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"Jetzt noch studieren ..." - Berufswechsel und Studium bei Erwachsenen am Beispiel angehender Lehrerinnen und Lehrer unter Mitarbeit von:  Tina Ammann, Seline Soom, Yvonne Pfäffli
"Jetzt noch studieren ..." - Berufswechsel und Studium bei Erwachsenen
am Beispiel angehender Lehrerinnen und Lehrer


unter Mitarbeit von:

Tina Ammann, Seline Soom, Yvonne Pfäffli

Birgit Weinmann-Lutz

Waxmann
EAN: 9783830916598 (ISBN: 3-8309-1659-0)
244 Seiten, paperback, 15 x 21cm, 2006

EUR 24,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Ziel der hier berichteten Studie war es, Motive, Erwartungen, Kompetenzen und spezifische biografische Hintergründe von Berufswechslerinnen und Berufswechslern zu untersuchen, die Lehrerin oder Lehrer werden möchten. Im Buch wird das Themenfeld des Berufswechsels und Studiums von Erwachsenen aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven aufgearbeitet. Im empirischen Teil kann in quantitativen und qualitativen Analysen gezeigt werden, dass Berufswechslerinnen und Berufswechsler über höhere personale Ressourcen, wie allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung, sowie realistischere und idealistischere Berufswahlmotive und Tätigkeitserwartungen verfügen, jeweils im Vergleich mit Studierenden bei der Erstberufswahl.



Auffallend an den Biografien war zudem eine im Lebenslauf dokumentierte Bildungsbereitschaft, wobei auch informelle Bildung mit erfasst wurde, sowie ein Herantasten an ein pädagogisches Arbeitsfeld. Die Ergebnisse werden ausführlich zusammenfassend diskutiert und Implikationen für Institutionen, die Erwachsenen Studierende ausbilden, aufgezeigt.



Dr. Birgit Weinmann-Lutz studierte nach einer Berufslehre in Heidelberg Psychologie und promovierte dort über Genderthemen in der Mediation. Nach einem zweijährigen Aufenthalt und Therapieausbildung an der Northwestern University (NWU) in Chicago, USA, ist sie derzeit als Dozentin und Leiterin mehrerer Forschungsprojekte zum Thema biografischer Berufs-, Bildungs- und Entwicklungsübergänge bei Erwachsenen an der Pädagogischen Hochschule Bern beschäftigt. Forschungsschwerpunkte: Entwicklung und Bildung von Erwachsenen, Berufswechsel, Gender; Klinische Interventionen bei Paaren.


Rezension
Ältere Studierende bzw. Sudierende mit dem Hintergrund einer schon vorhandenen Berufsausbildung studieren deutlich sichtbar motivierter, effektiver und zielstrebiger als Studierende ohne Berufshintergrund, - diese Hypothese belegt diese Sudie auf qualitative und quantitative Art und Weise am Beispiel des Lehrerberufs: Berufswechslerinnen und Berufswechsler verfügen über höhere personale Ressourcen sowie realistischere und idealistischere Berufswahlmotive und Tätigkeitserwartungen im Vergleich mit Studierenden bei der Erstberufswahl. Sie zeigen insgesamt eine deutlich erhöhte Bildungsbereitschaft - mithin sollte das Studium älterer Studierender nicht politisch eingeschränkt, sondern gefördert werden! Das Gegenteil aber ist der Fall, - leider - und zeigt die Kurzsichtigkeit unserer (Bildungs-)Politik(er).

Oliver Neumannn, lehrerbibliothek.de
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungen 9
Vorwort 11
Einleitung 13

