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Jenseits der Erlösung Die Wiederkehr der Religion und die Zukunft des Christentums
Jenseits der Erlösung
Die Wiederkehr der Religion und die Zukunft des Christentums




Peter Gross

Transcript
EAN: 9783899426045 (ISBN: 3-89942-604-5)
198 Seiten, paperback, 14 x 23cm, April, 2007

EUR 20,80
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Wie immer eine Wiederkunft der Religion angekündigt wird, und welche Menschenmassen religiöse Großveranstaltungen auch binden, die christliche Heilsbotschaft ist erkaltet, der Erlösungswille erlahmt. Nicht mehr erlöst werden wollen die Menschen vom Leben, sondern dieses erleben: lebendigen Leibes in den Himmel! Das Christentum, dessen Herz die Erlösungsvorstellung ist, gerät dadurch in eine schwierige Lage. Allerdings wächst ihm dabei auch eine neue Deutung zu, in der die menschliche Unvollkommenheit nicht als Übel empfunden, sondern als Aufgabe angenommen wird. Und vielleicht ist es für die Welt und die Menschen sogar gut, wenn die Erlösungsvorstellung, die ja auch eine Endlösungsvorstellung ist, verschwindet.



Peter Gross (Dr. rer. pol. habil.) ist Autor und Publizist. Er hatte Professuren für Soziologie an der Universität Bamberg und an der Universität St. Gallen (HSG) inne. Bekannt geworden ist er insbesondere durch seine Bücher "Die Multioptionsgesellschaft" (Frankfurt a.M., Suhrkamp, 10. Aufl. 2005) und "Ich-Jagd" (Frankfurt a.M., Suhrkamp, 2. Aufl. 1999). Er ist tätig in Weiterbildung und Beratung (www.petergross.ch) sowie Mitglied von PEN-International.

WWW: www.petergross.ch
Rezension
Die Grundthese des Autors ist einfach: Die Gegenwart ist erlösungsmüde, der gegenwärtige Mensch träumt nicht mehr von der Erlösung (vom Körper), sondern vom Erleben (des Körpers) - und also hat es das Christentum mit seiner Erlösungsbotschaft in heutigen Zeiten schwer. Gleichwohl hat Religion (auch christliche Religion) in der Postmoderne wieder Konjunktur. Die Frage aber, was Religion und Glaube in ihrer Substanz eigentlich ausmacht, bleibt erstaunlich wenig behandelt. Die Frage, so Peter Gross, ist mithin nicht, ob Religion wiederkehrt, sondern welche Religion. Die Kernfrage ist nach Gross, ob die Gegenwart sich nicht nur von der himmlischen, sondern auch der irdischen Erlösungsvorstellung verabschiedet und so zu einer neuen religiösen Substanz gefunden hat. Die Erlösung findet der moderne Mensch nur noch in sich, die himmlische Utopie wird zur individuellen Intopie. Das eigene Lebensprojekt lautet nicht mehr Erlösung von der Welt, sondern Erlösung in der Welt.

Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
zur Reihe:

Das vermeintliche "Ende der Geschichte" hat sich längst vielmehr als ein Ende der Gewissheiten entpuppt. Mehr denn je stellt sich nicht nur die Frage nach der jeweiligen "Generation X". Jenseits solcher populären Figuren ist auch die Wissenschaft gefordert, ihren Beitrag zu einer anspruchsvollen Zeitdiagnose zu leisten. Die Reihe X-TEXTE widmet sich dieser Aufgabe und bietet ein Forum für ein Denken 'für und wider die Zeit'. Die hier versammelten Essays dechiffrieren unsere Gegenwart jenseits vereinfachender Formeln und Orakel. Sie verbinden sensible Beobachtungen mit scharfer Analyse und präsentieren beides in einer angenehm lesbaren Form.
Inhaltsverzeichnis
Anlass | ix

Zum Anfang: Eine Welt ist keine Welt | 1

1. Religiosität und Erlösung | 13

2. Erlösungsmüde Welt | 29

3. Hervortreten des Mals | 47

4. Stigma als Heilszeichen | 63

5. Skala des Zeigens | 75

6. Stachel des Todes | 87

7. Unerlöst | 101

Zum Schluss: Eine Welt ist eine Welt | 115

Anmerkungen | 135

Literatur | 167