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Philosophisches Argumentieren Eine Einführung 3., unveränderte Auflage 2010
Philosophisches Argumentieren
Eine Einführung


3., unveränderte Auflage 2010

Holm Tetens

Verlag C. H. Beck oHG
EAN: 9783406609350 (ISBN: 3-406-60935-X)
311 Seiten, paperback, 13 x 19cm, 2010

EUR 14,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Wer philosophiert, der argumentiert. Dabei hält sich das erstaunliche Vorurteil, daß beim philosophischen Argumentieren einfach nur die formale Logik auf die Themen der Philosophie anzuwenden sei. Aber mit Logikkenntnissen allein ist es nicht getan. Das spannende und aufregende Denkabenteuer philosophischen Argumentierens beginnt jenseits des bloß Formalen. Holm Tetens legt ein Buch vor, das in die Eigenheiten philosophischen Argumentierens ganz von den inhaltlichen Themen und Problemen der Philosophie her einführt. Dabei kommt die formale Logik durchaus zu ihrem Recht, indem zu Anfang ihre Prinzipien und die Technik ihrer Anwendung vorgestellt werden. Ansonsten ist das Buch aber so untechnisch geschrieben, daß man ihm auch ohne tiefere Logikkenntnisse gut folgen kann. Für jeden, der sich für die Philosophie interessiert, sei er Anfänger, Laie oder bereits gut mit ihr vertraut, hält dieses Buch eine Fülle an Informationen und provokanten Denkanregungen bereit.
Rezension
Das hier anzuzeigende Buch ist ein grundlegendes Methoden-Buch zur Philosophie; denn Philosophieren bedeutet ganz wesentlich Argumentieren. Natürlich kommen noch weitere Methodiken hinzu, z.B. das Analysieren und das Interpretieren, aber das Argumentieren darf doch mit Recht als die zentrale Methode der Philosophie gelten. Und in diese führt dieses Buch in vier Kapiteln strukturiert ein: 1. Grundsätze philosophischer Argumentation, 2. Argumentationsmuster und Schlussregeln, 3. Spezifische Argumentationsmuster der Philosophie und 4. Dialektische Argumentationsstrukturen in der Philosophie. Dabei wird deutlich, dass (formale) Logik zwar für alles Argumentieren grundlegend ist, für das philosophische Argumentieren aber allein nicht ausreicht; philosophisches Argumentieren ist mehr als die Anwendung formaler Logik auf die Philosophie.

Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Holm Tetens ist Professor für Theoretische Philosophie an der Freien Universität Berlin.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 9

Teil 1: Der Grundsatz philosophischen Argumentierens

1. Was man im Lehnstuhl wissen kann 14

2. Die ewigen großen Fragen der Philosophie 16

3. Von der Welt zur Bezugnahme auf die Welt 17

Teil 2: Argumente, Schlussregeln, Argumentationsmuster

4. Der Aufbau eines Arguments 22

4.1 Ein erstes Beispiel für ein Argument 22
4.2 Die Schlüssigkeit von Argumenten 23
4.3 Vom Argument zur Form eines Arguments 25
4.4 Logisch gültige Schlussregeln 28
4.5 Annahmen um des Arguments willen 32

5. Zu Begriff und Funktion deskriptiver Argumente 34

5.1 Über Gründe und Argumente 34
5.2 Über die zwei wichtigsten Funktionen deskriptiver Argumente 36

6. Zur logischen Rekonstruktion von Argumenten 38

6.1 Ein Argument wird rekonstruiert 38
6.2 Fehlschlüsse und die Methode der Prämissenergänzung 41
6.3 Die formale Logik als Kontrastfolie 45
6.4 Deduktive und nicht-deduktive Argumente 47

7. Argumentationsmuster 51

7.1 Von der formalen Logik zur Topik 51
7.2 Descartes' «Cogito ergo sum» 55

8. Über die Darstellung von Argumenten 59

Teil 3: Argumentationsmuster der Philosophie

9. Transzendentale Argumente 68

9.1 «Bedingungen der Möglichkeit» der Bezugnahme 68
9.2 Topik und Urteilskraft 75
9.3 Fehlschlüsse im Kontext transzendentaler Argumente 76
9.4 «Bedingungen der Möglichkeit» des Argumentierens 78

