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Religionsphilosophie
Religionsphilosophie




Martin Hailer

UTB , Vandenhoeck & Ruprecht
EAN: 9783825241834 (ISBN: 3-8252-4183-1)
228 Seiten, paperback, 12 x 19cm, August, 2014

EUR 19,99
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Lässt sich die Existenz Gottes beweisen?

Die Religionsphilosophie befindet sich in einer Zwickmühle: Nachdem eine große Tradition das Thema "Gott" durch das Thema "Religion" ersetzt hatte, will die sog. analytische Philosophie nun den klassischen, eigentlich längst ausgemusterten Theismus wiederbeleben. Der vorliegende Band setzt sich von gleich beiden Trends ab: Religionsphilosophie kann auf eine Betrachtung Gottes nicht verzichten, weil sie sonst ihr ureigenes Thema verliert. Der philosophische Theismus entkommt aber den Ansätzen der Vernunft- und Sprachkritik nicht.

Die Lösung, die Hailer in seinem Band vorschlägt, liegt in einem Gottesbezug, der zugleich konsequent mitdenkt, dass Gott nicht Objekt des Denkens sein kann. Das ist die Grundidee der Negativen Theologie. Diese wird systematisch, nicht historisch vorgestellt.

Die Entfaltung geht an wesentlichen Themen der Religionsphilosophie entlang und beleuchtet sie aus der Perspektive der negative Theologie. Zur Sprache kommen dabei u.a. die klassischen Gottesbeweise, Begriff und Phänomen der Religion und neue Formen der Religionskritik.

Die große Stärke dieses Bandes liegt in seiner systematischen Konzeption. Er präsentiert den Studierenden nicht bloß historische Fakten, die es zu lernen gilt, sondern fordert zur kritischen Auseinandersetzung mit den Themen der Religionsphilosophie heraus.

Prof. Dr. Martin Hailer, geboren 1965 in München, Studium der evangelischen Theologie und Philosophie, Promotion zum Dr. theol. 1997 an der Universität Heidelberg, 1999 Pfarrer der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Habilitation für Systematische Theologie an der Universität Erlangen 2003, Heisenberg-Stipendium der DFG 2007. Nach Stationen an den Universitäten Bayreuth, Basel, Lüneburg und Erlangen, seit 2011 Professor für Evangelische Theologie und ihre Didaktik mit Schwerpunkt Systematische Theologie an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Weitere Informationen: www.bgmh.de
Rezension
Wer sich in der schulischen Religionspädagogik mit der zentralen Frage nach Gott unterrichtlich beschäftigt, kommt um religionsphilosophische Aspekte nicht herum: (Wie) Läßt sich Gott denken? Lässt sich die Existenz Gottes beweisen? Welche Formen von neuem und klassischem Atheismus sind zu berücksichtigen? Wie läßt sich von Gott angesichts des Leids in der Welt sprechen (Theodizee)? Der Autor entwickelt Antworten auf diese Fragen in der Perspektive einer Negativen Theologie; denn Gott kann (für einen Protestanten) nicht Objekt des Denkens sein. Das Buch eignet sich weniger als Lehrwerk oder Kompendium; vielmehr fordert es zur kritischen Auseinandersetzung mit den Themen der Religionsphilosophie im Kontext gegenwärtiger Debatten, z.B. um den neuen Atheismus oder den Begriff der Religion, heraus.

G. Buschmann, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9

Teil I. Grundbedingung der Religionsphilosophie:
Der entzogene Grund

1. Wonach fragt die Religionsphilosophie? 13
2. Den entzogenen Grund denken 27
3. Negative Theologie 42
Zwischenbemerkung nach Teil I 73

Teil II. Dem entzogenen Grund nach denken:
Themenfelder der Religionsphilosophie

4. Gottesbeweise 77
5. Religionstheorien 91
6. Gott und das Leid 107
7. Neuer und klassischer Atheismus 125
8. Argumente für Gottes Existenz in einer wissenschaftsbestimmten Welt 142
9. Die Vielfalt der Religionen 158

Teil III. Gibt es Wissen vom entzogenen Grund?

10. Negative Theologie und die eigentümliche Rationalität der Religion 179
11. Die Wahrheitsansprüche von Gottesbezug und Religion 195

Anhang

1. Allgemeine Hinweise zu Literatur und Zitierweise 219
2. Lehrbücher und Gesamtdarstellungen 220
3. Nachschlagewerke 222
4. Weiterführende Literatur zu den einzelnen Kapiteln 223