lehrerbibliothek.de
Medienverantwortung in christlicher Perspektive Ein Beitrag zu einer praktisch-theologischen Medienethik Zugl.: Dortmund, Univ., Diss., 2005
Medienverantwortung in christlicher Perspektive
Ein Beitrag zu einer praktisch-theologischen Medienethik


Zugl.: Dortmund, Univ., Diss., 2005

Birgitta Derenthal

LIT
EAN: 9783825894092 (ISBN: 3-8258-9409-6)
264 Seiten, paperback, 16 x 23cm, 2005

EUR 24,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Unsere heutige Gesellschaft ist wesentlich eine Mediengesellschaft. Umso wichtiger ist ein breiter Verständigungsprozess über medienethische Fragen. Diese Studie zeigt auf, inwiefern einzelne Christen als auch die Kirchen insgesamt ihre eigene Verantwortung im Umgang mit Medien haben.



Im Rahmen einer umfassenden Bestandsaufnahme wird der Blick besonders auf diejenigen gerichtet, die von den Medien selbst, aber auch in der Medienforschung nur wenig beachtet werden: Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien, Migranten und Behinderte. In Auseinandersetzung mit medienethischen Konzepten und dem kirchlich-theologischen Diskurs werden dann zentrale Prinzipien einer praktisch-theologischen Medienethik skizziert.
Rezension
Diese Dortmunder katholisch-theologische Dissertation wendet sich in praktisch-theologischer Perspektive einem bedeutsamen Gegenwartsproblem zu, das dringend der ethischen Begleitung auch durch die Kirchen und die christliche Ethik bedarf: die Medien; denn wir leben immer stärker in einer Mediengesellschaft und Medien umgreifen zunehmend unser aller Leben. Zugleich sind die Medienwelten nicht gerade ein schon klassisch gewordenes Sujet christlicher Sozialethik; auch hier muß noch Pionierarbeit geleistet werden; das Stichwort Medienethik ist in Deutschland überhaupt erst seit den 1980er Jahren präsent. Christen sind gehalten, die Zeichen der Zeit zu deuten und Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu übernehmen - auch im Hinblick auf die Medien: Bücher und Zeitungen, Radio und Fernsehen, Film und Video, Videotext und Telefon, Computer und Internet.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Einleitung xiii

Medien als gesellschaftliche Realität

1 Im Leben des Einzelnen 3

1.1 Mediennutzung in der Familie 3
1.1.1 Zwischen Unterhaltung und Information - Mediennutzung Erwachsener 3
1.1.2 Zwischen den Simpsons und der Maus - Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen 6
1.1.3 Ergebnisse der Medienrezeptionsforschung. 8
1.2 Zum Einfluss der Medien auf Wissen und Vorstellungen 10
1.2.1 Die Agenda-Setting-Theorie und die Theorie der Schweigespirale 11
1.2.2 Die Wissensklufthypothese 12
1.3 Zum Einfluss medialer Gewaltdarstellungen 13
1.3.1 Zur Mediengewaltdiskussion 13
1.3.2 Ergebnisse der Wirkungs-und Rezeptionsforschung 14
1.4 Mediennutzung und Religiosität. 16
1.5 Die neuen Informations-und Kommunikationstechnologien . 20
1.5.1 Von „Offlinem" und „Onlinern" - Internetnutzung Erwachsener . 20
1.5.2 Kommunikation ist alles - Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen 23
1.6 Mediennutzung besonderer Gruppen 25
1.6.1 „Babylon spricht viele Sprachen" - Menschen mit Migrationshintergrund 25
1.6.2 „Normal" oder „Sorgenkinder"? - Menschen mit Behinderungen 27
1.7 Zusammenfassung 29

