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Kleines Lexikon historischer Personen der griechischen Antike
Kleines Lexikon historischer Personen der griechischen Antike




Kai Brodersen, Bernhard Zimmermann (Hrsg.)

Verlag J. B. Metzler
EAN: 9783476027030 (ISBN: 3-476-02703-1)
160 Seiten, hardcover, 13 x 20cm, März, 2016

EUR 16,95
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Solon und Xerxes, Perikles und Demosthenes, Alexander der Große und Ptolemaios - die wichtigen historischen Personen der antiken griechischen Geschichte, die Tyrannen und Könige, die Heerführer, die Redner und Staatsmänner, die hellenistischen Dynastien und nicht zuletzt die großen griechischen Philosophen und Historiker werden in diesem kleinen Lexikon in knappen und zuverlässigen Artikeln beschrieben.
Rezension
Auf die neue Reihe "Metzler Basisbibliothek Antike" sei exemplarisch verwiesen mit diesem "Kleinen Lexikon historischer Personen der griechischen Antike". Wie die Leseprobe (vgl. Inhaltsverzeichnis) verdeutlicht, sind die Artikel ausgesprochen kompakt, komprimiert und gehaltvoll verfasst als schnelles Nachschlagewerk für Nichtfachleute ohne Anspruch auf Vollständigkeit der Information; es wird keine Kenntnis der antiken Sprachen vorausgesetzt. Entsprechend fehlen angesichts des kleinen Formats auch weiterführende Literaturhinweise. Dabei nutzt das Lexikon den Artikelbestand des "Metzler Lexikons Antike", hg. von K. Brodersen und B. Zimmermann, 2. Aufl. 2006. Für das schnelle Nachschlagen im gymnasialen Unterricht oder in einschlägigen Studiengänge an der Universität bietet sich das kompakte Lexikon an.

Jens Walter, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Verzeichnis der Autorinnen und Autoren:
Nicole Albrecht – Ulrike Auhagen – Andrea Bagordo – Thomas Baier – Kai Brodersen – Stelios Chronopoulos – Giacomo Gazzaniga – Korbinian Golla – Beate Greif – Markus Greif – Sarah Henze – Titus Maria Horstschäfer – Doris Meyer – Claudia Michel – Christian Orth – Dimitrios Papadis – Norbert Prack – Michael Reichel – Carlo Scardino – Andrea Schludi – Giadda Sorrentino – Antonis Tsakmakis – Sabine Walentowski – Hartmut Westermann – Bernhard Zimmermann – Sylvia Zimmermann – Reto Zingg
Inhaltsverzeichnis
A - Z


Leseprobe:

Achämeniden (gr. Achaimenidai, lat. Achaemenidae), Name der pers. Könige, die ihre Dynastie auf den myth. König Achämenes (Achaimenes) zurückführten. Es sind verschiedene, einander widersprechende Stammbäume des A.-Geschlechtes überliefert. Vor Dareios I. (522–486 v. Chr.) gab es wahrscheinlich acht Könige der A., darunter Kyros II. (559–529) und Kambyses II. (529–522). Auf Dareios I. folgten Xerxes I. (486–465), Artaxerxes I. (464–425), Xerxes II. (425–424), Dareios II. (424–404), Artaxerxes II. (404–358), Artaxerxes III. (358–338), Arses (338–336) und Dareios III. (336–330) mit dessen Tod die Dynastie erlosch.

Aeneas Tacticus (gr. Aineias Taktikos), griech. Stratege und Militärschriftsteller,
1. Hälfte 4. Jh. v. Chr. Von seinen Traktaten ist eine Schrift über Belagerungstechnik (Poliorketik) erhalten.

