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Religionspädagogische Beiträge

Übersicht

Impressum

2017

RPB 77/17
Konfessionell-kooperativer RU
Hamburger Modell
AKRK-Kongress 2016
Religionspädagogische Krisensemantik
Holistic Religious Education

 
RPB 76/17
Reformationsjubiläum
RU in der Berufsschule
Rationalität des Glaubens
Performatives Lernen
Religiöse Elementarbildung

 

2016

RPB 75/16
Bibeldidaktik
Jugendbibel
Enzyklika Laudato si‘
Moscheekatechese
Digital Media

 
RPB 74/16
Katholische Erwachsenenbildung
Schulpastoral/Schulseelsorge
Biografisches Lernen
Professionalisierung der RL-Bildung
Inklusion und Heterogenität

 

2015

RPB 73/15
Religiöse Stile
Konzeptorientierung
Religiositätsbildung
Wunderdidaktik
Hattie-Studie

 
RPB 72/15
 

2014

RPB 71/14
40 Jahre Synodenbeschluß
Inklusion
Beobachten oder bezeugen?
Öffentliche Religionspädagogik
Sinus-Studien

 

2013

RPB 70/13
Bildungsgerechtigkeit
Kinder- und Jugendtheologie
Christologiedidaktik
Entkonfessionalisierung und RU
Kirchenraumpädagogik

 
RPB 69/13
Elementarpädagogik
Konstruktivismus
Religiöse Sprache
Security Ethic

 

2012

RPB 68/12
'Im Blickpunkt': Ethisches Lernen

 
RPB 67/12
 

2011

RPB 66/11
Vergessene Zusammenhänge - notwendige Entdeckungen

 
RPB 65/11
'Im Blickpunkt': Empirische Religionspädagogik

 

2010

RPB 64/10
‘Im Blickpunkt’: Evaluation und Leistungsbewertung im Religionsunterricht

 

2009

RPB 62/09
Kognition - Ästhetik - Praxis

 
RPB 63/09
 

2008

RPB 61/08
‘Im Blickpunkt’: Ästhetische Religionspädagogik

 
RPB 60/08
 

2007

RPB 59/07
 
RPB 58/07
Religion in schulischen Lernprozessen zur Geltung bringen

 

2006

RPB 57/06
 
RPB 56/06
Religionspädagogik jenseits des Religionsunterrichts

 

2005

RPB 54/05
 
RPB 55/05
 

2004

RPB 53/04
Im Blickpunkt: Standards und Evaluationen religiöser Bildung

 
RPB 52/04
 

2003

RPB 51/03
Wissenschaftstheorie der Religionspädagogik

 
RPB 50/03
Wozu heute religiöse Bildung?

 

2002

RPB 49/02
Im Blickpunkt: Bibeldidaktik

 
RPB 48/02
 

2001

RPB 46/01
Religionspädagogik im Kontext heutiger Gesellschaft

 
RPB 47/01
 
Religionspädagogische Beiträge 50/2003 - Wozu heute religiöse Bildung?

Religionspädagogische Beiträge 50/2003

Wozu heute religiöse Bildung?