2 Eine Aufgabe für Erziehung und Bildung 33

2.1 Einleitung 33
2.2 Medienpädagogische Konzepte für die Schule 33
2.2.1 Begriffserläuterungen. 33
2.2.2 Einführung in die Medienerziehung 34
2.2.2.1 Rückblick 34
2.2.2.2 Medienerzieherische Konzepte des 20. Jahrhunderts 35
2.2.2.3 Diskussion aktueller medienerzieherischer Konzepte38
2.2.3 Medienbezogene Aspekte des Religionsunterrichts 41
2.3 Kirchliche Medienpädagogik 42
2.3.1 Kirchliche Medienpädagogik im 20. Jahrhundert 43
2.3.1.1 Medienpädagogische Grundmotive bis 1971 43
2.3.1.2 Medienpädagogik in der Pastoralinstruktion „Communio et Progressio"(1971) 45
2.3.2 Aktuelle medienpädagogische Positionen 46
2.4 Medienpädagogische Konzepte für benachteiligte Jugendliche 49
2.4.1 Ausgangslage und konzeptionelle Überlegungen 50
2.4.2 Konzeptionelle und praktische Probleme . 51
2.5 Zusammenfassung 53

3 Die „vierte Gewalt"? - das Rundfunk- und Pressesystem in Deutschland 55

3.1 Radio und Fernsehen in Deutschland 55
3.1.1 Einführung. 55
3.1.2 Wirtschaftliche und organisatorische Aspekte 56
3.1.2.1 Öffentlich-rechtlicher Rundfunk 56
3.1.2.2 Privatfunk 58
3.1.3 Programmgestaltung 59
3.2 Wirtschaftliche und organisatorische Aspekte des Pressewesens 64
3.3 Journalismus in Deutschland 67
3.3.1 Aktuelle Entwicklungen 67
3.3.2 Qualität im Journalismus 69
3.3.3 Einstellungen von Journalisten 71
3.3.4 Nachrichtenauswahl 72
3.4 Medienschaffende und Mediennutzer 74
3.5 Zusammenfassung 75

4 Im Dienst kirchlicher Verkündigung oder Religionsersatz 77

4.1 Einleitung 77
4.1.1 Zwei beispielhafte Projekte auf regionaler Ebene 77
4.1.2 Einige Aspekte des Verhältnisses von Kirche und Medien 80
4.2 Religiöse Kommunikation durch Printmedien. 82
4.3 Die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinden und Bistümer 84
4.4 Die rechtliche Stellung der Kirchen in Radio und Femsehen 86
4.4.1 Kirchliche Präsenz in den Aufsichtsgremien der Rundfunksender 86
4.4.2 Zum Verhältnis von „Kirchenredaktionen" und kirchlichen Medienbeauftragten 87
4.5 Verkündigungssendungen in Radio und Fernsehen 90
4.5.1 Gottesdienstübertragungen 90
4.5.1.1 Geschichte und aktuelles Profil. 90
4.5.1.2 Intention der Gottesdienstübertragungen 92
4.5.1.3 Mögliche Vereinnahmung der Gottesdienstübertragungen. 94
4.5.1.4 Die Diskussion um die Gottesdienstübertragungen im Fernsehen in den 1950er und 1980er Jahren 95
4.5.1.5 Das heutige theologische Verständnis von Gottesdienstübertragungen 97
4.5.2 Weitere kirchliche Verkündigungssendungen 97
4.6 Spuren von Religiosität in den Medien. 101
4.6.1 Einführun. 101
4.6.2 Explizite Religiosität im Unterhaltungsbereich des Fernsehens102
4.6.2.1 „Schwarz greift ein" als kirchliche Unterhaltungsserie: Konzeption, Umsetzung und Kritik 102
4.6.2.2 Die Diskussion um kirchliches Engagement im Unterhaltungsbereich 104
4.6.3 Die Diskussion um „Medienreligion" 107
4.6.3.1 Einführung in die Auseinandersetzung 107
4.6.3.2 Fernsehen als liturgische Ordnung und Kosmologie .109
4.7 Christliche bzw. kirchliche Fernseh- und Radiosender 111
4.7.1 Die Forderung nach einem eigenen kirchlichen Fernsehsender 111
4.7.2 Bestehende christliche Fernseh- und Radiosender, insbesondere Bibel TV 114
4.8 Zentrale Aspekte des Zusammenhangs von Kirche und Medien 115
4.9 Zusammenfassung 119