Agathokles (gr. Agathokles), Tyrann von Syrakus 316–289 v. Chr.; geb.
360 als Sohn des aus Rhegion verbannten Karkinos, der unter Timoleon
in Syrakus das Bürgerrecht erhalten hatte. Bereits 339 bewies
A. seine militär. Fähigkeiten, als er Timoleon bei der Vertreibung
der Karthager von Sizilien unterstützte. Nach dessen Tod
musste A. Sizilien zunächst verlassen, durfte aber 322 nach Syrakus
zurückkehren. 317/16 beseitigte A. die hier herrschende Oligarchie
und ließ sich zum Strategen mit außerordentl. Vollmacht
(strategos autokrator) ernennen. Damit hatte A. im Prinzip eine
Tyrannis errichtet, die sich auf mit dem Bürgerrecht beschenkte
Söldner stützte. Als A. 311 versuchte, seine Herrschaft in Sizilien
auszudehnen, riefen die betroffenen Städte die Karthager zu Hilfe.
A. zog 310–307 nach Nordafrika und errang einen Sieg über die
Karthager; ein Teil Siziliens blieb jedoch weiterhin unter karthag.
Herrschaft. 304 nahm A. den Königstitel an und heiratete eine
Stieftochter des Ptolemaios I. Ab ca. 300 galt A.s Interesse vornehmlich
Unteritalien, 298/97 unterstützte er Tarent im Kampf
gegen Messapier und Lukaner, ca. 295 eroberte er Kroton. In seinen
letzten Jahren rüstete A. noch einmal zu einem Großangriff
auf Karthago, starb aber 289. Da sein Versuch, eine Dynastie zu
gründen, scheiterte, gab A. kurz vor seinem Tod Syrakus die Freiheit
zurück.

Agesilaos, König von Sparta 399–360/59 v. Chr.; geb. ca. 444/43 als
Sohn des Archidamos II. Nach dem Tod seines Bruders Agis II.
übernahm A. dank der Hilfe des Lysander 399 die Regierung; 396–
394 führte er Krieg gegen die Perser in Kleinasien und sicherte die
Autonomie der jon. Küstenstädte. Als Sparta im »Korinth. Krieg«
(395–386) in Bedrängnis geriet, kehrte A. zurück und besiegte
die Thebaner und ihre Verbündeten Athen, Korinth und Argos
394 bei Koroneia. Ein erster Friedenskongress in Sparta (392/91)
scheiterte. Erst nach weiteren Erfolgen konnte A. durch den sog.
»Königsfrieden« von 387/86 den Einflussbereich Spartas auf Kosten
seiner Gegner Theben und Argos sichern und vergrößern. 371
kam es erneut zu einer Konfrontation mit Theben. Die Niederlage
der Spartaner bei Leuktra (371) bedeutete das Ende der Hegemonie
Spartas. Eine Eroberung der Stadt durch den theban.
Feldherrn Epaminondas konnte A. jedoch verhindern. 361 unterstützte
A. die Offensive des Pharaos Tachos gegen Phönizien und
Syrien, stellte sich dann aber auf die Seite des Usurpators Naktanabis,
was schließlich zum Scheitern der Offensive führte. Auf
dem Heimweg nach Sparta starb A. 360/59 in Kyrene. Xenophon
preist ihn in seinem Enkomion Agesilaos.

Agis II., König von Sparta 427/26–399 v. Chr., Sohn des Archidamos
II., Bruder und Vorgänger des Agesilaos. 426/25 führte A. das
Heer Spartas und seiner Verbündeten gegen Attika. 421 unterzeichnete
er zusammen mit seinem Mitregenten Pleistoanax den
Nikiasfrieden. 418 errang er bei Mantineia einen Sieg über Argos
und dessen Verbündete; 414 besetzte er das att. Dekeleia, das bis
404 sein Hauptquartier wurde. Eine geplante Eroberung Athens
misslang. Seine letzten Feldzüge unternahm er 402–400 gegen
Elis. Kurz darauf starb A. auf der Rückreise von Delphi.