 
Arbeitsgemeinschaft Katholische Religionspädagogik und Katechetik
ISSN 0173-0339

2003
166 Seiten, paperback, 15 x 21 cm
 
10.00 Euro
 

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Mit dem vorliegenden Heft erscheinen die Religionspädagogischen Beiträge zum fünfzigsten Mal. Diese Zahl ist ein Grund zum Feiern. Und wie ließe sich eine Fachzeitschrift, die seit 1978 den wissenschaftlichen Diskurs in Religionspädagogik, Katechetik und Fachdidaktik Religion provoziert und dokumentiert, besser feiern, als durch ein ‘besonderes’ Themenheft? Ein Themenheft, das eine wahrhaft grund legende Frage der Religionspädagogik zu beleuchten sucht?
Die Frage, der sich das vorliegende Jubiläumsheft widmet, lautet schlicht ‘Wozu heute religiöse Bildung?’. Als Schriftleiter der RpB haben wir uns für ebendiese Fragestellung entschieden, weil wir davon überzeugt sind, dass religiöses Lehren und Lernen sowohl im öffentlichen als auch im wissenschaftlichen Diskurs begründungspflichtig geworden ist. Wissenschaftliche Religionspädagogik steht somit unausweichlich vor der Herausforderung, den Sinn und Zweck religiösen Lehrens und Lernens in intellektuell redlicher und gleichermaßen binnen- wie außerkirchlich nachvollziehbarer Weise zu legitimieren.
Die Frage ‘Wozu heute religiöse Bildung?’ beinhaltet ohne Zweifel ein ganzes Bündel klärungsbedürftiger Aspekte: Wer diese Frage ergründen und beantworten will, kommt nicht umhin, Farbe zu bekennen. Es gilt Auskunft zu geben, was denn nun religiöse Bildung unterscheidend kennzeichnet, was sie realistischerweise vermag und worauf sie begründeterweise zielt. Es gilt offenzulegen, welche Potenziale und Grenzen die ‘Signatur unserer Gegenwart’ für verantwortete religiöse Bildung birgt.
Das vorliegende Themenheft zielt darauf, die grund-legende Frage nach dem ‘Wozu’ religiöser Bildung in heutiger Zeit perspektivenreich zu erörtern. Zu diesem Zwecke hat die Schriftleitung versucht, einen möglichst heterogenen Autor/innenkreis anzusprechen. Diese Heterogenität umfasst das Alter und Geschlecht, die religionspädagogische Positionierung, die alltagspraktischen Vorerfahrungen und die bezugswissenschaftlichen Präferenzen der Autor/innen. Die angefragten Fachvertreter/innen wurden gebeten, möglichst pointiert Stellung zu nehmen und dabei die eigene religionspädagogische ‘Handschrift’ deutlich erkennbar ins Spiel zu bringen.
Den ‘Auftakt’ des Themenheftes setzt Rudolf Englert. Indem er fünf grundlegende Argumente rekonstruiert und abwägt, die religiöse Bildung zu begründen suchen, liefert er eine Topographie religionspädagogischer Legitimationsmuster. Diese Topographie kann es ermöglichen, die folgenden Beiträge problembewusst zu verorten, die das ‘Wozu’ heutiger religiöser Bildung markant beleuchten.
Den feministischen Blickwinkel auf religiöse Bildungsprozesse pointiert Silvia Arzt, wobei sie auf Juana Inés de la Cruz rekurriert, die das weibliche „Begehren nach Bildung“ bereits im 17. Jahrhundert exemplarisch verkörpert hat. Rita Burrichter entschlüsselt – ausgehend von einem Popsong der 1990er Jahre – den verantwortungsvoll-relationalen „Umgang mit Wahrheitsansprüchen“ als vordringliche Aufgabe einer religiösen Bildung, die den besonderen Wert ästhetischer Erfahrungen zu würdigen weiß.
Matthias Scharer begegnet der ‘Wozu’-Frage des Themenheftes mit fundamentaler Skepsis, wobei er in mehreren Reflexionsgängen eindringlich davor warnt, christliches Bildungshandeln zweckrational zu verkürzen. Hans Schmid plädiert für ein bipolares Verständnis religiöser Bildung: Indem ‘assoziative’ Teilhabe an Religion gleichermaßen ermöglicht wird wie ‘dissoziative’ Reflexion derselben, kann aus seiner Sicht Religion in ihrer „Spannung zwischen Funktion und Eigengewicht“ identitätsfördernde Gestalt annehmen. Hermann Pius Siller setzt sich kritisch mit der Kommunikationstheorie von Jürgen Habermas auseinander und gelangt zu einem bildungstheoretisch untermauerten Plädoyer für den pädagogischen Wert der christlichen Lehrtradition. Leo van der Tuin schließlich nimmt die besondere Situation der Niederlande als „das religiöse Versuchsgelände Europas“ zum Ausgangspunkt, das Konzept einer religiösen Bildung zu entfalten, die das Sinnpotential der christlichen Überlieferung im behutsamen Modus einer „Kommunikation in Anwesenheit“ präsent hält.
Neben den Beiträgen zum Thema ‘Wozu heute religiöse Bildung?’ umfasst die vorliegende Ausgabe der RpB auch drei ‘allgemeine’ Artikel. Da sich diese mit grundsätzlichen Fragestellungen der Religionspädagogik befassen, fügen sie sich vorzüglich in das Gesamt des Heftes ein.
Georg Langenhorst durchleuchtet, wie sich angesichts unterschiedlicher Verhältnisbestimmungen von Christentum und Weltreligionen interreligiöses Lernen begründen und didaktisch ausbuchstabieren lässt. Mit Blick auf entwicklungspsychologische und sozioreligiöse Befunde weist er „allzu hoch schwebende Konstrukte“ interreligiösen Lernens deutlich in ihre Grenzen. Bernd Schröder lotet den religionspädagogischen Stellenwert des Globalisierungsmodells aus und gelangt dabei zu ‘Aufgabenfeldern’ für die zukünftige Ausgestaltung von Religionsunterricht und wissenschaftlicher Religionspädagogik. Mirjam Schambeck stellt sich die Aufgabe, das Konzept mystagogischen Lernens im Kontext religiöser Individualisierung zu profilieren und zu rehabilitieren.
Die vorliegende Ausgabe der RpB verbindet ein Jubiläum mit einer Premiere. Da das Vorhaben, das Heft um Buchbesprechungen zu erweitern, im Kreis der Fachkolleg/innen breite und tatkräftige Unterstützung erfuhr, können wir nun erstmals einen Rezensionsteil präsentieren! In zehn Rezensionen werden dabei elf Bücher unter die Lupe genommen. Die Schriftleitung plant, diesen Service fest zu etablieren, wobei ausschließlich Fachpublikationen mit wissenschaftlichem Anspruch und dabei bevorzugt Qualifikationsarbeiten berücksichtigt werden sollen.
Den Schlussakkord von RpB 50 bildet die Rubrik ‘Neu gelesen’. Hans Mendl blickt zurück auf Hans Schillings „Grundlagen der Religionspädagogik“ (1970) und markiert zeitbedingte Grenzen und zukunftsträchtige Impulse dieses Werkes.

