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Im Spannungsfeld von Ethik und Religion
Im Spannungsfeld von Ethik und Religion




Ludger Honnefelder

Berlin University Press
EAN: 9783862800735 (ISBN: 3-86280-073-3)
230 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag, 14 x 22cm, Oktober, 2014

EUR 29,90
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Was bestimmt das Spannungsfeld von Ethik und Religion? Welche Rolle kann und muss der religiöse Glaube im moralischen Diskurs einer pluralen Gesellschaft spielen? Der Philosoph und Theologe Ludger Honnefelder geht in diesem Band Fragen nach, die die Beziehung der Ethik zur Moral und zu der Handlungsorientierung durch Religion betreffen: Wie stellt sich im Selbstverständnis der Ethik das Verhältnis zur Religion dar? In welcher Weise hängen die Ansprüche unserer Moral mit unseren religiösen Überzeugungen zusammen? Was unterscheidet den ethischen Diskurs von dem der Theologie?

Ludger Honnefelder, Philosoph und Theologe. Er lehrte an den Universitäten Trier, Berlin (FU), Bonn und Berlin (HU, Guardini-Professur). Zuletzt war er als Otto Warburg Senior Research Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig.
Rezension
Ethik als Reflexion von Moral wird eigentlich erst dort notwendig, wo einheitliche traditionelle Moral, z.B. in Form vorgegebener religiöser Normen und Werte, nicht mehr wirkmächtig ist. Das ist in demokratischen, aufgeklärten, multikulturellen, pluralistischen und individualisierten Gesellschaften (der Postmoderne) der Fall. Insofern stellen sich nun Fragen, die die Beziehung der Ethik zu der Handlungsorientierung durch Religion betreffen. Solche Fragen werden in dem hier anzuzeigenden Band thematisiert: theoretisch grundlegende Beiträge z.B. zum Verhältnis von Ethik und Religion oder Ethik und Theologie finden sich dabei ebenso wie konkrete ethische Themenfelder, z.B. Menschenwürde. So wird das Spannungsfeld von Ethik und Religion aktuell ausgeleuchtet.

Thomas Bernhard, lehrerbibliothek.de
Verlagsinfo
Das Feld der Ethik ist bestimmt von Herausforderungen. Denn es ist die Krise der tradierten Moral, die die Ethik als kritische Reflexion auf den Geltungsanspruch der Moral allererst entstehen lässt. Und es sind die Wandlungen und Brüche im Handlungsfeld des Menschen und seinem Selbstverständnis, die ihren weiteren Gang bestimmen. Der ethische Diskurs bleibt daher unabgeschlossen und zugleich auf die Stationen seiner Selbstvergewisserungen verwiesen: Was bestimmt das Selbstverständnis der Ethik? In welchen Gestalten begegnet der Anspruch des Guten? Was macht seine Wahrheit aus? Wo liegen deren Ursprünge?
Geht man wie der vorliegende Band solchen Themen nach, stellen sich notwendig Fragen, die die Beziehung der Ethik zu der Handlungsorientierung durch Religion betreffen: In welcher Weise hängen die Ansprüche unserer Moral mit unseren religiösen Überzeugungen zusammen? Was unterscheidet den ethischen Diskurs von dem der Theologie? Welche Rolle kann und darf religiöser Glaube im Verhandeln öffentlicher Dinge spielen?
Damit sind einige der Fragen genannt, auf die Ludger Honnefelder mit den Beiträgen dieses Bandes zu antworten versucht.
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Ethik und Religion — ein Spannungsfeld. Zur Einführung 9

Kapitel 2
Was ist Ethik? 17

Kapitel 3
Die Wahrheit des praktisch Guten 40

Kapitel 4
Sittlichkeit und Ethos: Gestalten der Moral und Herausforderungen für die Ethik 59

Kapitel 5
Personalität — Freiheit — Menschenwürde 72

Kapitel 6
Perfektionierung des Menschen? Paradigmen, Ziele und Grenzen 91

Kapitel 7
Was begründet die Würde des Menschen? 108

Kapitel 8 Religion und Ethik angesichts der globalen Herausforderungen 125

Kapitel 9
Ethik und Theologie: Thesen zu ihrer Verhältnisbestimmung 146

Kapitel 10
Ursprünge des Menschenrechtsgedankens: Christentum und Mittelalter 160

Kapitel 11
Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube — konkurrierende Weltdeutungen oder Antworten auf unterschiedliche Fragen? 174

Kapitel 12
Glaube — Vernunft — Öffentlichkeit. Über die Relevanz der Religion im Raum der öffentlichen Dinge 189

Quellennachweis 207
Anmerkungen 210