Alexander III. der Große (gr. Alexandros), König der Makedonen
336–323 v. Chr.; geb. 356 in Pella als Sohn Philipp II. und der Olympias.
Während A. in seiner Kindheit vorwiegend unter dem Einfluss
seiner Mutter stand, übernahm ab ca. 342 sein Vater die Erziehung
und übergab A. der Obhut des Aristoteles. Die Lehrjahre
endeten, als Philipp 340 gegen Byzantion zog und den jungen
A. als Stellvertreter in Makedonien zurückließ. In der Schlacht
von Chaironeia (338 v. Chr.), in der die Makedonen gegen die verbündeten
Griechen kämpften, bewies A. an der Seite seines Vaters
erstmals seine militär. Fähigkeiten. Als Philipp 336 ermordet
wurde, übernahm A. die Herrschaft. Nachdem er seine Stellung
in Makedonien gefestigt hatte, rüstete A. für den Feldzug gegen
die Perser, den bereits sein Vater geplant und als »Rachefeldzug«
propagiert hatte. Der Krieg gegen Persien führte in einer ersten
Etappe (334–331) zur Eroberung der Länder des östl. Mittelmeerraumes.
Nach der Schlacht am Granikos (Mai 334) befreite A. zunächst
die Ostgriechen von der pers. Herrschaft, eroberte Milet
(Sommer 334) und unterwarf Lykien und Pamphylien (Winter
334). Im folgenden Jahr zog er in die phryg. Stadt Gordion. Hier befand
sich der alte Königswagen, dessen Deichsel und Joch durch
einen kunstvollen Knoten verbunden waren (»Gord. Knoten«).
Ein Orakelspruch besagte, dass der die Herrschaft über Asien erhalten
werde, der den Knoten lösen könne. A. erfüllte das Orakel,
indem er den Knoten entweder mit dem Schwert durchtrennte
oder – einer anderen Überlieferung zufolge – die Deichsel entfernte.
Anschließend zog er weiter durch Kappadokien nach Kilikien.
In der Schlacht bei Issos (November 333) errang A. einen
Sieg über den Perserkönig Dareios III. und konnte Syrien und
Phönizien besetzen. Der Zug nach Ägypten (332/31), wo sich A. in
Memphis zum Pharao krönen ließ, die Stadt Alexandreia gründete
und das Ammonsorakel in der Oase Siwah besuchte, bildeten
den Abschluss dieser ersten Etappe.
Von Ägypten aus wandte sich A. nach O und errang im Oktober
331 bei Gaugamela am Tigris den entscheidenden Sieg über Dareios,
der in Ekbatana Zuflucht suchte. A. konnte ganz Mesopotamien
besetzen und hielt Einzug in Babylon (November 331). Im
Dezember 331 gewann er die Königsresidenz Susa mit dem Königsschatz,
im Frühjahr 330 Persepolis, Pasargadai, Ekbatana und
Medien; im Sommer 330 wurde Dareios von dem Perser Bessos
ermordet. – In einer dritten Etappe (330–327) eroberte A. die ostiran.
Gebiete, zunächst (330/29) Parthien, Areia und Drangiane,
anschließend (329–327) Baktrien und Sogdien. Den Abschluss des
baktr. Feldzugs bildete seine Heirat mit der baktr. Fürsten tochter
Roxane (327). Vierte und letzte Etappe des Alexanderzuges war
der Feldzug nach Indien (327–325), der A. bis zum Hyphasis führte.
Die Erschöpfung seiner Truppen zwang A. schließlich zur Umkehr.
Man kehrte an den Indus zurück, der bis zum Ozean befahren
wurde. 324 trafen A. und seine Truppen in Susa ein. Hier wurde
mit einem großen Hochzeitsfest der Abschluss des Feldzuges
gefeiert. A. veranlasste seine Freunde und Soldaten, sich mit Perserinnen
zu vermählen (»Massenhochzeit von Susa«). Im Frühjahr
323 zog A. nach Babylon, um eine Expedition nach Arabien
vorzubereiten, starb jedoch überraschend am 10. Juni 323 im Alter
von nur 32 Jahren. Da A. keinen offiziellen Nachfolger hinterließ,
teilten seine Feldherrn das eroberte Weltreich unter sich auf.
A. war einer der erfolgreichsten Feldherrn der Antike, seine
Feldzüge in die entlegensten Teile der Erde fanden nicht nur bei
den Zeitgenossen Bewunderung. Bereits kurz nach seinem Tod
wurden Darstellungen des Alexanderzuges verfasst, aus denen
später der sog. A.-Roman entstand, der im Laufe der Zeit in über
20 Sprachen übersetzt wurde. Auch für die bildende Kunst war A.
ein beliebtes Motiv. Berühmtestes Beispiel ist das A.-Mosaik aus
Pompeji (heute in Neapel). Mit A. breitete sich die griech. Sprache
und Kultur im ganzen Orient aus, A. wurde so zum Wegbereiter
einer neuen Epoche, der Epoche des Hellenismus.

Alexander IV. (gr. Alexandros), 323–310/09 v. Chr., nachgeborener
Sohn Alexanders d. Gr. und der Roxane, wurde gemäß Beschluss
der Heeresversammlung in Babylon mit seiner Geburt zum König
ausgerufen. 320 überführte ihn Antipater mit seiner Mutter
nach Makedonien, wo er 316 in die Hände Kassanders fiel, der ihn
in Amphipolis internierte. Nach den Bestimmungen des allg. Diadochenfriedens
311 wurde er als König bestätigt mit der Maß-
gabe, dass Kassander ihm bei Volljährigkeit die Regierungsgewalt
übergeben sollte. Dieser ließ ihn daraufhin 310/09 zusammen mit
seiner Mutter ermorden. Mit A. endet die makedon. Dynastie der
Argeaden.