wesentliche Errungenschaften der Aufklärung, zu setzen? Ausgelöst durch ein Landgerichtsurteil wurde im Sommer 2012 in der Öffentlichkeit eine intensive Diskussion über die Zulässigkeit der religiösen Beschneidung an Jungen, ein zentrales Ritual des Judentums und des Islam, geführt. Auf diese sog. Beschneidungsdebatte nimmt der Band aus juristischer, philosophischer und theologischer Perspektive kritischen Bezug.

Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 7

Jens Haustein
Erziehungsrecht versus Unversehrtheit
Politische und rechtliche Voraussetzungen der »Beschneidungsdebatte« 13

Manuel Vogel
Von den Makkabäern bis Justin
Jüdische, christliche und pagane Kontroversen zur Beschneidungsfrage in der hellenistisch-römischen Antike 27

Michael Wermke
Religiöse Identitätsbildung zwischen Fremd- und Selbstbestimmung
Ritual- und bildungstheoretische Überlegungen zur Beschneidungsdebatte 69

Miriam Rose
Die Ambiguität der Religionsfreiheit
Überlegungen anlässlich der Debatte zum Beschneidungsurteil 83

Kristina-Monika Hinneburg
»Wir Kinder der Aufklärung«

"Aufklärung" als Diskursmarker in der Debatte um das deutsche Beschneidungsgesetz 101

Heiner Alwart
Sacrificium Intellectus
Wie sich die deutsche Rechtsphilosophie in der Debatte über die Knabenbeschneidung erneut auf einen Irrweg begibt 115

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 141