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Menschenwürde Vom Selbstwert des Menschen
Menschenwürde
Vom Selbstwert des Menschen




Clemens Sedmak (Hrsg.)

Reihe: Grundwerte Europas


Wissenschaftliche Buchgesellschaft
EAN: 9783534207800 (ISBN: 3-534-20780-7)
281 Seiten, hardcover, 15 x 22cm, Oktober, 2017

EUR 59,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Was sind die ethischen und geistigen Grundlagen unseres Kontinents? Die Frage nach den Werten Europas steht heute im Mittelpunkt des Interesses. Es haben sich dabei vor allem die sieben Werte von Solidarität, Gleichheit, Freiheit, Menschenwürde, Toleranz, Gerechtigkeit und Frieden als fundamentale Werte herauskristallisiert. Was bedeuten diese Werte? Welche spezifisch europäische Dimension weisen sie auf? Wie hängen sie mit Geistes- und Religionsgeschichte zusammen? Wie verhalten sie sich im internationalen Vergleich?

Eine auf sieben Bände angelegte Buchreihe soll diesen Fragen systematisch nachgehen und auf diese Weise eine „Landkarte europäischer Werte" erarbeiten.

Die Idee der Menschenwürde und die Achtung vor der Würde des Menschen haben das Wertedenken in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg nachhaltig bestimmt; so sehr, dass der Respekt vor Menschenrechten wie auch die Akzeptanz von Werten wie Solidarität, Gleichheit, Freiheit und Frieden nicht vom grundlegenden Begriff der Menschenwürde getrennt werden können. Doch nicht nur der Wertediskurs, auch vielfältige Formen von Wertepraxis sind vom Menschenwürde-begriff geprägt. Dabei bleibt der Begriff umstritten, gerade auch im Lichte jüngster politischer wie biotechnologischer Entwicklungen. Dieser Band geht diesen Kontroversen mit Blick auf die Idee Europas als Wertegemeinschaft nach.

Clemens Sedmak, geb. 1971, ist Professor für Theologie am King's College London. Bei der WBG ist er Herausgeber der Reihe „Grundwerte Europas" und Mitherausgeber der Reihe „Topologien des Menschlichen".
Rezension
Die Menschenwürde ist der zentrale Wert europäischer Ethik und europäischen Rechts. Zuletzt ins Bewusstsein getreten und im Recht verankert, hat sie sich mittlerweile vor alle Menschenrechte geschoben. Das Thema Menschenwürde ist auch im schulischen Philosophie- und Ethik-Untericht ein elementares Thema, das seit Jahrzehnten intensiv debattiert wird, in den 80er Jahren besonders im Kontext der Biotechnologie. Die Erklärung der Menschenrechte ist menschheitsgeschichtlich erst vor kurzem vollzogen worden; die Menschenwürde ist bis heute ein selten umgesetztes Gut. Verletzungen der Menschenwürde wie Folter, Sklaverei, Zwangsarbeit und Erniedrigung sind trotz weitgehend internationaler globaler Ächtung an der Tagesordnung. Gleichwohl hat die Menschenwürde eine erstaunliche Erfolgsgeschichte durchlaufen. »Die Würde des Menschen ist unantastbar.« Dieser Satz ist ein unbedingt bindender Rechtssatz und die Grundnorm für die nachfolgenden Grundrechte, mit denen die Würdegarantie nicht abwägbar ist. Die Würdenorm gilt aufgrund nationaler Verfassungen und transnationaler Rechtsinstitute wie der EU-Grundrechte-Charta und des internationalen Menschenrechte-Rechts absolut und universell. Dass die menschliche Würde täglich verletzt wird, mindert die Geltung der Norm nicht. Immerhin entwickelten sich die Menschenrechte vor dem Hintergrund des "christlichen Abendlands", wenn auch in der säkularisierten Fassung desselben. Die jüdisch-christliche Tradition hat wesentliche Impulse für die Menschenwürde gesetzt; die Würde des Menschen ist in der Bestimmung des Menschen zur imago Dei, zum Ebenbild Gottes (Gen 1,26f), begründet. - und sie doch zugleich nicht selten mißachtet. Das Buch zeigt, wie Menschenrechte und Menschenwürde in frühchristlicher Zeit, in der Reformation und in der Aufklärung verstanden und gepflegt wurden.

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
59,95 €
39,95 € Mitglieder

Der Band untersucht Menschenwürde als Grundwert Europas.
Inhaltsverzeichnis
Clemens Sedmak
Menschenwürde auf ständigem Prüfstand. Zur Einleitung 9

ZUM BEGRIFF DER MENSCHENWÜRDE

Dietmar von der Pfordten
Menschenwürde als Grundbegriff von Ethik und Recht 19

Maria-Sibylla Lotter und Qian Ran
Menschenwürde: eine universale ethische Idee oder ein Fall von europäischem „Menschenrechtsimperialismus"? 45

Nikolaus Knoepffler
Menschenwürde bei Kant 63

Michael Zichy
Menschenwürde und Menschenbild 81

DIE GESCHICHTE DER MENSCHENWÜRDE

Luise Schorn-Schütte
Menschenwürde.
Begriff und Gegenstand im Europa der Frühen Neuzeit 99

Simon Varga
Perspektiven kosmopolitischer Menschenwürde in der Philosophie 111

Franzjosef Wetz
Adel des Menschen
Patristik — Mittelalter — Renaissance 131

MENSCHENWÜRDE IN POLITIK UND RECHT

Notleer Schneider
Menschenwürde und Flüchtlingsschutz 143

Gundula Negele
Menschenwürde in der Baha'i-Religion 161

Gregor Paul
Menschenwürde und Menschenrecht in Philosophie und Politik
Unter besonderer Berücksichtigung der Geschichte Chinas 183

MENSCHENWÜRDE IN DEN RELIGIONEN DER WELT

Konrad Heert
Herausgefordert durch Pluralismus und Globalisierung
Zum Ethos der Religionsfreiheit in Gesellschaft und Kirche 205

Birgit Heller
Autonomie versus heteronome Humanität?
Moderner Würde-Diskurs und interreligiöse Perspektiven 219

Merdan Günes
Menschenwürde im Islam 237

Micha Brumlik
Zur Begründung der Menschenrechte und menschlicher Würde im Glauben Israels und dem rabbinischen Judentum 267

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 279