1 Theoretischer Hintergrund: Bildung und Entwicklung von Erwachsenen 15
1.1 Entwicklung Erwachsener 15
1.2 Bildung und Lernen bei Erwachsenen in institutionellen und nicht-institutionell gebundenen Kontexten 19
1.2.1 Bedingungen für die Teilnahme an formaler Bildung im Erwachsenenalter 20
1.2.2 Lernen und Studium von Erwachsenen 22
1.2.3 Effekte der Teilnahme an formaler Bildung im Erwachsenenalter 23
1.2.4 Nicht-institutionell gebundenes Lernen von Erwachsenen 25
1.3 Berufliche Entwicklung Erwachsener 27
1.3.1 Berufswechsel in seiner Bedeutung für die Identitätsentwicklung 30
1.3.2 Berufswahl allgemein und zum Beruf der Lehrerin / des Lehrers 31
1.4 Selbstregulatorische Prozesse: Selbstwirksamkeit und realistische Tätigkeitserwartungen 35
1.4.1 Selbstwirksamkeitserwartung (SE) 37
1.4.2 Tätigkeitserwartungen (TAT) 40
1.5 Unterstützung von „nicht-traditionellen" Studierenden 43
2 Fragestellung, Methodik und Stichproben 46
2.1 Ausgangslage und Fragestellung 46
2.2 Methoden und Erhebungsdesign 51
2.3 Instrumente 53
2.3.1 Fragebogenteil zu den Berufsentscheidungen für die Wahl und das Verlassen eines Berufes 54
2.3.2 Selbstwirksamkeitserwartung (SE) und Lehrer-Selbstwirksamkeitserwartung (LSE) 56
2.3.3 Tätigkeitserwartungen (TAT) 57
2.3.4 Instrument zur Rekonstruktion der Bildungs- und Beschäftigungsbiografien 57
2.3.5 Interviewleitfaden 59
2.3.6 Materialien zur Unterstützung der biografischen Reflexion 60
2.4 Stichproben 62
2.4.2 Statistische Portraits der Stichproben 63
2.4.3 Beschreibung der Population 67
2.4.4 Soziodemografische Rahmenbedingungen der Samples 73
2.4.5 Vorhergehende Berufsausbildungen 81
3 Berufsbezogene Entscheidungen und Motive 90
3.1 Erste Berufswahl und aktuelle Berufswahl 90
3.1.1 Wahl zum Erstberuf 90
3.1.2 Vergleich Erstberuf- Lehrerberuf 91
3.1.3 Beruf der Lehrperson 93
3.2 Sicherheit der Berufsentscheidungen 103
3.2.1 Sicherheit der Entscheidung für den Lehrerberuf 103
3.2.2 Gruppenvergleich der Sicherheit der Entscheidungen für die Vorberufe 104
3.2.3 Sicherheit des Entscheides gegen den Erstberuf 106
3.3 Geplante Dauer des Verbleibs im Beruf106
4 Selbstwirksamkeitserwartung und Tätigkeitserwartungen an den Beruf der Lehrperson 112
4.1 Allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung (SE)112
4.2 Lehrerselbstwirksamkeitserwartung (LSE) 116
4.3 Tätigkeitserwartungen an den Beruf der Lehrpersonl 117
4.3.1 Vergleichssample 117
4.3.2 Ergebnisse auf Einzelitembasis 118
4.3.3 Skalenbildung und Itemreduktion 124
4.3.4 Gruppenunterschiede auf Grundlage der Skalen 126
5 Bildungs- und Beschäftigungsbiografie: die Rekonstruktion von Lerngelegenheiten 131
5.1 Deskriptive Auswertungen der Ereigniskategorien131
5.2 Thematisch gerichtete Auswertungen zu Bildung, Erwerbstätigkeit, unbezahlter Tätigkeit und der Annäherang an pädagogische Berufsfelder 134
5.2.1 Ausbildung, Erwerbstätigkeit und Nebenjobs134
5.2.2 Bildung als permanentes Lebenselement 136
5.2.3 Qualifizierende, nicht bezahlte Tätigkeiten137
5.2.4 Herantasten an ein pädagogisches bzw. soziales Berufsfeld139
6 Das Warum und Wieso: die subjektive Deutung des Lebensverlaufs
(B. Weinmann-Lutz & T. Ammann) 142
6.1 Dimensionen der biografischen Erzählungen144
6.1.1 Erster Beruf- damalige Sichtweise 144
6.1.2 Erster Beruf- heutige Sichtweise 145
6.1.3 Latenzzeit der Entscheidung 147
6.1.4 Neuer Impuls oder früher Wunsch?- 148
6.1.5 Motivatoren für den Beruf der Lehrerin/ des Lehrers 149
6.1.6 Zwischenschritt oder definitive Verbleibabsicht? 150
6.2 Entscheidungstypen 151
6.2.1 Entscheidungstyp 1 „Suche nach Erfüllung im Beruf 152
6.2.2 Entscheidungstyp 2 „Es kann nur besser werden-hoffentlich" 155
6.2.3 Entscheidungstyp 3 „Jetzt habe ich doch noch eine Lücke im System gefunden" 160
6.2.4 Entscheidungstyp 4 „Beruf als Selbststärkung" 167
6.2.5 Entscheidungstyp 5 „Ich weiß jetzt, was ich will" 171
6.3 Angebot zur Unterstützung der biografischen Reflexion 177
6.3.1 Durchführung und Evaluation durch Studierende 177
6.3.2 Weitere Entwicklungen 178
7 Zusammenfassende Diskussion 180
8 Literatur 197

Anhang Ergebnistabellen und -abbildungen
Anhang Kapitel 2 209
Anhang Kapitel 3 214
Anhang Kapitel 4 224
Anhang Kapitel 5 233
Anhang Kapitel 6 239