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Religion und Säkularisierung Ein interdisziplinäres Handbuch
Religion und Säkularisierung
Ein interdisziplinäres Handbuch




Thomas M. Schmidt, Annette Pitschmann (Hrsg.)

Verlag J. B. Metzler
EAN: 9783476023667 (ISBN: 3-476-02366-4)
385 Seiten, hardcover, 18 x 25cm, August, 2014

EUR 59,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Verschwindet die Religiosität in der Moderne oder ist im Gegenteil eine Rückkehr der Religionen zu verzeichnen? Das Handbuch beleuchtet die Dialektik von Säkularisierung und Revitalisierung der Religionen aus philosophischer, soziologischer und religionswissenschaftlicher Perspektive. Vorgestellt werden grundlegende Konzepte, z. B. von Durkheim, Weber, Habermas, Blumenberg und Luhmann. Der zweite Teil untersucht Begriffe wie das Böse, das Heilige, Pluralismus etc. in ihrer Bedeutung im Kontext der Säkularisierung. Abschließend geht es um Konflikte wie Glauben und Wissen, Religion und Menschenrechte oder Säkularisierung und die Weltreligionen.

Thomas M. Schmidt (Studium der Philosophie und der katholische Theologie) ist Professor für Religionsphilosophie am Fachbereich Katholische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Annette Pitschmann, Dipl-Theol., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Katholische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Rezension
Religion ist in unseren Gesellschaften z.Zt. erstaunlich präsent - gegen alle Säkularisierungserwartungen der 50er und 60er Jahre. Dieses interdisziplinäre Handbuch leuchtet den Bereich "Religion und Säkularisierung" umfassend und höchst informativ aus mit Darstellung der verschiedenen (Anti-)Säkularisierungsthesen (Kap. 2), zentralen zugehörigen Begriffen (Kap. 3) und Diskussion der entsprechenden Kontroversen und Konflikte (Kap. 4). Während die einen die sog. Wiederkehr der Religion behaupten, betonen die anderen das Heraufziehen eines sog. neuen Atheismus; zwischen Neu-Erwachen von Religion und sich beschleunigender Säkularisierung scheint es hin- und her zu schwanken. Lange Zeit galt der Prozess der Säkularisierung als ein zentrales Charakteristikum der Moderne. (Wie) passt Religion in moderne Gesellschaften? Z.Zt. rivalisieren zwei Erklärungsmuster im Hinblick auf das Verhältnis von Moderne und Religion miteinander: "Säkularisierung" vs. "Wiederkehr der Religion". Ist die Moderne zwingend mit Säkularisierung zu denken oder kann Religion fortbestehen bzw. wiedererstarken? Ist vielleicht weniger die Säkularisierung als vielmehr die Individualisierung für die künftige Entwicklung von Religion und Kirche in unserer Gesellschaft bedeutsam? Ist der Prozess der Säkularisierung abgeschlossen, - dann aber ist jedenfalls Religion nicht verschwunden, vielmehr wird z.Zt. von der Rückkehr der Religion gesprochen. Jedenfalls aber haben sich säkulare und religiöse Bereiche weitgehend getrennt und klassische religiöse Bindungen lösen sich zunehmend auf; Religion wird unsichtbar, fluid oder implizit. Freie und lockere Spiritualität tritt nicht selten an die Stelle von verfasster, organisierter und starrer Religiosität. Hat sich Religion also doch nach und gemäß der Säkularisierung verändert?! Und: Ist der Fundamentalismus ein Rückfall in die Vormoderne oder eine Begleiterscheinung moderner Gesellschaften?

Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Entscheidendes globales Thema moderner Gesellschaften
Konzepte, Kategorien und Konfliktfelder
Zu Begriffen wie z.B. das Böse, das Heilige, Fundamentalismus, Pluralismus, Toleranz, Werte

Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 1

II. Konzepte


1. Säkularisierung ohne Profanisierung? Durkheim über die integrative Kraft religiöser Erfahrung 7
2. Entzauberung der Welt und okzidentale Rationalisierung (Weber) 14
3. Rationalisierung der Gesellschaft als Versprachlichung des Sakralen (Habermas) 20
4. Säkularisierung als immanente Eschatologie? (Hegel, Troeltsch, Löwith) 36
5. Eigenständigkeit der Moderne (Blumenberg) 49
6. Religiöser Pluralismus und unsichtbare Religion in der säkularen Gesellschaft (Berger, Luckmann) 63
7. Zivilreligion (Rousseau) 77
8. Religion in der Perspektive der Systemtheorie Luhmanns 90
9. Religion als Sinn für das Mögliche (James, Dewey) 99
10. Öffentliche Religionen im säkularen Staat (Casanova) 114
11. Immanente Ausdeutung und religiöse Option: Zur Expressivität des säkularen Zeitalters (Taylor) 127
12. Wiederkehr der Götter? Die These von der Revitalisierung der Religion (Riesebrodt, Pollack) 139
13. Postsäkulare Gesellschaft? Zur Dialektik von Säkularisierung und De-Säkularisierung 151
14. Multiple Modernities (Eisenstadt) 164

III. Kategorien

1. Das Böse 173
2. Fortschritt 180
3. Freiheit 188
4. Fundamentalismus 194
5. Das Heilige 200
6. Kritik 210
7. Moderne 217
8. Moral 224
9. Neutralisierung/Neutralität 233
10. Öffentlichkeit 237
11. Pluralismus 244
12. Rationalität 250
13. Religiosität 258
14. Souveränität 265
15. Toleranz 272
16. Welt 277
17. Werte 283

IV. Konflikte

1. Glauben und Wissen 291
2. Religion und Wissenschaft 305
3. Religion und Menschenrechte 318
4. Religion und säkularer Rechtsstaat 330
5. Säkularisierung und Weltgesellschaft 343
6. Säkularisierung und die Weltreligionen 356

V. Anhang

1. Auswahlbibliographie 371
2. Die Autorinnen und Autoren 372
3. Personenregister 374