Um mit den gestiegenen Sachkosten Schritt halten zu können, sieht sich die Schriftleitung leider gezwungen, den RpB-Preis mit dem Jahrgang 2004 maßvoll anzuheben. Zuletzt war dies 1997 der Fall – die Euroumstellung führte zwischenzeitlich sogar zu einer leichten Verbilligung. Ab 2004 kostet das Jahresabonnement 19,50 €, Einzelhefte sind für 11 € erhältlich (jeweils zuzüglich Porto). Dank der Publikation im Eigenverlag bleiben die RpB aber im Vergleich zu anderen Fachzeitschriften konkurrenzlos günstig. Damit dieses Modell weiterhin tragfähig bleibt, wären wir Ihnen, den Leser/innen, außerordentlich dankbar, wenn Sie die Zeitschrift lebhaft weiterempfehlen könnten!
Schließlich und endlich: Aufgrund des beruflichen Wechsels eines der beiden Schriftleiter hat sich die RpB-Mailadresse geändert. Sie lautet nun rpb@uni-muenster.de. Wir bitten um Berücksichtigung.

Münster / Mainz, im August 2003
Burkard Porzelt und Werner Simon

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Vorwort
1

Wozu heute religiöse Bildung?


Rudolf Englert,
Warum Antworten manchmal so viele Fragen aufwerfen.
Über strukturelle Probleme im religionspädagogischen Legitimationsdiskurs
5

Silvia Arzt, Den Herzschlag der Schöpfung spüren ...
Bildung - Religion - Geschlecht
19

Rita Burrichter,
"Jeder ist in seiner eigenen Welt, aber meine ist die richtige“.
Umgang mit Wahrheitsansprüchen als Aufgabe religiöser Bildung heute
27

Matthias Scharer,
Die ‘Wozu-Falle’ in der (religiösen) Bildung.
Ein kultureller Grenzgang
39

Hans Schmid,
Assoziation und Dissoziation als Grundmomente religiöser Bildung.
Zur Frage nach dem ‘Wozu’ religiöser Bildung heute
49

Hermann Pius Siller,
Religiöse Bildung in einer fragmentierten Lebenswelt
59

Leo van der Tuin,
Religiöse Erziehung: Kommunikation in Anwesenheit
73

Allgemeine Beiträge
Georg Langenhorst,
‘Interreligiöses Lernen’ auf dem Prüfstand.
Religionspädagogische Konsequenzen der Verhältnisbestimmung von Christentum und Weltreligionen 89

Bernd Schröder,
Religionsunterricht und Globalisierung – religionspädagogische Perspektiven
107
Mirjam Schambeck, Mit individualisierter Religiosität umgehen. Mystagogisches Lernen als religionspädagogischer Antwortversuch
127

Buchbesprechungen
143

Hans Mendl,
‘Neu gelesen’:
Hans Schilling, Grundlagen der Religionspädagogik (1970)
163