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Kooperation von Schule und Familie Hilfen für Kinder mit Lernschwierigkeiten
Kooperation von Schule und Familie
Hilfen für Kinder mit Lernschwierigkeiten




Karl-Theodor Stiller

Reihe: Heilpädagogische Handlungsfelder in Schule und sozialer Arbeit


Verlag Julius Klinkhardt
EAN: 9783781513150 (ISBN: 3-7815-1315-7)
191 Seiten, kartoniert, 15 x 21cm, 2004

EUR 18,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Die vorliegende Studie wurde durch die praktische Zusammenarbeit mit Eltern an einer Grundschule angeregt. Stiller greift darin bestehende Konzepte der „Elternarbeit" auf und entwickelt die Hypothese, dass die Kooperation zwischen Lehrkräften an Sonderbzw. Förderschulen und Familien passende (viable) Hilfen bei Lernschwierigkeiten bereitstellen könnte. Seine Vermutung fundiert er durch Fallanalysen über zwei Jungen in der vierten und fünften Klasse. Es wird deutlich, dass Familienmitglieder als „Fachleute" des Kindes dessen Förderung mit ihren spezifischen Erfahrungen und Perspektiven unterstützen können.

Daher lädt Stiller Lehrerinnen und Lehrer - nicht nur an Sonderbzw. Förderschulen - zu einem Perspektivenwechsel ein - weg von der so genannten „Elternarbeit" hin zu einer pädagogischen Kooperation. Er nimmt die gesamte Familie und nicht nur die Eltern in den Blick, akzeptiert den „Milieubruch" zwischen Schule und Elternhaus und sieht Konflikte und Interessensunterschiede als Teil der Kooperation. Stiller diskutiert auch Lernschwierigkeiten und ihre Ursachen, verweist auf Prozesse der Krisenverarbeitung und Trauer und sucht nach Möglichkeiten einer besseren Passung zwischen Lernbedarf und Lernangebot.



Karl-Theodor Stiller, geboren 1953, Grund- und Hauptschullehrer, Diplom- und Sonderpädagoge, unterrichtet zur Zeit an einer Sonderschule.
Rezension
Die Kooperation von Schule und Familie läßt oft zu wünschen übrig. Die klassische Elternarbeit findet oft gar nicht statt oder erweist sich als so unergiebig, dass sie nicht hilfreich für den Schüler ist. Der Autor dieses Buchs sucht nach Wegen einer umfassenderen Kooperation; er nimmt nicht nur die Eltern, sondern die ganze Familie in den Blick und diagnostiziert, dass Familienmitglieder wesentliche Kompetenzen zur Unterstützung des Schülers aufweisen. Seine zwei Fallanalysen über die Jungen Kai und Mehmet bestätigen diesen Eindruck. – Ein klares Votum für mehr und andere Kooperation von Schule und Familie!

Thomas Bernhard für lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Stiller greift bestehende Konzepte der "Elternarbeit" auf und entwickelt die Hypothese, dass die Kooperation zwischen Lehrkräften an Sonder- bzw. Förderschulen und Familien passende (viable) Hilfen bei Lernschwierigkeiten bereitstellen könnte. Seine Vermutung fundiert er durch Fallanalysen über zwei Jungen in der vierten und fünften Klasse.

Der Autor lädt Lehrerinnen und Lehrer – nicht nur an Sonder- bzw. Förderschulen – zu einem Perspektivenwechsel ein – weg von der so genannten "Elternarbeit" hin zu einer pädagogischen Kooperation. Er nimmt die gesamte Familie und nicht nur die Eltern in den Blick, akzeptiert den "Milieubruch" zwischen Schule und Elternhaus und sieht Konflikte und Interessensunterschiede als Teil der Kooperation.

Er diskutiert auch Lernschwierigkeiten und ihre Ursachen, verweist auf Prozesse der Krisenverarbeitung und Trauer und sucht nach Möglichkeiten einer besseren Passung zwischen Lernbedarf und Lernangebot.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort 7

1 Einleitung: Die Fragestellung 9

2 Vorverständnis: „Elternarbeit" und Sonderschule 15

2.1 Rechtliche Bestimmungen zur „Elternarbeit" 16
2.2 „Elternarbeit" aus der Sicht des Lebenswelt-Ansatzes 19
2.2.1 Brücke zwischen widersprüchlichen Lebenswelten 19
2.2.2 Partizipation und Schulreform 21
2.3 „Elternarbeit" aus der Sicht des systemtheoretischen Ansatzes .... 24
2.3.1 Rückkopplung zwischen Systemen 24
2.3.2 Ausdruck des herrschenden Wirklichkeitsverständnisses 26
2.4 Zusammenfassung und Perspektive 28

3 Bezugsrahmen:
Hilfen durch Kooperation bei Lernschwierigkeiten 33


3.1 Zum Begriff der Lernschwierigkeiten 33
3.1.1 Lernbehinderung oder Lernschwierigkeiten? 33
3.1.2 Exkurs: „Milieubruch" und soziale Lage 37
3.1.3 Zusammenfassung 41
3.2 Zum Begriff der Kooperation 41
3.2.1 Kooperation mit „Betroffenen" - Schule und Familie 43
3.2.2 Kooperative Kompetenzen 47
3.2.3 Aspekte pädagogischer Kooperation 48
3.2.4 Zusammenfassung 50
3.3 Zum Begriff der Hilfen 50
3.3.1 Empowerment 51
3.3.2 Beratung 54
3.3.3 Viabilität von Hilfen 56
3.3.4 Zusammenfassung 56
3.4 Grundlegende Einflüsse und Fragestellungen 57
3.4.1 Geschlechtsspezifische Einflüsse 57
3.4.2 Migrantenfamilien 61

4 Methodenwahl: Fallstudien in der Praxisforschung 67

4.1 Perspektiven der Praxisforschung 68
4.1.1 Leitende Fragen 72
4.2 Konzept und Durchführung der Fallstudien 72
4.2.1 Fallauswahl 76
4.2.2 Erhebungsmethoden 77
4.2.3 Auswertungs- und Deutungsmethoden 81

5 Die Fälle: „Kai" und „Mehmet" 87
5.1 Der Fall „Kai" 88
5.1.1 Gutachten 89
5.1.2 Selbstevaluation 91
5.1.3 Stellungnahmen im Team 99
5.1.4 Briefe und Zeugnisse 104
5.1.5 Ergebnisse 106
5.2 Der Fall „Mehmet" 112
5.2.1 Gutachten 112
5.2.2 Interview mit „Mehmet" 114
5.2.3 Zeugnisse 126
5.2.4 Selbstevaluation 128
5.2.5 Ergebnisse 136
5.3 Ergebnisse der Fallstudien 142
5.3.1 Ergebnisse im Fallvergleich 142
5.3.2 Ergebnisse im theoretischen Bezugsrahmen 149

6 Perspektiven pädagogischer Kooperation 153

6.1 Rückblick: Elternarbeit 153
6.2 Ansichten: Passende Hilfen durch Kooperation 154
6.3 Ausblick: Pädagogische Kooperation 157

7 Anhang 163
7.1 Interview mit Mehmet 163
7.2 Mitbestimmung der Eltern in den Bundesländern 177

8 Literatur 185