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Identität als Einheit des Heterogenen Untersuchungen zur Begründung einer Kulturpädagogik im Spannungsfeld von Affirmation und Autonomie bei Eduard Spranger und Ernst Troeltsch
Identität als Einheit des Heterogenen
Untersuchungen zur Begründung einer Kulturpädagogik im Spannungsfeld von Affirmation und Autonomie bei Eduard Spranger und Ernst Troeltsch




Manfred Karsch

projekt verlag. Verlag für Wissenschaft und Kultur
EAN: 9783897330955 (ISBN: 3-89733-095-4)
354 Seiten, 15 x 21cm, 2003, Dissertation Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften FernUniversität Hagen

EUR 23,00
alle Angaben ohne Gewähr

Umschlagtext
Das Identitätsparadigma ist gegenwärtig einer Kritik ausgesetzt, die angesichts der Wertevielfalt eine "Tugend der Orientierungslosigkeit" propagiert und damit das "Projekt der Moderne", in dem auch das mündige und emanzipierte Subjekt seinen Ort hatte, für beendet erklärt.

Die vorliegende Untersuchung überprüft das Identitätsparadigma auf seine Legitimität in einer Bildungsdiskussion, die mit "PISA" symbolisch ihre eigene Schieflage erkannt hat.

Aus der Analyse der kulturpädagogischen Konsequenzen der Pädagogik Eduard Sprangers und der Kultur- und Geschichtsphilosophie Ernst Troeltschs wird aufgezeigt, wie im Spannungsfeld von Affirmation kultureller Bestände und der Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit des autonomen Subjekts Identität als Einheit des Heterogenen aufgefasst werden kann, die der durch Individualisierung und Enttraditionalisierung gekennzeichneten Problemlage in der reflexiven Moderne gerecht werden kann.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis

I DAS VERHÄLTNIS VON KULTUR, BILDUNG UND RELIGION ALS KULTURPÄDAGOGISCHES DEUTUNGSMUSTER

1 Fadensuche auf Schloss Neuseelen - oder: Jugendliche Diskurse über Gott, Literatur und den Sinn des Lebens

2 Zukunftsorientierungen, moderne Orientierungsmuster und Religion - Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der 13. Shell Jugendstudie

3 Probleme der Identitätsbildung im Kontext von
Werteinflation, Individualisierungsprozessen und Sinnkrise

4 Identität und kulturelle Rückbettung

II DAS ELLIPTISCHE MODELL DER KULTUR I :
DAS KULTURPÄDAGOGISCHE SELBSTVERSTÄNDNIS
DER GEISTESWISSENSCHAFLTICHEN PÄDAGOGIK
AM BEISPIEL EDUARD SPRANGERS


1 Spranger und die geisteswissenschaftliche Pädagogik

2 Wissenschaftstheoretische Grundannahmen
Eduard Sprangers

2. l Das Verhältnis von wissenschaftlicher Pädagogik
und Pädagogischer Praxis

2.2 Kultur als Deutungskategorie der Wirklichkeit

2.3 Pädagogik als normsetzende Wissenschaft

Exkurs 1: Die Auseinandersetzung Sprangers
mit dem Wissenschaftsverständnis Max Webers

3 Die Lebensformen - Pädagogische Anthropologie
und Werteethik auf der Basis einer Kulturtheorie

3.1 Der Ausgangspunkt: Die Subjekt-Objekt-Spaltung

3.2 Die grundlegenden Kategorien:
Subjektiver Geist - objektiver Geist - normativer Geist

3.3 Die Struktur der Persönlichkeit und die Teilgebiete der Kultur

3.4 Religiosität als Zentrum der Persönlichkeit und Basis der Kultur

Exkurs 2: Eduard Sprangers „Weltfrömmigkeit"
und das Offenbarungsverständnis der dialektischen Theologie

3.5 Die Lebensformen: Idealtypische Grundformen der Persönlichkeit

3.6 Die Konstruktion einer Werteethik

Exkurs 3: Sprangers Kulturtheorie im Gegenüber
zum Kulturverständnis Georg Simmels, Ernst Cassirers
und Sigmund Freuds

3.7 Der kulturpädagogische Auftrag:
Erziehung und Bildung als Prozess der Kulturfortpflanzung

4 Pädagogik als Kulturwissenschaft

4.1 Erziehung als Entwicklungshilfe

4.2 Die vier Seiten der Pädagogik als Theorie der Erziehung

5 Folgen der metaphysischen Deutung der Kultur - Sprangers Stellung zur nationalsozialistischen Machtergreifung 1933

6 Der geborene Erzieher oder die Leidenschaft des Geistes

7 Spranger als konservativer Vertreter
der geisteswissenschaftlichen Pädagogik

7.1 Kulturtheorie und Metaphysik

7.2 Kultur und Religion

7.3 Wissenschaftliche Pädagogik und Erziehungswirklichkeit

III DAS ELLIPTISCHE MODELL DER KULTUR II: ERNST TROELTSCHS „GESCHICHTSPHILOSOPHIE IN PRAKTISCHER ABSICHT“

1 Ernst Troeltsch unter kulturpädagogischer Perspektive

2 Die Zeitdiagnose der Moderne bei Ernst Troeltsch

2.1 Die Geschichtsphilosophische Perspektive

2.2 Relativismus und Individualismus als Zeitsignaturen der Moderne

2.3 Protestantismus und Neuzeit

3 Relativismus und Absolutheitsansprüche

3.1 Historische und Dogmatische Methode

3.2 Die relative Absolutheit des Christentums

4 Geschichtsphilosophie und Ethik

4.1 Geschichtsphilosophie als Bearbeitungsmodus des Historismus

4.2 Ethik als Zielpunkt der Geschichtsphilosophie

4.3 Die Konstruktion einer Wertlehre auf der Basis
des Individualitätsbegriffs

5 Ansätze einer Kulturpädagogik bei Ernst Troeltsch

IV KULTURPÄDAGOGIK ALS HERMENEUTISCHE REFLEXION
IM KONTEXT VON AUTONOMIE UND IDENTITÄT


1 Hermeneutische Reflexion statt affirmative Determination

2 Hermeneutische Reflexion und Identität
als ,Einheit des Heterogenen`

3 Kulturelle Erinnerungsräume - Orte hermeneutischer Reflexion

4 Posttraditionales Paradigma und kulturelles Erinnern

5 Kultur, Bildung und Religion

6 Die Dynamik des Bildungskanons

Abbildungsverzeichnis
Literaturverzeichnis