10. Selbstanwendungsargumente 81

10.1 Selbstbezügliche Aussagen 81
10.2 Zwei weitere Beispiele für Selbstanwendungsargumente 86
10.3 Zur Problematik der Selbstanwendungsargumente 88

11. Modale Argumente 94

11.1 Modale Aussagen 95
11.2 Mögliche Welten 96
11.3 Bedingte Notwendigkeit 100
11.4 Die Notwendigkeit transzendentaler Aussagen 102
11.5 Zur Kritik des modalen Realismus 106
11.6 Mögliche-Welten-Argumente 110

12. Gedankenexperimente 116

12.1 Temperaturen sehen 117
12.2 Der Ablauf eines Gedankenexperiments 121
12.3 Gehirne im Tank 122

13. Das Argumentieren mit Rationalitätsannahmen 125

13.1 Intensionale Fehlschlüsse 126
13.2 Rationalität des Wissens 128
13.3 Kritik idealisierender epistemischer Prinzipien 134
13.4 Die Vagheit des Vernunftbegriffs 136
13.5 Zweckrationalität und praktischer Syllogismus 138

14. Argumentieren in der Ethik 139

14.1 Zur «Schlüssigkeit» normativer Argumente 140
14.2 Elementare Regeln des moralischen Argumentierens 144
14.3 Ein Beispiel für ein Argument aus der Ethik 147
14.4 Oberste moralische Prinzipien 151
14.5 Das Prinzip der Verallgemeinerung 153
14.6 Die Ethik des Argumentierens 161
14.7 Möglichkeiten und Grenzen moralischen Argumentierens 168

15. Analogieargumente 171

15.1 Die Uhrenanalogie von Leibniz 171
15.2 Strukturen, Analogien, Modelle 175
15.3 Humes teleologischer Gottesbeweis 178
15.4 Analogieargumente und die Suche nach der Einheit der Welt 180
15.5 Schlüsse auf die beste Erklärung als Analogieargumente 184
15.6 Metaphern in der Philosophie 188

16. Sprachkritische Argumente 195

16.1 «Sein ist offenbar kein reales Prädikat» 196
16.2 «Das Gespenst in der Maschine» 198
16.3 «Das Nichts nichtet» 203
16.4 Der «linguistic turn» 211

Teil 4: Dialektische Strukturen in der Philosophie

17. Argumente kritisieren Argumente 216

17.1 Einwände gegen ein Argument 217
17.2 Temperaturen fühlen und sehen 220
17.3 Das chinesische und das erleuchtete Zimmer 226

18. Widersprüche 232

18.1 Der Umgang mit Widersprüchen 232
18.2 Erklärung von Widersprüchen 234
18.3 Dialektik: Die Kontroverse als Modell der Wirklichkeit 238
18.4 «Reale Widersprüche» 243

19. Der Streit der Philosophen 248

19.1 Ein Panorama der Welt im Großen und Ganzen 249
19.2 Quines Maxime 257
19.3 Philosophiegeschichte als Ausloten logischer Spielräume 263
19.4 Empirisches Wissen und philosophische Argumente 270
19.5 Entdeckungen in der Philosophie 275
19.6 Eine Erklärung für den Streit der Philosophen 279

Teil 5: Anhang

20. Ein kurzer Einblick in die klassische formale Logik 282

20.1 Die drei Prinzipien der klassischen formalen Logik 282
20.2 Die extensionale Bedeutungsfestlegung der Junktoren 284
20.3 Aussagenlogische Gesetze 289
20.4 Singuläre und generelle Termini 290
20.5 Quantoren 292
20.6 Quantorenlogische Gesetze 295
20.7 Liste einiger fundamentaler logischer Gesetze 298

Literaturverzeichnis 300

(a) Zitierte oder erwähnte Texte 300
(b) Empfehlungen zur ergänzenden und vertiefenden Lektüre 303

Anmerkungen 304
Sachregister 309
Personenregister 311