5 Überleitung 121

Medien als ethische und theologische Herausforderung

6 Medien im ethischen Diskurs 129

6.1 Einleitung 129
6.2 Theoretische Begründungen von Medienethik 130
6.2.1 Systemtheoretisch begründete Medienethik 130
6.2.1.1 Grundlagen der systemtheoretisch begründeten Medienethik (1981) 130
6.2.1.2 Weitere Beiträge von M. Rühl und U. Saxer 133
6.2.1.3 Kritik der systemtheoretisch begründeten Medienethik 135
6.2.2 Diskursethisch begründete Medienethik 137
6.2.2.1 Grundlagen der Diskursethik. 137
6.2.2.2 Der Ansatz von E. Arens 138
6.2.2.3 Der Ansatz von M. Loretan 139
6.2.2.4 Kritik der diskursethisch begründeten Medienethik 142
6.2.2.5 Anwendung diskursethisch begründeter Medienethik 143
6.3 Praxisfelder von Medienethik 146
6.3.1 Journalistische Ethik 146
6.3.1.1 Der gesinnungsethische Ansatz von E. Dovifat 147
6.3.1.2 Kritik des gesinnungsethischen Ansatzes 148
6.3.1.3 Der verantwortungsethische Ansatz von H. Boventer 149
6.3.1.4 Kritik des verantwortungsethischen Ansatzes 151
6.3.1.5 Aktuelle joumalismusethische Konzepte 152
6.3.2 Wirtschafts-und unternehmensethisch begründete Medienethik 153
6.3.2.1 Grundlagen des Ansatzes von M. Karmasin 153
6.3.2.2 Ein weiterer unternehmensethischer Ansatz von A. Zerfaß 156
6.3.2.3 Kritik der wirtschafts- und unternehmensethisch begründeten Medienethik 158
6.3.2.4 Einordnung des Ansatzes von M. Karmasin in sein medienethisches Gesamtkonzept 159
6.3.2.5 Ethisch-ökologisches Rating 161
6.3.3 Publikumsethik 165
6.3.3.1 Grundlagen der Publikumsethik 165
6.3.3.2 Weiterfuhrung der Publikumsethik durch R. Funiok 168
6.3.3.3 Kritik des publikumsethischen Ansatzes 169
6.3.3.4 Die Publikumsethik aus der Sicht anderer medienethischer Ansätze 170
6.4 Diskussion und Auswertung der medienethischen Ansätze 171
6.4.1 Der medienethische Diskurs im Überblick 171
6.4.2 Anwendung der medienethischen Konzeptionen auf konkrete Problemlagen 172

7 Medien im kirchlich-theologischen Diskurs 179

7.1 Einleitung 179
7.2 Kirchliche Dokumente zu Medienfragen 179
7.2.1 Das Konzilsdekret „Inter Mirifica" (1963) 179
7.2.2 Die Pastoralinstruktion „Communio et Progressio" (1971).183
7.2.3 Die Pastoralinstruktion „Aetatis Novae" (l992). 187
7.2.4 Weitere Texte der Weltkirche zu Medienfragen . 190
7.2.5 Die Gemeinsame Erklärung „Chancen und Risiken der Mediengesellschaft" (l 997) 191
7.3 Theologische Perspektiven in den kirchlichen Dokumenten 193
7.3.1 Analyse der theologischen Passagen in „Communio et Progressio" 194
7.3.2 Die Rezeption der theologischen Passagen in „Communio et Progressio" 196
7.3.3 Der schöpfungstheologisch-anthropologische Zugang der Gemeinsamen Erklärung. 199
7.4 Auswertung der kirchlichen Dokumente 201
7.4.1 Medienethik in den kirchlichen Dokumenten 201
7.4.2 Anwendung der kirchlichen Ansätze zur Medienethik auf konkrete Problemlagen 202

8 Zusammenfassung und Ausblick 209

8.1 Medien als Thema der Praktischen Theologie 209
8.2 Medien als strukturelle und individuelle Herausforderung 209
8.3 Medien in ethischer und theologischer Diskussion 211
8.4 Medienethik und Theologie im Gespräch 213
8.4.1 Kritische Prophetie 214
8.4.2 Identität und Authentizität 217
8.4.3 Dialog 219
8.4.4 Gerechtigkeit, Solidarität und Menschenwürde 221
8.4.5 Medienbildung 223

Literaturverzeichnis 227